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Kapitalertragsteuer berechnen: Welche Einkünfte sind von Bedeutung?

Die Kapitalertragsteuer ist seit 2009 durch die Abgeltungssteuer ersetzt worden. Wurde vor 2009 noch dazu geraten, seine Kapitalertragsteuer möglichst selbst zu berechnen, wird sie nun als Abgeltungssteuer direkt von den Instituten wie Banken und Versicherungen einbehalten und an das Finanzamt weitergeleitet.

Die Berechnung der Kapitalertragsteuer war vormals eine eher komplizierte Angelegenheit. Der eingeführte einheitliche Steuersatz hat diese Berechnung stark vereinfacht. Ist dies für den Steuerzahler im Endeffekt ein Vorteil?

Die Kapitalertragsteuer wird durch die Abgeltungssteuer ersetzt

Die Kapitalertragsteuer ist eine Form der Einkommensteuer. Sie wird als Steuervorauszahlung auf mutmaßliche Einkünfte aus Kapitalanlagen gesehen. Anleger, die hohe Einnahmen aus ihren Kapitalanlagen erzielten, mussten vor 2009 oft mehr Prozente abführen als es mit der Abgeltungssteuer der Fall ist.

Je nach Art der Kapitalerträge lag die Kapitalertragsteuer zwischen 20 und 35% zuzüglich 5,5% Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls noch der Kirchensteuer. Mit der Einführung der Abgeltungssteuer wurde der Steuersatz der Kapitalertragsteuer vereinheitlicht.

Was ändert sich durch die Abgeltungssteuer?

Seit dem 1. Januar 2009 gilt nun die Abgeltungssteuer. Ein einheitlicher Steuersatz von 25% zuzüglich 5,5% Solidaritätszuschlag und eventuell der Kirchensteuer wird nun auf die Einnahmen aus Kapitalerträgen erhoben. Die komplizierte Berechnung der Steuern aus Kapitaleinnahmen entfällt.

Die Einkommenssteuer gilt mit dem Einbehalt der Kapitalertragsteuer als abgegolten. Diese pauschale Abgeltung ist für diejenigen Steuerzahler von Vorteil, die aufgrund erhöhter Einkünfte vorher einen höheren Steuersatz hatten zahlen müssen.

Die Kapitalertragsteuer gilt als Quellensteuer. Die Kapital auszahlenden Quellen wie Banken und Versicherungen behalten die Kapitalertragsteuer ein und führen es direkt ans Finanzamt ab. Eine Erklärung der Einkünfte gegenüber dem Finanzamt ist somit nicht mehr erforderlich.

Allerdings können so auch keine Werbungskosten, zum Beispiel für Wertpapierkredite abgesetzt werden, die vormals den Steuersatz reduzierten. Der einstige Werbungskostenpausch- und Sparerfreibetrag wurde ersetzt durch den Sparerpauschbetrag, der für Alleinstehende 801 € und für Verheiratete 1.602 € beträgt. Benachteiligt sind hier Steuerzahler, die ihre tatsächlichen Unkosten nicht mehr geltend machen können.

Weiterhin gilt: Die Kapitalertragsteuer wird nur dann erhoben, wenn der Freistellungsauftrag überschritten oder keine Nichtveranlagungsbescheinigung vorliegt. Ein niedrigerer Steuersatz ist zudem möglich, wenn eine Günstigerprüfung zu dem Schluss kommt, dass eine Einbeziehung der Kapitalerträge in das zu versteuernde Einkommen sich günstiger auswirkt als die Abgeltungssteuer mit ihren 25%.

Welche Einkünfte sind bei der Berechnung von Bedeutung?

Um die Kapitalertragsteuer berechnen zu können, muss geklärt werden, welche Kapitalanlagen überhaupt besteuert werden. Gewinne aus Aktien, Fonds und Unternehmensteilen sind zu besteuern. Zinserträge und Einnahmen, die von Banken gezahlt werden sowie Zinsen aus Wertpapieren und von Unternehmen ausgeschüttete Dividenden sind kapitalertragsteuerpflichtig.

Zudem sind noch Gewinne aus der Veräußerung von Dividenden oder Termingeschäften, verdeckte Gewinnausschüttungen, Erträge aus bestimmten Lebensversicherungen etc. zu nennen. Prinzipiell sind alle Erträge aus Kapitalanlagen, Dividenden und Wertpapiergewinne von der Kapitalertragsteuer, jetzt Abgeltungssteuer, betroffen.

1. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.