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Die Niedrigzinsfalle bedroht Ihr Geld

Unter den Begriff „Zinsen“ fallen so viele unterschiedliche Dinge.

Daher ist es wichtig, sich diese verschiedenen Bestandteile genau anzuschauen, um zu verstehen, wie es zum Rückgang des Zinses kommen konnte, den wir nun schon seit geraumer Zeit erleben.

Für das genaue Verständnis ist es daher wichtig zu begreifen, woraus sich die Kredit-Zinsen überhaupt zusammensetzen.

Zusammensetzung der Kredit-Zinsen

Da ist einmal die Inflation, die direkt in den Zins eingepreist wird, um die Gläubiger vor Kaufkraft-Verlusten zu schützen.

Dazu kommt dann noch ein Risiko-Zuschlag, der den Gläubiger dagegen versichert, bei einem Bankrott des Schuldners seinen Kredit nicht mehr eintreiben zu können.

Dieser Zuschlag ist auch der Grund dafür, warum z. B. für Griechenland in der Eurokrise 2011 die Zinsen nach oben schossen, während sie gleichzeitig für Deutschland – trotz der gleichen Währung – nach unten gingen.


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Das Risiko eines Verlustes war für Griechenland zu dem Zeitpunkt schlichtweg erheblich größer als für Deutschland, deshalb mussten die Griechen mehr Zinsen bieten, damit jemand deren Staatsanleihen kauft, als für deutsche Anleihen.

Aus dem gleichen Grund muss ein unsicherer Schuldner auch im Geschäftsleben erheblich höhere Zinsen zahlen als ein sicherer Schuldner oder einer, der ein Pfand – etwa eine Immobilie – als Sicherheit für den Kredit hinterlegen kann.

Bei negativen Realzinsen werden die Sparguthaben angegriffen

Da der Risiko-Zuschlag für Deutschland mit der besten Bonitätsnote AAA sehr gering ist, spielt er kaum eine Rolle.

Rechnet man dann aus dem heutigen Zins die Inflationsrate heraus, bleibt ein Realzins von nur noch 0,1 % übrig, während es Anfang der 80er-Jahre noch 4 bis 5 % waren.

Doch genau um diesen Realzins geht es, wenn man die Zins-Entwicklung näher untersuchen möchte. Dahinter steht die Gleichung: Realzins = Kapitalzins – Inflationsrate – Risikozuschlag.

Dabei ist der Realzins eine Größe, welche durch Angebot und Nachfrage nach Krediten entsteht: Boomt die Wirtschaft und werden viele Kredite von Unternehmen nachgefragt, dann steigt der Realzins und umgekehrt.

Deshalb gilt die Regel: Je niedriger der Zins, desto weniger Kredite werden vergeben – ganz einfach, weil es sich für den Gläubiger immer weniger lohnt, Geld für fast umsonst zu verleihen.

Es kommt dann zu einer Kreditklemme.

Kreditklemme und Liquiditäts-Falle: Diese 2 Faktoren verschlechtern die Lage

Unter „Kreditklemme“ versteht man die Weigerung der Banken Kredite an die Wirtschaft zu vergeben. Gründe dafür sind mangelnde Rendite oder auch ein zu hohes Ausfallrisiko.

Eng verbunden damit ist die sogenannte „Liquiditätsfalle“.

Dieser vom Ökonom John Mayard Keynes entdeckte Effekt beschreibt einen Zustand, in dem eine Zins-Senkung der Notenbank nicht mehr dazu führt, dass der Wirtschaft über die Banken mehr Geld zur Verfügung gestellt wird, sondern dass – im Gegenteil – mangels Rendite immer weniger Kredite vergeben werden.

Genau in diese Falle führen die heutigen Niedrigzinsen:

Je mehr das Zinsniveau durch die Notenbanken noch künstlich gesenkt wird, umso weniger Kredite werden vergeben und desto mehr gelangt die Wirtschaft in Europa in die Krise…

11. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.