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Die Quellensteuer in Italien: Anrechenbar auf deutsche Steuerschuld

Deutschland hat über 100 Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) mit anderen Staaten. Diese völkerrechtlichen Verträge enthalten Regelungen, wie eine juristische oder natürliche Person besteuert wird, wenn sie auch im Ausland Einkünfte erzielt.

Damit soll, wie der Name der Abkommen schon besagt, eine Doppelbesteuerung von Steuerpflichtigen vermieden werden. Die Abkommen wirken sich dabei auch auf die nationale Quellensteuer aus.

Italien und Deutschland: Erstes Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) 1939

So ist in den Abkommen festgelegt, wie viel Prozent sich auf die Quellensteuer des jeweiligen Landes anrechnen lassen, also erstattet werden können. Bereits im Jahre 1939 entstand dazu das deutsch-italienische Abkommen über Amts- und Rechtshilfe in Steuersachen.

1989 konzipierte man dann ein neues Doppelbesteuerungsabkommen (DBA), welches 1992 in Kraft getreten ist. Seit 2003 besteht auch ein italienisches Centro Operativo der Agenzia delle Entrate, also ein bestimmter Zweig des italienischen Finanzamtes, der sich mit Erstattungsanträgen Gebietsfremder befasst.

Außerdem fallen Freistellungs- und Erstattungsanträge von Gebietsfremden bezüglich Dividenden, Zinsen und anderer Verzinsungen der öffentlichen und privaten Schuldverschreibungen sowie ähnlicher Wertpapiere in dessen Zuständigkeitsbereich.

In einigen Ländern, wie Frankreich oder Schweden, ist es zudem möglich, Dividendenzahlungen noch vor Ausschüttung zu registrieren. Damit senkt man die ausländische Quellensteuer schon vorab. Normalerweise – ohne Vorabregistrierung – wird nämlich erst die Quellensteuer des Landes erhoben. Daraufhin muss sich der Steuerpflichtige selbst darum kümmern, diese wieder zurückzufordern.

In diesem Zusammenhang muss ein Antrag auf Rückerstattung beim jeweiligen ausländischen Finanzamt gestellt werden.

Seit 2009 werden Quellen- und Abgeltungssteuer als Kapitalertragsteuer gegengerechnet. Dieses Verfahren hat somit die bisherige Regelung abgelöst, wonach der Steuerpflichtige die im Ausland erhobene Quellensteuer innerhalb seiner Veranlagung geltend machen konnte.

In die neue Berechnungsmethode fließt der Teil der ausländischen Quellensteuer, der zurückgefordert werden kann, nicht mit ein. Neben Deutschland bestehen noch DBA zwischen Italien und weiteren Staaten, wie den EU-Ländern sowie Russland, der Türkei, der Schweiz, Mexiko, Neuseeland, Island, Japan, den USA und Kanada.

Die Quellensteuer in Italien: Anrechnung auf Dividenden und Zinsen

Im Allgemeinen beträgt die nationale Quellensteuer in Italien 20%. In diesem Zusammenhang sind nach dem deutsch-italienischen DBA allerdings 15% darauf anrechenbar. In Bezug auf Zinszahlungen muss allerdings differenziert werden: Einerseits beträgt die italienische Quellensteuer auf Zinsen 20%.

Andererseits sind Zinsen aus öffentlichen Anleihen, Schuldverschreibungen italienischer Banken und börsennotierter Gesellschaften aufgrund des zwischen Deutschland und Italien bestehenden Abkommen über Informationsaustausch von Steuern befreit.

Auf sonstige Zinszahlungen sind 10% anrechenbar, falls keine Befreiung vorliegt. Des Weiteren besteht laut DBA-Protokoll ein volles Besteuerungsrecht des Quellenstaates auf Dividenden und Zinsen aus Rechten oder Forderungen mit Gewinnbeteiligung.

Weitere Voraussetzung ist allerdings, dass diese bei der Gewinnermittlung des Schuldners der Dividenden oder Zinsen abzugsfähig sind.

5. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.