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Die Merkantilistische Wirtschaft: Von Land zu Land verschieden

Der Merkantilismus bezeichnet verschiedene wirtschaftspolitische Ansätze, die während der Zeit des Absolutismus bzw. der Frühmoderne, also zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert, entstanden.

Durch Invention in Staat und Wirtschaft sollten die nationale Wirtschaftskraft gesteigert und mehr Staatseinkünfte erwirtschaftet werden.

Merkantilismus in Frankreich – Geschichte

Der Begriff des „merkantilen Systems“ wurde 1763 vom Franzosen Gabriel de Riqueti, Marquis de Mirabeau, geprägt.

Zurückzuführen ist er auf lateinische sowie italienische bzw. französische Begriffe (mercari für „Handel treiben“ bzw. mercantile für „kaufmännisch“).

In Frankreich wird der Merkantilismus auch als Colbertismus bezeichnet. Grund dafür ist der französische Begründer Jean-Baptiste Colbert, Marquis de Seignelay. Er war Finanzminister unter Sonnenkönig Ludwig XIV.

Mehr zum Thema: Merkantilismus – Definition eines strapazierten Begriffs

Dieser Colbertismus zeichnete sich dadurch aus, dass die gewerbliche Wirtschaft gefördert wurde, während man die Landwirtschaft vernachlässigte.

In diesem Zusammenhang wurde auf Zentralisierung und Vereinfachung gesetzt.

Entscheidungskompetenzen wurden zentralisiert, ein einheitliches Zoll- und Marktgebiet sowie eine gewerbefördernde Infrastruktur geschaffen.

Außerdem fanden Einschränkungen statt, indem eine Steuerreform vorgenommen und Produktionsvorschriften, Preistaxen sowie ein Ausfuhrverbot für Nahrungsgüter durchgesetzt wurden.

Speziell das Ausfuhrverbot sollte positive Konsequenzen mit sich bringen. Den Bürgern war es nun nur noch gestattet, inländisch produzierte Nahrung zu kaufen, wodurch die inländische Wirtschaft gestärkt werden sollte.

Des Weiteren ging man davon aus, dass die Preise und schließlich auch die Löhne sinken würden.

Merkantilismus in England: Bullionismus

In England wiederum wurde der Merkantilismus auch Bullionismus genannt. Diese Formulierung geht auf die englische Bezeichnung des Goldbarrens (engl. bullion) zurück.

Mehr zum Thema: Gold bietet Chancen

Dabei förderte man vor allem den Außenhandel und verfolgte das Ziel einer dauerhaft aktiven Handelsbilanz.

Basis für dieses Vorgehen waren der große Wert, den man Edelmetallreserven beimaß. Diese waren gleichbedeutend mit nationalem Wohlstand.

Auch in diesem Zusammenhang wurde der Import auf Rohprodukte beschränkt und von Edelmetallen, Devisenbewirtschaftung und Importzöllen gänzlich unterbunden.

Währenddessen wurde der Export anderer Produkte gefördert. Dazu zählten beispielsweise Fertigwaren.

Nach der Navigationsakte von 1651 wurde außerdem jeglicher Transport auf englische Schiffe beschränkt.

Merkantilismus in Deutschland: Kameralismus

Der deutsche Merkantilismus ist auch als Kameralismus bekannt. Zurück geht dieser Begriff auf den „Kameralisten“, den hohen Beamten im „Kammerkollegium“ eines Fürsten in Deutschland.

Im Gegensatz zum Merkantilismus in anderen Ländern verfolgte man in Deutschland vor allem das Ziel, das durch den Dreißigjährigen Krieg zerstörte Land wieder aufzubauen („Peuplierung“).

Ein weiteres Ziel war die Vermehrung des fürstlichen Schatzes („camera principi“).

Nach der Besiedelung des Landes erfolgten der Ausbau der Infrastruktur und des Gewerbes. Auch in neu gegründete Manufakturen wurde dabei eingegriffen, wodurch die Grundsätze des freien Unternehmertums erheblich eingeschränkt wurden.

Der Kameralismus ging davon aus, dass eine fähige Zentralverwaltung das Wohl der Bürger garantieren sollte.

Dieser Grundsatz unterscheidet den Kameralismus vom Colbertismus, dem dieser ansonsten gleicht.

30. April 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.