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Die gerichtliche Teilungsversteigerung: So stellt man den Antrag

Der Trend bricht nicht ab: Immer häufiger müssen sich die Gerichte mit Teilungsversteigerungen befassen:

Insbesondere die gestiegene Ehescheidungsrate hat in den letzten Jahren zu einem drastischen Anstieg der Zahl der durchgeführten Teilungsversteigerungsverfahren geführt.

Aber auch wenn Erbengemeinschaften hoffnungslos zerstritten sind und eine gütliche Einigung nicht mehr möglich erscheint, bleibt nur noch der Gang zum Versteigerungsgericht.

Die Miteigentümer zerstrittener Eigentümergemeinschaften stehen dabei oft allein da. Gute Berater sind dünn gesät. Auch Rechtsanwälte kennen sich im Versteigerungsrecht zumeist nicht zuverlässig aus.

Ziel von gerichtlichen Teilungsversteigerungen

Ziel des Verfahrens ist es, das mehreren Eigentümern gehörende Grundstück in Geld umzusetzen.

Dadurch wird die Auseinandersetzung vorbereitet:

Das nicht teilbare Grundstück soll in einen teilbaren Erlös umgewandelt werden, über dessen Aufteilung sich die Miteigentümer dann nach dem Versteigerungstermin einigen müssen.

Die Gemeinschaftsform, die in der Praxis am häufigsten auseinander gesetzt wird, ist die Bruchteilsgemeinschaft.

Bei ihr besteht das Eigentum an einem Grundstück aus mehreren voneinander unabhängigen Miteigentumsanteilen, die einzeln übertragen oder belastet werden können.

Als Miteigentümer sind Sie mit Ihrem konkreten Anteil als Eigentümer im Grundbuch eingetragen. Meistens sind Eheleute an einem Grundstück in Bruchteilsgemeinschaft berechtigt.

Jeder Miteigentümer kann unabhängig von der Größe seines Anteils jederzeit die Aufhebung der am Grundstück bestehenden Gemeinschaft verlangen.


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Gerichtliche Teilungsversteigerung für Erben

Erbengemeinschaften und Gesellschaften bürgerlichen Rechts, letztere werden auch BGB-Gesellschaften genannt, können sich ebenfalls im Wege der Teilungsversteigerung auseinander setzen.

Allerdings steht Ihnen als Miterbe oder Gesellschafter das Eigentum am Grundstück nicht in der Form von Miteigentumsanteilen, sondern „in Gemeinschaft zur gesamten Hand“ zu.

Im Gegensatz zur Bruchteilsgemeinschaft kann der Miterbe oder Gesellschafter über seine Beteiligung am Grundstück daher nicht allein verfügen, sie weder übertragen noch belasten.

Im Grundbuch sind die Teilhaber nicht mit ihren konkreten Erb- oder Gesellschaftsanteilen, sondern lediglich „in Erbengemeinschaft“ oder in „Gesellschaft bürgerlichen Rechts“ als Eigentümer eingetragen.

Als Erbe in einer Erbengemeinschaft können Sie, wie bei der Bruchteilsgemeinschaft, grundsätzlich jederzeit die Auseinandersetzung verlangen.

Als Gesellschafter einer BGB- Gesellschaft dagegen nur dann, wenn Sie die Gesellschaft zuvor, zum Beispiel durch Kündigung, aufgelöst haben.

Die Kündigung müssen Sie gleichzeitig mit dem Versteigerungsantrag dem Gericht vorlegen und den Nachweis erbringen, dass alle Mitgesellschafter das Kündigungsschreiben erhalten haben.

Achtung: Gegenstand der Teilungsversteigerung kann jede Immobilie sein. Dazu gehört auch die mehreren Miteigentümern in Bruchteils- oder Gesamthandsgemeinschaft gehörende Eigentumswohnung.

Wer den Versteigerungsantrag stellen kann

Die Teilungsversteigerung setzen Sie nur auf Antrag in Gang.

Antragsberechtigt ist grundsätzlich jeder Miteigentümer. Unabhängig von der Größe Ihres Anteils können Sie gegen die übrigen Miteigentümer die Teilungsversteigerung betreiben.

Es ist nicht erforderlich, dass die übrigen Miteigentümer dem Verfahren zustimmen.

Erst recht müssen Sie nicht vorab gegen die Miteigentümer auf Zustimmung zur Aufhebung der Gemeinschaft klagen, denn:

Ein Urteil ist für die Anordnung der Teilungsversteigerung nicht erforderlich. Auch eine Begründung für Ihren Antrag müssen Sie nicht liefern.

Mehr zum Thema: Die gerichtliche Teilungsversteigerung: Das sind die Kosten

Wann die gerichtliche Teilungsversteigerung ausnahmsweise unzulässig ist

Die Teilhaber einer Bruchteilsgemeinschaft können vereinbaren, dass das Recht, die Aufhebung der Gemeinschaft zu verlangen, für immer oder auf Zeit ausgeschlossen sein soll.

Dieser so genannte Auseinandersetzungsausschluss macht die Teilungsversteigerung unzulässig.

Ist die Vereinbarung als Belastung der Miteigentumsanteile im Grundbuch eingetragen, muss der Rechtspfleger Ihren Antrag auf Teilungsversteigerung zurückweisen.

Ergibt sich der Auseinandersetzungsausschluss nicht aus dem Grundbuch, kann das Versteigerungsgericht ihn nicht beachten. Die übrigen Miteigentümer müssen sich dann der Versteigerung mit einer Klage widersetzen.

Auch die Mitglieder einer Erbengemeinschaft können den Ausschluss des Auseinandersetzungsanspruchs vereinbaren oder bereits durch eine Bestimmung im Testament gehindert sein, die Aufhebung der Gemeinschaft zu verlangen.

Hat der Verstorbene Testamentsvollstreckung angeordnet, kann nur der Testamentsvollstrecker die Teilungsversteigerung betreiben.

Ist im Grundbuch ein Vermerk über die angeordnete Testamentsvollstreckung eingetragen, gibt der Rechtspfleger dem Antrag eines Erben auf Anordnung der Teilungsversteigerung daher grundsätzlich nicht statt.

Co-Autor: Thomas Keilhäuber

19. April 2001

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.