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Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV): Wie wird sie definiert?

Die sogenannte Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ist ein wichtiger Bestandteil eines jeden Jahresabschlusses von Unternehmen. Darin werden die Aufwendungen und die Erträge innerhalb der jeweiligen Periode gegenübergestellt, um die Differenz bzw. das Unternehmensergebnis zu ermitteln.

Unternehmen bzw. Kaufleute sind sogar laut dem Handelsgesetzbuch dazu verpflichtet, eine Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) zu erstellen. Denn diese Aufstellung gibt auch Aufschluss darüber, woher die Erträge des Unternehmens stammen bzw. wie die Verluste zustande gekommen sind.

Diese Informationen sind insbesondere für Anleger wichtig, da diese so erkennen können, wie erfolgreich das Unternehmen investiert und ob es seine Schulden tilgen kann.

Gewinn- und Verlustrechnung (GuV): Definition und Details

Allerdings ist Rechnung nicht gleich Rechnung: So können die Unternehmen zwischen 2 Verfahren wählen und die Gewinn- und Verlustrechnung entweder im Rahmen des Gesamtkosten- oder des Umsatzkostenverfahrens erstellen. Beide Möglichkeiten sind zulässig, auf internationaler Ebene wird allerdings das Umsatzkostenverfahren bevorzugt.

Wählt das Unternehmen das Gesamtkostenverfahren (GKV), werden sämtliche Kosten sämtlichen Erträgen gegenübergestellt. Es werden also alle Ausgaben mit allen (auch nicht abgesetzten) Leistungen verglichen und dabei jeweils zu Unterpunkten wie zum Beispiel Abschreibungen oder Personalkosten zusammengefasst.

Im Gegensatz dazu stellt das Umsatzkostenverfahren (UKV) die Kosten lediglich den dazugehörigen, tatsächlich verkauften Leistungen bzw. Produkten gegenüber. Sind die jeweiligen Einheiten noch nicht abgesetzt worden, werden sie nicht als Erträge bzw. Aufwendungen erfasst. Außerdem wird in Funktionsbereiche, unter anderem auch Forschungs- und Entwicklungskosten, eingeteilt.

So kommt Unternehmen A, das das Gesamtkostenverfahren anwendet, womöglich zunächst zu einem Rohergebnis von 12 Mio. €, während Unternehmen B mithilfe des Umsatzkostenverfahrens ein Bruttoergebnis vom Umsatz in Höhe von 5 Mio. € erwirtschaftet. Im weiteren Verlauf gleichen sind allerdings das Betriebsergebnis (zum Beispiel 3 Mio. €) und schließlich der Jahresüberschuss (2 Mio. €).

Wichtig dabei ist, dass die einzelnen Posten – weder beim Gesamtkosten- noch beim Umsatzkostenverfahren – grundsätzlich nicht bereits vorher miteinander verrechnet worden sein dürfen (sogenanntes Bruttoprinzip).

Außerdem gilt, dass zu jeder Position innerhalb der GuV auch immer die Vorjahreszahlen angegeben werden müssen. Ausgenommen davon sind allerdings Leerpositionen, wenn sie bereits im vorherigen Jahr nicht ausgewiesen wurden.

Handelt es sich bei dem Unternehmen um eine Aktiengesellschaft, muss diese zusätzlich im Anhang erklären, warum und inwiefern Kapital- und Gewinnrücklagen entnommen wurden.

Die Vorteile der monatlichen Rechnung: Transparenz und Fehlervermeidung

Obwohl die Gewinn- und Verlustrechnung laut Gesetz nur einmal jährlich eingereicht werden muss, erstellen und veröffentlichen viele Unternehmen siejeden Monat und kurz nach dem letzten Geschäftstag (auch Ultimo genannt). Dadurch wird einerseits mehr Transparenz gewährleistet, andererseits hat auch das Unternehmen selbst seine Finanzen so besser im Blick.

Denn Irrtümer und Fehler liegen in der Regel vor, wenn sich einzelne Posten innerhalb der Rechnung erheblich gegenüber den Werten des Vorjahres verändert haben – und fallen dementsprechend auch erst später auf, wenn sie jährlich erstellt wird.

Indem das Unternehmen die Veränderungen aber im Rahmen der monatlichen Gewinn- und Verlustrechnung frühzeitig erkennt, kann es darauf eingehen und Lösungen entwickeln, wie zum Beispiel anders investieren oder bestimmte Ausgaben erhöhen.

Insgesamt macht sich der Aufwand einer monatlichen Gewinn- und Verlustrechnung also bezahlt, da einerseits die eigenen Finanzen optimiert und andererseits die Anleger besser informiert werden – und dementsprechend auch weiterhin in ein gut organisiertes Unternehmen investieren werden.

2. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.