MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Die K+S AG im Interview: Zuversichtlich an der Börse

Die K+S AG, Privatpersonen als einer der größten Anbieter von Auftausalzen bekannt, ist einer der weltweit führenden Anbieter von kali- und magnesiumhaltigen Produkten. Anwendung finden diese Produkte in der Landwirtschaft und in der Industrie.

Das letzte Jahr war durch Umbrüche am Kalimarkt für die K+S AG und deren Anleger eher als stürmisch zu bezeichnen.

Nach dem Aufbruch der Vertriebsgemeinschaft zwischen Uralkali und Belaruskali und Aussagen des damaligen Vorstandschefs der Uralkali, Wladislaw Baumgartner, gerieten die Kalipreise ins Rutschen.

Der ohnehin schon nicht allzu erfreulich laufende Aktienkurs der K+S AG brach ein und hat von Höchstständen bei knapp unter 60 € einen Fall bis auf die Marke von unter 16 € durchlebt.

Mit neuen Meldungen aus dem Umfeld von Uralkali und einem Sparprogramm bei K+S zieht der Aktienkurs wieder an. Also mehr als ein Grund, einmal direkt beim Unternehmen nachzufragen.

Rüdiger Dalchow von GeVestor.de sprach mit Herrn Thorsten Boeckers, Investor Relations-Leiter der K+S AG, über die aktuelle Situation des Unternehmens und dessen Zukunft.

GeVestor: Herr Boeckers, der Aufbruch der Vertriebsgemeinschaft zwischen Belaruskali und Uralkali hat, milde ausgedrückt, zu großen Unsicherheiten auf dem Markt geführt, was die Zukunft des Kalipreises betrifft. Nun scheint – auch durch die neue Führungsspitze bei Uralkali – wieder etwas Ruhe in den Markt zu kommen. Inwieweit haben die Spekulationen um einen stark fallenden Kalipreis die Planungen der K+S AG beeinflusst und inwiefern kann man von einer Entspannung der Situation sprechen?

Thorsten Boeckers: Es handelt sich ja nicht nur um Spekulationen, sondern die niedrigeren Preise, die durch unseren russischen Wettbewerber in die Welt gesetzt wurden, sind ja durchaus auch in der Realität angekommen, wenn auch nicht in der extremen Ausprägung wie zunächst vom Markt angenommen.

Das trifft uns als Unternehmen, das mit vielen seiner Produkte vom Kalipreis abhängig ist, natürlich sehr. Wir haben zuletzt eine Prognose für das operative Ergebnis (EBIT I) für den Konzern von „mehr als 600 Mio. €“ für das Jahr 2013 veröffentlicht. Zu Beginn des Jahres waren wir noch optimistischer.

Aber auch in dieser schwierigen Phase hat sich das diversifizierte Portfolio von K+S als Vorteil erwiesen. Nicht nur, dass wir im Salzgeschäft gut aufgestellt und ein starker Spieler weltweit sind, auch unser Geschäftsbereich Kali- und Magnesium-Produkte steht für weit mehr als nur Düngemittel.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Wir liefern neben Produkten für die Industrie (z.B. für die Kunststoff-Produktion) auch in die Pharma- und Lebensmittel-Industrie. Lediglich die Hälfte des Volumens im Bereich Kali- und Magnesium-Produkte konkurriert überhaupt mit den russischen oder kanadischen Wettbewerbern. Das wollte natürlich während der Chaostage niemand hören. Da wir aber nicht müde werden dies zu betonen, erkennen selbst die Skeptiker langsam auch wieder, was sie bei K+S bekommen.

GeVestor: Auch schon vor den „Unruhen“ durch Uralkali und Belaruskali stand der Kurs der K+S AG unter Druck. Ein Grund ist auch die steigende Kostenstruktur, der die K+S AG ja nun mit einem Sparprogramm entgegenwirken will. Schon in 2014 sollen 150 Mio. € eingespart werden, in den nächsten 3 Jahren rund 500 Mio. €. In welchen Bereichen kann und soll eingespart werden, ohne das Geschäft zu belasten?

Boeckers: Bei den Kosten werden leider – selbst von den Profis – häufig Äpfel mit Birnen verglichen. So werden beispielsweise die hohen Logistikkosten unserer Wettbewerber völlig ausgeblendet.

Wir sind da sehr transparent und zeigen in unseren Angaben der Kosten je Tonne alle Kosten, inklusive Transport und sogar den Abschreibungen. Wenn Sie diese Methodik auf unsere Wettbewerber anwenden, werden Sie sehen, dass die hohen Abstände schnell schrumpfen.

Dennoch ist es für K+S wichtig, sich für die kommenden Jahre besser aufzustellen. Neben den Kosteneinsparungen optimieren wir auch unsere Organisations-Strukturen, etwa in unserer Zentrale in Kassel.

Wir gehen davon aus, dass die Einsparungen gut zur Hälfte im Geschäftsbereich Kali- und Magnesium-Produkte generiert werden. Rund 1/3 kommt aus dem Salzbereich und der Rest aus der Verwaltung, IT und den Ergänzenden Aktivitäten.

GeVestor: In geschätzten 35 Jahren sind die Kalivorkommen in Deutschland abgebaut. Das Legacy-Projekt in Kanada ist, wie es scheint, für die K+S AG von entscheidender Bedeutung. Könnten Sie unseren Lesern das Projekt und das damit verbundene Potenzial etwas näher erläutern?

Boeckers: Legacy, so der Projektname, verschafft uns Zugang zu hochwertigen Kalireserven für die nächsten Generationen und verlängert dadurch die durchschnittliche Lebensdauer unserer Bergwerke erheblich.

Außerdem können wir unsere Produktionskosten nicht nur stark reduzieren, sondern auch wesentlich flexibler gestalten. Das liegt vor allem daran, dass wir dort mittels „Solution-Mining“ den Rohstoff gewinnen können. Wir betreiben dort also kein klassisches Bergwerk, sondern spülen das Kali aus dem rund 1.500 Meter tiefen Flöz.

Und operativ macht Legacy gute Fortschritte. Wir haben wichtige Verträge, wie z.B. den Vertrag für den Bahntransport von unserem Werk zum Hafen an der kanadischen Westküste, unter Dach und Fach gebracht.

Außerdem hat der Abschluss des sogenannten „Basic Engineering“ – das ist die sehr detaillierte Feinplanung – ergeben, dass wir mit den veranschlagten 4.1 Mrd. Kanadischen Dollar auskommen und den Zeitplan einhalten werden.

GeVestor: Was die Kapitalbeschaffung betrifft, hat die K+S AG kürzlich durch die Ausgabe einer 5- und einer 8-jährigen Anleihe insgesamt 1 Mrd. € aufgenommen. Wie viel dieser nicht geringen Summe ist für die Durchführung des „Legacy-Projektes“ in Kanada gedacht und wie soll der Rest des Geldes verwendet werden?

Boeckers: Zunächst einmal ist es wichtig zu betonen, dass wir dank unserer durchaus starken Bilanz und dieser Finanzierungs-Maßnahme „durchfinanziert“ sind. Nicht wenige Spekulanten haben auf eine Kapitalerhöhung gesetzt – die werden enttäuscht sein.

Es ist beabsichtigt, die Mittel aus der Anleihe-Emission zur Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten, für allgemeine Gesellschaftszwecke und zur Finanzierung von Investitionen in das Legacy-Projekt zu verwenden.

GeVestor: Die K+S AG hat auch Produkte, die hochreinen Salze und Düngemittel, im Programm, die kein Kali enthalten. Stärkt dies die Wettbewerbsfähigkeit der K+S AG gegenüber anderen Marktteilnehmern noch zusätzlich?

Boeckers: Ja! Ich kann nur noch einmal betonen: Unser diversifiziertes Produktportfolio macht uns robuster. Zusätzlich verfügen wir über ein ausgewogenes Länderportfolio, welches uns Flexibilität bei regionalen Nachfrage-Schwankungen verschafft. Außerdem pflegen wir enge und langjährige Kundenbeziehungen weltweit. Wir sind das Unternehmen mit der längsten Historie im Kalibergbau.

GeVestor: Zum Abschluss müssen wir noch einmal auf den Verlauf des Aktienkurses von K+S zu sprechen kommen. Durch die Abschläge und die damit verbundene geringere Marktkapitalisierung könnte der K+S AG ein Ausscheiden aus dem DAX 30 drohen. Inwiefern ist dies intern ein Thema und was würden Sie dem K+S-Aktionär für 2014 gern mit auf den Weg geben?

Boeckers: Sehen Sie, wir freuen uns natürlich, Mitglied im DAX zu sein. Das sichert uns eine hohe Aufmerksamkeit, was nicht nur wichtig ist für die Kapitalbeschaffung, sondern auch, wenn es darum geht, Talente für unser Unternehmen zu gewinnen. Die Börse wird auch wieder die Vorteile von K+S erkennen und honorieren.

Letztlich ist es für uns als Unternehmen aber von hoher Priorität, unsere Aufgabenstellungen abzuarbeiten. Das haben wir in der Vergangenheit getan, als es um die Internationalisierung unseres Salzgeschäftes oder den Verkauf von Compo und unserer Nitrogen-Sparte ging. Das werden wir auch jetzt tun.

Wir haben unser Programm „Fit für die Zukunft“ gestartet und erste Maßnahmen in die Wege geleitet, wir haben erfolgreich 2 Anleihen platziert, und wir werden Legacy vorantreiben, um nur einmal die Punkte ganz oben auf der Agenda zu nennen. Das machen wir in unserem Unternehmen mit aller Konsequenz, aber auch mit dem erforderlichen Augenmaß.

Thorsten Boeckers, Leiter Investor Relations K+S AG

Wir bedanken uns herzlich bei Thorsten Boeckers, Leiter Investor-Relations der K+S AG, für diese interessanten Ein- und Ausblicke.

7. Februar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen. Seit 2011 führt sein Blog www.aktienhandel-einsteiger.de mit interessanten Fachartikeln und Interviews durch das Aktiendickicht.