Noch vor einigen Jahren galten offene Immobilienfonds als richtig sichere Anlageform.
Doch die Finanzkrise hat diese Fonds in eine schwere Krise gestürzt.
Selbst ehemalige Topfonds wie der CS Euroreal oder der SEB ImmoInvest sind schon seit geraumer Zeit eingefroren.
Doch hier muss bald etwas geschehen: Beide Fonds haben noch bis Mai Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Entweder werden die Fonds dann wieder für Investoren geöffnet oder aber sie werden für immer schließen müssen.
In den vergangenen Wochen haben die Verantwortlichen der Fonds auf jeden Fall weiteres Vertrauen verloren. Denn die schon für Ende 2011 angekündigten Wiedereröffnungen konnten nicht stattfinden. Kein Wunder: In der aktuellen Marktphase ist es eben immer noch schwierig, die Immobilienportfolios zu bereinigen.
Und auch Branchenkenner gehen weiterhin von einer schwierigen Zukunft aus. So erklärte jetzt Matthias Danne, der Immobilien – und Finanzvorstand der Dekabank, das „das Sterben bei den offenen Immobilienfonds in Deutschland weitergehen wird.“
Danne bezweifelt auch, dass die beiden große eingefrorenen Fonds wieder eröffnen werden. Diese Fonds gehören auf jeden Fall zu den Schwergewichten mit einem Volumen von jeweils 6 Mrd. Euro.
Wenn es tatsächlich zu einem endgültigen Schließen dieser Fonds kommen sollte, wäre das schon en heftiger Schlag für die gesamte Branche.
Meiden Sie offene Immobilienfonds
Diese Anlageklasse passt auch grundsätzlich nicht zu meiner Strategie. Mir ist es wichtig, dass Sie als Anleger flexibel bleiben können, auch wenn sich in einer Krise die Lage an den Finanzmärkten sehr schnell verändert.
Wenn es gut läuft, bieten diese Fonds einen einfachen Weg zu sicheren Renditen. Doch wie so viele andere Anlagen ist das Modell nicht krisenfest. Das hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt.
Wenn viele Anleger auf einmal große Summen aus dem Fonds abziehen, bleibt den Betreibern in den meisten Fällen nichts anderes übrig, als den Fonds zu schließen.
Die im Fonds enthaltenen Immobilien können eben nicht über Nacht verkauft werden und so einen Ertrag erzielen. Überhaupt hat es sich für viele Fondsanbieter als großes Problem herausgestellt, überhaupt Käufer zu finden.
Wenn dann geht das nur über große Abschläge – auch das schmälert dann die Rendite. Bedenken Sie: Noch im Jahr 2007 lag die durchschnittliche Rendite der 21 größten offenen Immobilienfonds bei 6,4% pro Jahr. 2012 sackte dieser Wert auf nur noch 0,38% ab.
Das ist ein bedrohlicher Abstieg, der einmal mehr unterstreicht, dass diese Anlageklasse zur Absicherung nun nicht mehr wirklich geeignet ist. Ein besonders drastisches Beispiel ist der Morgan Stanley P2 Value.
Nach einem Verlust von 12% im Jahr 2009 ging es 2010 sogar noch mal um fast 40% nach unten. Da bleibt von der früher versprochenen Sicherheit nicht mehr viel übrig.



