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Die jährliche Inflationsrate zeigt die Wertminderung des Geldes an

Nicht nur für Makroökonomen ist Inflation ein spannendes Gebiet. Auch Privatanleger müssen bei der Anlage ihres Geldes bei Banken die jährliche Inflationsrate mitberücksichtigen. Denn inflationsbedingt haben 100.000 € in 10 Jahren einen anderen Wert als heute.

Auch bei Vertragsabschlüssen sollte die jährliche Inflation berücksichtigt werden, da sich das wirtschaftliche Gleichgewicht durch Inflation stark verschieben kann. Für Sozialleistungsempfänger, Kreditnehmer, Arbeitnehmer oder Mieter ist dieses Phänomen deswegen ebenfalls wichtig.

Wie wird die jährliche Inflationsrate gemessen?

Das Wort Inflation ist lateinisch und bedeutet ins Deutsche übersetzt  „Sich-Aufblasen“ oder „Aufschwellen“. Gemeint ist mit dem Begriff Inflation die Verschlechterung der Kaufkraft des Geldes in Zusammenhang mit einer Erhöhung der Güterpreise. Inflation kann zum Beispiel durch Preisänderungen von Gütern berechnet werden, indem ein Warenkorb festgelegt wird und der Preis der Güter dieses Korbs von Jahr zu Jahr beobachtet wird.

Dieser Warenkorb steht dabei repräsentativ für einen Durchschnittshaushalt, der in Deutschland zum Beispiel mit 2,3 Personen kalkuliert wird. Auf Basis der Preise des Vorjahres werden dann die Lebenshaltungskosten ermittelt und die Steigerung berechnet. Im Warenkorb befinden sich sowohl Produkte des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel als auch langlebige Konsumgüter wie Autos. Da die Produkte nicht für jeden Konsumenten mit dem regelmäßigen Bedarf übereinstimmen, wird Inflation unterschiedlich wahrgenommen.

Gefühlte Inflation vs. tatsächliche Inflation

Produkte des täglichen Bedarfs schwanken eher im Preis als langlebige Konsumgüter, weshalb von einer breiten Bevölkerungsschicht die Inflation höher wahrgenommen wird, als sie tatsächlich ist. Insbesondere nach der Einführung des Euros im Jahr 2002 sind Güter des täglichen Bedarfs im Vergleich zu D-Mark-Zeiten im Preis gestiegen.

Für langlebige Konsumgüter galt dies nicht, was vielen Leuten aber nicht aufgefallen ist, da sie nur die Preise der Güter des täglichen Bedarfs wahrgenommen haben. Aus diesem Grund war die gefühlte Inflation zu dieser Zeit wesentlich höher als die tatsächliche.

Probleme, die Inflation mit sich bringen kann

Eine leichte Inflation von bis zu 5 % ist in Deutschland normal und kurbelt die Wirtschaft sogar an, da Leute ihr Geld investieren und ausgeben möchten. Falls es nun aber zu einer schweren Inflation (mehr als 5 %) kommt, leiden viele Bereiche unter dem Wertverlust des Geldes. So führt eine schwere Inflation zur Senkung der Reallöhne und der Realeinkommen von Personen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind.

Bei Verträgen, die vor der Inflation abgeschlossen wurden, verschiebt sich das ökonomische Gleichgewicht. Schuldner stehen nach der Inflation besser da, während Gläubiger darunter leiden. Dies gilt für Mieten, Renten- und Pensionsansprüche und Unterhaltszahlungen.

Im Zuge der Deutschen Inflation von 1914 bis 1923 wurden Immobilienbesitzer fast gänzlich entschuldet, während der Staat das Nachsehen hatte, da die Immobilien ihren Wert behielten. Über die Hauszinssteuer wurde damals versucht, das Gleichgewicht wieder herzustellen.

Prinzipiell ist es die Aufgabe der Banken, wie zum Beispiel der Europäischen Zentralbank, die Preisstabilität zu gewährleisten.

9. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.