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Die Leo Kirch-Gruppe: Geschichte eines Medienimperiums

Die Leo Kirch-Gruppe war über lange Zeit eine der bestimmenden Größen in der deutschen Medienlandschaft. Die Rechte an vielen Hollywoodfilmen waren nur über eines der Unternehmen von Leo Kirch zu erlangen. Filmverleih, eigene Fernsehsender und die Kontrolle über die BILD-Zeitung. Die Kirch-Gruppe hatte wirtschaftlichen und politischen Einfluss wie kaum ein anderes Unternehmen in Deutschland.

Der Startschuss zum Aufbau der Kirch Gruppe fällt 1955

Der noch nicht ganz 30 Jahre alte Leo Kirch gründet 1955 die Sirius Film GmbH.  Kirch erkennt sehr früh das Potential, welches das neue Medium Fernsehen bietet, sein Plan ist es Lieferant für die Filme zu werden, die im Fernsehen gezeigt werden sollen. Ein Jahr später kauft er mit geliehenem Geld die ersten beiden Filme in Italien. Besonders der Erfolg des Fellini-Films „La Strada“ ermöglicht ihm seine Vision weiter wachsen zu lassen.

1959 wird die Beta-Film gegründet und Kirch kauft über 400 Filme in Hollywood. Er baut seine Beziehungen zu den Studios von Time Warner und United Artists weiter aus. Als 1963 die Taurus-Film gegründet wird ist die Kirch-Gruppe bereits das bedeutendste Unternehmen für den Filmrechte Handel in Deutschland. Das ZDF besitzt zu dieser Zeit keine eigenen Kontakte in Hollywood und ist so auf die Filme angewiesen, die die Unternehmen der Kirch-Gruppe anbieten.


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Die 1980er Jahre: Das Privatfernsehen und der Einstieg bei Springer

Die Kirch-Gruppe wächst und es entsteht ein verschachteltes System an Unterfirmen. 1984 wird die PKS gegründet, die „Programmgesellschaft für Kabel-  und Satellitenfernsehen“, aus der kurz darauf der Fernsehsender SAT1 hervorgeht. In den folgenden Jahren erweiter sich SAT1 um die Fernsehsender ProSieben, N 24, Kabel 1 und DSF (heute die ProSieben SAT1 Mediagroup).

Die Kirch Gruppe hat somit Kontrolle über die komplette Verwertungskette von Filmrechten und eine einzigartige Machtposition in der deutschen Fernsehlandschaft. Außerhalb des Fernsehens erhöht die Kirch-Gruppe ihren Einfluss indem 1985 eine 10% Beteiligung am Axel Springer Verlag erworben wird.

Die 1990er Jahre: Das Pay-TV und erste Wolken am Horizont der Leo Kirch Gruppe

Die ersten Versuche der Kirch-Gruppe zusammen mit der zum Bertelsmann-Konzern  gehörenden RTL-Group einen Bezahlsender in Deutschland aufzubauen, scheitern durch Auflagen des Kartellamtes.  Die Kirch-Gruppe baut den analogen Bezahlsender „Premiere“ weiter aus, um ihn 1999 mit  dem digitalen Angebot von DF1 zu „Premiere Word“  (heute Sky Deutschland AG) zusammenzuschließen.

Es werden große Summen für die Übertragungsrechte von Sportveranstaltungen wie der Bundesliga und der Formel 1 investiert. Doch das Konzept Pay-TV schlägt in Deutschland nicht mit dem erwarteten Erfolg ein. Es kommen erste Gerüchte auf das Teile der Kirch-Gruppe ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können.

Mittlerweile hat die Kirch-Gruppe ihren Anteil am Axel Springer Verlag auf 40% erhöht und  Einfluss auf Zeitungen wie „Bild“ und „die Welt“.

Nach der Jahrtausendwende bröckelt die Leo Kirch Gruppe

Im Jahr 2001 macht die Rückforderung eines Kredits der Dresdner Bank in Höhe von 900 Millionen D-Mark Schlagzeilen. Es verdichten sich die Gerüchte um Zahlungsschwierigkeiten in der Kirch-Gruppe. Im Jahr 2002 meldet die Kirch-Media-AG Insolvenz an. Der Aktienkurs der zur Kirch-Gruppe gehörenden ProSiebenSat1 Media fallen von knapp 45,00€ auf 4,50€. Für Anleger die hier ihr Geld verloren besteht keine reele Möglichkeit die Verluste einzulagen. In folgenden Monaten gehen weitere Unternehmen in die Insolvenz und die Kirch-Gruppe wird zerschlagen.

Gründer Leo Kirch gibt die Hauptschuld am Zusammenbruch seines Imperiums dem Vorstandsprecher der Deutschen Bank. Rolf E. Breuer hatte in einem Interview öffentlich die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe in Frage gestellt.

Aufgrund dieses Interviews von Rolf E. Breuer verklagte Leo Kirch die Deutsche Bank. Es folgte ein Jahrelanger Rechtsstreit, der erst im Frühjahr 2014 durch einen Vergleich beigelegt wurde. Die Deutsche Bank zahlte im Rahmen dieses Vergleichs 775 Millionen € an die Erben des zwischenzeitlich verstorbenen Leo Kirch.

3. Februar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen. Seit 2011 führt sein Blog www.aktienhandel-einsteiger.de mit interessanten Fachartikeln und Interviews durch das Aktiendickicht.