Mit den neuen Geldschwemmen an den Märkten sinkt das Vertrauen in Schuldner dramatisch. Die Rating-Agenturen stufen Staaten hinab, bis zu vier Schritte traf es Portugal. Wenn Sie sich daher um Ihre Vorsorge Gedanken machen, liegen Sie sicher richtig. Ein ideales Depot gibt es zumindest aus "wissenschaftlicher" Sicht nicht. Sehr wohl aber können Sie sich für Ihre optimale Vermögensaufteilung an den Erfolgreichsten orientieren. An Profi-Privatdepots, wie "Family Offices" sie haben. Hier Ihre Hinweise.
Family Offices: das große Privatvermögen ist vorsichtig
So genannte "Family Offices" verwalten privates Vermögen, wenn dieses schon stark angewachsen ist und professioneller Verwaltung bedarf. In dem Sinne betreiben auch Family Offices Vorsorge - wie Sie, wenn Sie etwa selbstständig oder freiberuflich sind oder privat für das Familienvermögen Verantwortung übernehmen. Family Offices arbeiten nach denselben Prinzipien - und können daher aktuell ein wertvoller Ratgeber für Sie sein.
Denn: Family Offices beschäftigen für ihre weit reichenden Entscheidungen ebenso wie Sie es theoretisch können auch Bankberater. Dies sind jedoch in der Regel die besten des Hauses. Dafür erhalten diese Berater und deren Banken höchste Provisionen. Family Offices gelten als "vermögend" ab Anlagevolumina in Höhe von 50 Millionen Euro.
Nur ein Rechenbeispiel: dürften Sie als Berater 50 Millionen Euro verwalten oder zumindest beraten und erhielten 1% Provision, sind dies 500.000 Euro. Mit anderen Worten: eine ganze Arbeitskraft, selbst wenn die gut bezahlt ist.
Erfahrung und Beratung nutzen
Den Anlageentscheidungen von Family Offices können Sie daher allgemein vertrauen. Diese treffen vielleicht nicht immer die besten Entscheidungen, die Struktur aber stimmt. Bedenken Sie: im Durchschnitt sollen Family Offices sogar etwa 600 Millionen Euro verwalten. Schließen sich mehrere Vermögen zusammen, wächst der Durchschnittsbetrag laut Studien sogar auf 1 Milliarde Euro bis hinauf auf 1,6 Milliarden Euro.
Deren Aufteilung wird dann interessant: auch für Ihre Vorsorge, da hier nicht das Volumen entscheidet, sondern die Struktur. Für Sie ein Überblick über die durchschnittliche Aufteilung, deren Erfahrung und Beratung Sie damit kostenfrei nutzen können.
- Aktien machen in solchen Depots regelmäßig etwa 25% aus
- Anleihen-Investitionen belaufen sich ebenfalls auf 25%
- Immobilien haben einen Stellenwert von 21%
- "Sonstige" und alternative Anlagen (so auch Beteiligungen in anderer Form als Aktien) machen 19% aus.
Neue Anlageform: ETFs - börsengehandelte Fonds
Eine weitere interessante Erkenntnis liefert die Studie einer Fondsgesellschaft, der “iShare”. Danach investieren gerade “Family Offices” zunehmend in ETFs. Dies sind börsengehandelte Fonds (“Exchange Traded Funds”).
In Zahlen: 30% aller Anlagen vollziehen Family Offices inzwischen über diese Fonds. Möglichkeiten gibt es reichlich, auch für Sie. Denn: ETFs haben sich geradezu wie Sand am Meer vermehrt. Inzwischen sollen weltweit 136 Anbieter existieren, die Ihnen auch weltweit die Investition ermöglichen werden.
Mehr als 2.600 ETFs stehen dabei zur Auswahl. Die Fonds verwalten ein Vermögen in Höhe von mehr als 1,4 Billionen US-Dollar. Dieses verwaltete Vermögen wächst von Jahr zu Jahr derzeit mit einer Zuwachsrate in Höhe von 34%. Der Anteil an Aktienfonds gerade bei ETFs liegt inzwischen bei deutlich über 70%.
Achtung: Family Offices mögen “wahre Werte”
Bevor ich aus den Daten einige Schlüsse ableite, noch eine letzte Zahl: Die Family Offices kaufen in erster Linie so genannte “voll replizierende” ETFs oder Indexfonds, wenn diese passiv auf nur einen Index lauten. 70% entscheiden sich für diese Variante, nur 30% für die alternativen “Swap”-basierten Fonds.
Hinter den voll replizierenden Fonds steckt das sicherere Konzept. Diese Fonds kaufen tatsächlich alle Aktien, die in einem Index zusammengefasst sind. Ein Dax-Fonds etwa wird in einer sehr indexnahen Zusammenstellung nicht nur die 30 Dax-Aktien abbilden, sondern auch deren Gewichtung berücksichtigen.
Die “Swap”-Fonds hingegen kaufen nicht die Wertpapiere - hier Aktien - des zugrundeliegenden Indizes, sondern kaufen Derivate. Das heißt in der Praxis: diese Fonds kaufen Wertpapiere, welche die Entwicklung des Indizes abbilden sollen.
Der Vorteil, den diese “synthetischen” Strategien versprechen, bezieht sich auf die Kosten. So argumentieren die Anbieter: es sei kostengünstiger, auf diese Weise einen Index abzubilden, der sich in der Zusammensetzung permanent ändert. Weder Währungs- noch Tauschkosten tragen die Fonds und damit die Anteilseigner.
Auf der anderen Seite gehen Sie als Fondseigner dann das theoretische Risiko ein, dass im Insolvenzfall statt der erwarteten Aktien (oder anderer Wertpapiere) plötzlich Derivate zum Bestand Ihres Vermögens gehören.
Family Offices haben sich entschieden
Zwischen diesen beiden Argumenten haben sich Family Offices daher bei ETFs entschieden. Die sicherere Variante, die tatsächliche Abbildung im Fondsvermögen ist der deutliche Favorit.
Damit präsentiere ich Ihnen das Gesamtergebnis der Profi-Privatvermögen:
- Das optimale Investment enthält derzeit etwa 25% Aktien, 25% Anleihen, 21% Immobilien und “sonstige”
- 10% des Vermögens halten die Family Offices in Geld- oder “Cash”-Positionen.
- Immer mehr neuer Investments fließen in ETFs - börsengehandelte Fonds. Dabei können Sie auf Aktienfonds, Immobilienfonds (auch offene, börsengehandelte) sowie Rentenfonds zurückgreifen.
- Bevorzugen Sie die “full replication”-Fonds: diejenigen, die ganze Indizes mit realen Investments abbilden.
Meine Empfehlung: im “Neuen Deutschen Geldanlagebrief” bevorzuge ich derzeit eine etwas höhere Aktienquote. Je mehr Vermögen Sie aber zur Vorsorge selbst verwalten, desto enger kann die Aufteilung des Depots sich den Family Offices nähern. Eine optimale Aufteilung gibt es nicht, das Ziel der Vorsorge aber erfüllt ein solches Privatdepot langfristig auch durch die Krise hindurch.
Das optimale Instrument für verschiedene Anlageideen sind ETFs tatsächlich. Daher empfehle ich auch Ihnen: wenn Sie nicht auf Einzelaktien setzen, kaufen Sie ETFs auf Indizes. Diese kosten mit 0,37% Management-Gebühren um etwa 1,5%-Punkte weniger als aktiv gemanagte Fonds.



