von Heiko Böhmer

Die Goldrallye, über die niemand spricht

Gold steigt auf Sechswochenhoch - wie lang geht die Goldrallye noch weiter?

Gold steigt auf Sechswochenhoch - wie lang geht die Goldrallye noch weiter?

Die Börsen rund um den Globus feiern einen sehr guten Jahresauftakt.

Denn es gab kaum noch schlechte Nachrichten aus den angeschlagenen Euro-Ländern.

Dadurch sind die Edelmetalle etwas aus dem Rampenlicht gedrängt worden. Zu Unrecht, wie gerade die Entwicklungen bei Gold zeigen.

Anleger achten derzeit nur auf die Aktienmärkte und vor allem auf den DAX. Zu Recht, denn der deutsche Leitindex hat in 2012 einen Traumstart aufs Börsenparkett gelegt. Wesentlich stiller ist es hingegen um die Edelmetalle geworden. Anleger schauen derzeit kaum auf die Rohstoffe.

Das ist ein Fehler, den Sie nicht machen sollten. Tatsächlich ist der Goldpreis Anfang dieser Woche sogar auf ein Sechswochenhoch gestiegen. In 2012 hat der Goldpreis über sechs Prozent an Wert gewonnen.

Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr, das als gutes Jahr für Goldinvestoren gilt, stieg das Edelmetall unterm Strich um elf Prozent (der Goldpreis notierte im September schon 35 Prozent im Plus, musste aber große Teile der Gewinn in der Herbstbaisse wieder abgeben).

Für die falsche Wahrnehmung der Börsianer zum Goldpreis gibt es drei Gründe: Zum Einen sind neue Hiobsbotschaften aus den südeuropäischen Anrainerstaaten ausgeblieben und die neuen Wirtschaftsdaten aus China und den USA fielen weniger schlecht aus als befürchtet wurde.

Der zweite Grund ist der US-Dollar, der zumindest gegenüber dem Euro stark an Wert gewonnen hat. Gold ist kein Rohstoff, sondern eine Währung und rückt verstärkt ins Blickfeld der Anleger, wenn der US-Dollar fällt. Doch die amerikanische Währung befindet sich gegenüber dem Euro seit gut neun Monaten in einem Aufwärtstrend.

Gold steigt auf Sechswochenhoch

Diese Entwicklung ist aber natürlich nicht auf einen starken US-Dollar zurückzuführen. Vielmehr sind die Märkte gegenüber dem Euro einfach noch negativer gestimmt. Sie kennen die alte Weisheit: „Unter den Blinden ist der Einäugige König“.

Damit sind wir schon bei der Marktpsychologie, die der entscheidende Faktor für den dritten Grund ist. Im Vergleich zu dem Raketenstart der Aktienmärkte sticht die Performance von Gold nicht richtig heraus. Dabei hat Gold die meisten Indizes mit Ausnahme des DAX und einiger China-Indizes outperformt.

Aber ein Plus von sechs Prozent bei Gold sieht deutlich beeindruckender aus, wenn die Aktienmärkte zehn oder fünfzehn Prozent im Minus liegen. Im Gegensatz zu den kurzfristig heiß gelaufenen Aktienmärkten, bin ich für Gold aber weiter bullisch gestimmt.

Die Stimmung beginnt gerade erst zu drehen. Die vergangene Woche war die erste Woche seit Monaten, in der die Commercials ihre Long-Positionen wieder moderat aufgestockt haben. Eine Übertreibung nach oben und überzogene Euphorie sehen anders aus.

Der Chart von Gold zeigt, dass das gelbe Metall am 29. Dezember eine mittelfristige Umkehrformation ausgebildet und seitdem einen schönen Aufwärtstrend etabliert hat. Eine kurzfristige Korrektur ist möglich. Aber ich bleibe dabei: Die Situation für Gold sieht besser aus, als es die Börsenstimmung vermuten lässt.

 
 
Bildquelle: Gina Sanders - Fotolia

Autor:

Heiko Böhmer

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