MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Die galoppierende Inflation – Der Eine-Billion-Mark-Schein

Die galoppierende Inflation, oder auch Hyperinflation, ist eins der bösen Schreckgespenster der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Nur leider handelt es sich hierbei um sehr viel mehr als nur ein Schreckgespenst.

Es ist ein tatsächlich existierendes Phänomen der Wirtschaft, das man nicht nur in Deutschland bereits erlebt hat, sondern auch in anderen Ländern der Erdkugel.

Wie sieht eine Hyperinflation aus?

Generell wird gesagt, dass man eine galoppierende Inflation vor sich hat, wenn die monatliche Inflationsrate mehr als 50% beträgt.

Das Vertrauen in die jeweilige Währung ist schwer erschüttert.

Die allgemeine Bevölkerung versucht häufig im Falle einer galoppierenden Inflation ihren Geldbesitz in Sachwerte umzuwandeln, die nicht so schnell an Wert verlieren können.

Häufig wird versucht, eine stabile, ausländische Währung zu verwenden.

Wie entsteht die galoppierende Inflation?

In so gut wie jedem Fall ist die Menge an Geld, die wiederum durch die jeweilige Zentralbank reguliert wird, der ausschlaggebende Faktor.

Wird, aus welchem Grund auch immer, die Menge des Geldes, das in Umlauf gebracht wird, drastisch erhöht, nimmt der Wert der Währung ab.

Gegenüber dem vorhandenen Geld stehen immer noch dieselben Mengen an Gütern, die damit gekauft werden können. Daher muss nun mehr Geld ausgegeben werden, um etwas zu kaufen.

Das Geld verliert immer weiter an Wert und die Preise steigen scheinbar immer weiter in die Höhe.

Das wird den betroffenen Menschen durchaus bewusst, weshalb sie versuchen sich in materiellen Gütern zu retten. Die Nachfrage wächst und der Umlauf des Geldes wird beschleunigt. Das veranlasst die Händler dazu, die Preise noch weiter zu erhöhen.

Zumeist wird eine Hyperinflation beendet, indem die Währung komplett aufgegeben wird.

Die Folgen einer Hyperinflation

Nach einer Hyperinflation sind die privaten wie auch öffentlichen Ersparnisse ausgelöscht. Für die Menschen haben die extremen Preissteigerungen und die Entwertung ihres Geldes traumatische Dimensionen.

Einer der Gründe, weshalb die Deutschen so versessen auf Preisstabilität sind, soll in den Erfahrungen der 20er Jahre liegen. Am 3. Oktober 1923 kostete das Briefporto 2 Millionen Mark. Einen Monat später, am 3. November 1923 bezahlte man bereits 100 Millionen Mark.

Das bedeutet freilich einen Zusammenbruch des Finanzmarktes, da die Hauptfunktion von Geld als Träger von finanziellem Wert mit einem Mal aufgehoben wird.

Galoppierende Inflation im Osten Europas

Eins der jüngsten Beispiele für eine Hyperinflation ist das Weißrusslands, wo zwischen Beginn des Jahres 2012 und Februar 2012 eine Inflation von 100% herrschte.

Kleinere Banknoten haben dramatisch an Wert verloren (1 Euro = 11.500 Rubel) und das Vertrauen in die Währung ging verloren.

Doch das, was die Inflation noch weiter anheizt, ist die Tatsache, dass die betroffenen Länder keine Möglichkeit finden Geld zu bekommen, sei es durch Kredite oder auch Steuereinnahmen.

Wie auch in Weißrussland, wird die Druckerpresse der Zentralbanken angeworfen, um die eigenen Beamten bezahlen zu können, wodurch sich ein gefährlicher Teufelskreis bildet. Ein anderer Grund ist eine nicht vorhandene, oder nur unzureichende, Haushaltsdisziplin.

Das Ende der Hyperinflation

Es gibt verschiedene Szenarien, die eine Hyperinflation beenden, doch zumeist wird die alte Währung aufgegeben, um entweder eine ausländische Währung zu benutzen oder eine neue Währung einzuführen.

Ein Beispiel wäre Simbabwe, wo 2009 die alte Währung aufgrund von Hyperinflation aufgegeben wurde und nun hauptsächlich in ausländischer Währung gehandelt wird.

Die Einführung einer neuen Währung steht aus, doch da bereits schon vorher Bestrebungen vorgenommen wurden, neue Währungen in Simbabwe einzuführen, indem mehrere Nullen der alten Währung gestrichen wurden, ist nicht zu erwarten, dass neues Geld mit einem neuen Anfang gleichzusetzen ist.

Allein im November 2008 betrug die Inflationsrate einen Wert von 89,7 Trilliarde Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Neues Geld, gepaart mit einer neuen Politik sind die Mittel, um der Hyperinflation den Garaus zu machen.

13. März 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.