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Die laufende Rendite ist wichtiger als der Nominalzins

Staats- und Unternehmensanleihen bieten auch dem Anleger teilweise noch recht hohe Renditen – und das bei einem überschaubaren Risiko. Oftmals wird aber nur auf den Nominalzins geachtet. Dabei liegt die wesentliche Aussagekraft für den Anleger in der laufenden Rendite.

Laufende Rendite ist, im Gegensatz zum Nominalzins, dynamisch

Der Nominalzins ist ein statischer Wert, der dem Anleger beim Erwerb einer Anleihe zugesichert wird. Man spricht hier auch vom Zinscoupon. Dieser Begriff stammt noch aus der Zeit, als die Anleihen tatsächlich in Papierform ausgeliefert wurden und der Anleger, meist einmal im Jahr, mit einem kleinen, abtrennbaren Stückpapier zur Bank gehen konnte, um seinen Zinsertrag einzulösen. Nominalzins berechnen – wie es geht und was er aussagt

Für den Anleger ist jedoch wichtig, welche Rendite er mit seinem Investment erzielt. Es kommt also nicht auf die reinen Zinsen an, sondern darauf, welche Rendite am Ende erzielt wird. Die laufende Rendite ist in ihrer Berechnung etwas komplexer als die einfache Renditeberechnung für andere Anlageformen. Im Folgenden werden wir die Berechnung und die Einflussfaktoren für die laufende Rendite näher beleuchten.

Laufende Rendite: Einflussfaktoren

Wie oben erwähnt, ist die laufende Rendite dynamisch. Das heißt, sie verändert sich, je nachdem, wie sich verschiedene Einflussfaktoren verändern. Diese Einflussfaktoren sind die Restlaufzeit, der Rückzahlungskurs, die Höhe des Zinscoupons und der aktuelle Kurs der Anleihe. Die ganz exakte Berechnung der laufenden Rendite ist eine mathematisch komplexe Angelegenheit. Mit der folgenden Formel ist aber eine hohe Annäherung an den exakten Wert möglich.

 Formel für laufende Rendite

Die oben genannten Einflüsse müssen nun in eine Formel gebracht werden, um die laufende Rendite zu ermitteln. Hierbei verwenden wir die Kürzel:

  • LR = laufende Rendite
  • i = Nominalverzinsung
  • n = Restlaufzeit
  • R = Rückzahlungswert
  • AK = aktueller Kurs

Die Formel für die laufende Rendite lautet:

LR = (i + (R – AK) / n) * 100 / AK

Laufende Rendite und aktueller Kurs

Der veränderlichste und größte Einflussfaktor ist hierbei der aktuelle Kurs. Kauft ein Anleger beispielsweise eine Anleihe unterhalb des Nennwertes, so kann er neben der Nominalverzinsung zum Ende der Laufzeit zusätzlich noch Kursgewinne realisieren. Die Rendite setzt sich dann aus Nominalzinsen und Kursgewinnen zusammen. Da die laufende Rendite sich aus der gesamten, auf die Laufzeit verteilten Rendite ergibt, steigt sie an. Andersherum ist es, wenn eine Anleihe über dem Nennwert erstanden wird. Hier schmälert sich dann die Rendite insgesamt und auch die auf die Laufzeit verteilte laufende Rendite.

Immer auf die laufende Rendite achten

Der Anleger sollte bei dem Investment also nicht nur auf den verbrieften Nominalzins achten. Der aktuelle Kurs einer Anleihe bietet die Möglichkeit, die laufende Rendite für das jeweilige Wertpapier zu ermitteln. Auch wenn diese Rechnung ein wenig kompliziert erscheint – es lohnt sich, gerade bei länger laufenden Anleihen.

4. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen. Seit 2011 führt sein Blog www.aktienhandel-einsteiger.de mit interessanten Fachartikeln und Interviews durch das Aktiendickicht.