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Die Hüter des Schatzes – eine Depotbank-Definition

Mitunter ist es ziemlich anstrengend, Geld mit Wertpapieren und anderen Anlagen zu erwirtschaften.

Deshalb suchen sich viele Privatanleger professionelle Unterstützung, und zwar bei so genannten Kapitalanlagegesellschaften.

Depotbank als Verwalter und Treuhänder

Diese versprechen nicht nur, das ihnen anvertraute Vermögen zu verwalten, sondern es auch zu mehren.

Ein delikates Unterfangen, wenn man bedenkt, dass auch die Fondsbetreiber selbst möglichst hohe Gewinne verbuchen wollen.

Per Gesetz (§27 InvG) sind die Gesellschaften daher verpflichtet, eigenes Vermögen und das ihrer Kunden – das so genannte Fondsvermögen – zu trennen. Für alles, was den Fondskunden zuzurechnen ist, wird eine Depotbank benannt.

Sie ist quasi der Lagerist dieses Sondervermögens. Sie verwahrt Wertpapiere (Aktien, Zertifikate etc.) aber auch die liquiden Mittel eines Fonds.

Über die Depotbank werden auch die Käufe und Verkäufe abgewickelt, aus denen sich der Anlagemix eines Fondsinvestments ergibt.

Außerdem fungieren Depotbanken als Treuhänder im Dienste der Anleger. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat ihnen diverse Pflichten auferlegt, die die Marktgerechtigkeit sicherstellen sollen.

Neben der Verbuchung der Vermögenswerte zählt dazu auch deren (marktmäßige) Bewertung, die Ermittlung der Anteilspreise von Fonds und die Überwachung der Anlagegrenzen und –vorschriften.

Kontrolle im Wandel

Gerade die Kontrollpflichten haben im Laufe der Zeit zu erheblichen Veränderungen bei den Depotbanken geführt.

Die Kunden der Depotbanken, die institutionellen Anleger, entdeckten neue Produkte wie Swaps, Credit Default Swaps oder Medium Term Notes als Geldquellen, und die Treuhänder standen vor neuen Bewertungsaufgaben.

Veränderungen bei den Produkten führen zumeist auch zu strukturellen Veränderungen bei denen, die damit umgehen.

So hat sich auch der Markt der Depotbanken verändert. Ihre Zahl ist rückläufig.

Branchenbeobachter führen das aber nicht nur auf die zunehmende Komplexität der zu verwaltenden Vermögensgegenstände zurück, sondern auch auf eine Ausweitung des Tätigkeitsfeldes und ständig steigende Transparenzanforderungen.

Wettbewerb – Zahl der Depotbanken rückläufig

Die Bafin als zuständige Aufsichtsbehörde führte im Sommer 2012 insgesamt 50 Kreditinstitute mit Depotbanklizenz.

Dabei stellen Landesbanken und Sparkassen die meisten Anbieter. Große Banken – allen voran die Deutsche Bank – haben sich aus dem Geschäft zurückgezogen.

Fusionen oder Übernahmen ließen Dresdner Bank, Hypovereinsbank oder die BHF-Bank von der Liste verschwinden.

Die verbliebenen Depotbanken stehen infolge der Finanzkrise vor höheren Transparenzanforderungen. Zudem verlagern auch Kapitalanlagegesellschaften Aufgaben auf diese Dienstleister, um Kosten zu sparen.

Die Konsequenz ist ein intensiverer Wettbewerb um die Verwaltung der Anlegervermögen. Der deutsche Markt wird dabei auf fast 2 Billionen Euro geschätzt. Tendenz steigend.

Deshalb ist auch in Zukunft mit tiefgreifenden Veränderungen bei Aussehen und Aufgaben der Depotbanken zu rechnen.

13. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Marcus Schult. Über den Autor

Finanzen sind sein Leben: Mit dem richtigen Gespür für Wirtschaft- und Finanzthemen ausgestattet liefert der ehemalige ARD-Mann das richtige Know-How.

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