Bei den heftigen Umwälzungen, die der Klimawandel verursacht, wird es in der Wirtschaft Gewinner und Verlierer geben. Aus Anlegersicht lohnt sich natürlich vor allem der Blick auf die Gewinner des Klimawandels.
Hier können Sie schon jetzt zwischen direkten und indirekten Gewinnern unterscheiden. An vorderster Front werden sicherlich Unternehmen vom Klimawandel profitieren, die helfen, Schäden zu begrenzen oder zu reparieren.
Dazu zählen Unternehmen aus der Solar- und Windenergiebranche. Zudem dürfte der Sektor rund um sauberes Trinkwasser hier im Blickpunkt stehen.
Doch auch indirekt wird es Gewinner geben. Hierzu zählen Versicherungen oder auch die Bauindustrie. Noch etwas weiter entfernt vom eigentlichen Thema sind Betreiber von Aquafarmen, die die Weltbevölkerung angesichts stark schrumpfender Fischbestände mit Fisch versorgen.
Welche Unternehmen werden außerdem noch als Gewinner dastehen? Das werden die Unternehmen sein, die sehr früh die Bedeutung und die unausweichliche Härte dieser Veränderung erkennen werden.
Zusätzlich wird es sich auszahlen, wenn man als Unternehmen schon früh die Folgen des Klimawandels für seine Branche abschätzen kann und dann ernsthafte Schritte unternimmt.
Die verschiedenen Branchen werden von 2 Seiten betroffen: Zum einen durch den Klimawandel selbst, aber eben auch durch weit reichende gesetzliche Regelungen durch die Regierungen.
Hier ist der erst vor einigen Wochen verabschiedete Aktionsplan der EU ein erster Schritt. Weitergehende Ziele werden sicherlich noch folgen.
Wohin es dabei gehen kann, zeigt schon jetzt Großbritannien, das im internationalen Vergleich eine Art Führungsrolle übernommen hat: Bis 2050 wird auf der britischen Insel der CO 2-Ausstoß um 50% gesenkt.
Im Folgenden stellt Ihnen der „Geldanlage-Berater“ 2 Branchen genauer vor, die sehr stark von den Folgen des Klimawandels betroffen sein werden: Der Automobilsektor und technologische Großkonzerne.
Europäische Auto-Branche fährt hinterher
Ohne Frage steht die Auto-Branche in den kommenden Jahren vor weitreichen Umwälzungen. Dabei liegt der europäische Auto-Sektor im internationalen Vergleich deutlich zurück.
Sollte sich hier nicht schnell etwas ändern, dann gehören die großen europäischen Konzerne zu den Verlierern des Klimawandels. Und hier geht es nicht um Entwicklungen, die erst in den nächsten 30 bis 50 Jahren eintreffen werden. Hier geht es ganz klar um den Verlust von Marktanteilen innerhalb der nächsten 5 Jahre.
Nun ist es nicht so, dass die europäische Automobilindustrie in der Vergangenheit nichts unternommen hat. Schon seit 1997 ist der CO 2-Ausstoß bei Neuwagen deutlich zurückgegangen.
Aber bei der Entwicklung von alternativen Antriebstechniken haben die europäischen Konzerne die Entwicklung verschlafen. Dazu zählen schon serienreife Lösungen in Form von Hybridantrieb oder auch noch zu entwickelnde Lösungen wie die Brennstoff-Zelle. Hier sind andere Konzerne wie Toyota wesentlich weiter.
Der Hybrid-Antrieb wird im „Prius“ schon seit 2005 weltweit angeboten. Selbst in den Fahrzeugen der konzerneigenen Luxusmarke Lexus gibt es seit Herbst 2006 die Möglichkeit, auf Hybridantrieb umzusteigen.
Auch bei alternativen Treibstoffen hinken europäische Hersteller hinterher. Dabei ist die Umrüstung von normalen Motoren auf den Flex-Fuel-Einsatz nicht sehr groß. Diese Motoren können sowohl mit herkömmlichem Treibstoff als auch mit einem Benzin-Ethanol-Gemisch fahren.
Schon heute liegt der Ethanol-Anteil in unserem Sprit bei rund 5%. Dieser wird in den kommenden Jahren auf mehr als 8% ausgebaut.
Mit Ford und Saab bieten immerhin schon zwei Hersteller diese Technologie auf dem deutschen Markt an. Mehr Informationen zum Ethanolmarkt finden Sie in dem Artikel „Alternative Energien – A 41“ in Ausgabe 7/2006.
Aus Branchensicht werden wohl die Hersteller von kleineren, Sprit sparenden Fahrzeugen zu den Gewinnern gehören. Dazu zählt der französische Hersteller Renault. Bei den deutschen Herstellern könnte es aber, durch die Ausrichtung auf große Modelle zu deutlichen Einbußen führen.
Technologieunternehmen – die großen Gewinner des Klimawandels
Auf den ersten Blick bieten vor allem Unternehmen aus dem Bereich erneuerbarer Energien Chancen, um von den Klimaveränderungen zu profitieren. Doch das greift zu kurz.
Auch internationale Großkonzerne, die in den verschiedensten Technologien tätig sind, werden vom Klimawandel profitieren. Sicherlich ist das Themengebiet nur ein Geschäftsfeld unter vielen, aber dennoch sichert es auch bei diesen großen Konzernen die Zukunftsfähigkeit.
Siemens macht Kohlekraftwerke sauberer
Ein Beispiel dafür ist Siemens. Der Münchener Konzern war bei uns in Deutschland vor allem wegen verschiedener Korruptionsfälle und der BenQ-Pleite in den Schlagzeilen. Doch dieses Weltunternehmen hat in Sachen Produktpalette auch Einiges zum Thema Klimaschutz parat.
Siemens zählt beim Bau von Kohlekraftwerken zu den führenden Herstellern weltweit. Auch wenn diese Energieform sehr viel CO 2-Emissionen ausstößt, wird aktuell viel Geld in die Weiterentwicklung gesteckt.
Dabei arbeitet Siemens an einer sauberen Lösung für die Zukunft. Es geht um die Verwandlung von Kohle in Gas, genauer gesagt um eine Kombination aus Vergasung und Gas- und Dampf- Kraftwerken, den so genannten GuD-Anlagen.
Diese neue Form der Kraftwerke wird von Fachleuten unter dem Oberbegriff „Integrated Gasification Combined Cycle (IGCC) zusammengefasst. Hier wird ein flüssiger oder auch fester Brennstoff in Gas umgewandelt, das dann in einer Gasturbine verbrannt wird.
Ein möglicher Grundstoff sind auch Raffinerierückstände, die auf diesem Weg relativ sauber verbrannt werden können. Das Marktpotenzial für neue IGCC-Anlagen schätzen Experten als riesig ein.
Checkliste: Geld verdienen mit Klimaschutz
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Der Klimawandel ist ein langfristiger Trend. Betrachten Sie daher Ihre Anlagen in diesem Sektor auch als langfristig. Einige Jahre Haltedauer sollten Sie mindestens einplanen.
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Als Modethema ist der Klimawandel auch an der Börse stärkeren Schwankungen unterworfen. Achten Sie daher besonders auf Ihre Risikostreuung.
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Bevorzugen Sie Fonds oder Basket-Zertifikate, die mit verschiedenen Aktien das Thema abdecken.
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Meiden Sie einzelne kleine Wachstumsunternehmen, die vielleicht vom Klimawandel profitieren könnten. Hier sind die Risiken weitaus höher. Auch im Sektor der internationalen Blue Chips, wie beispielsweise Siemens, gibt es zahlreiche Unternehmen, die mittel- bis langfristig vom Klimawandel profitieren werden.


