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Die Risiken der Garantiezertifikate

Es klingt verlockend, beinahe zu gut, um wahr zu sein: Anlegen ohne Risiko. Aber auch die vermeintlich sicheren Garantiezertifikate bergen Risiken.

In Zeiten der schlechten Wirtschaftsleistung und unsicheren Kursen greifen immer mehr Anleger in den vergangenen Jahren zu dieser Anlegeform. In der Theorie klingen Garantiezertifikate nach einer Investition ohne Risiko, kleinere Verluste sind jedoch auch hier möglich.

Garantiezertifikate fast ohne Risiko

Mit Garantiezertifikaten können Anleger in die verschiedensten Basiswerte investieren. Üblich sind beispielsweise Zertifikate auf Aktien und Aktienindizes. Sie garantieren in jedem Fall, dass der Kunde am Ende der Vertragslaufzeit zumindest den Kapitaleinsatz zurück erhält.

Verluste sind so zunächst einmal ausgeschlossen. Im Gegenzug müssen Inhaber eines Garantiezertifikats jedoch auf einem Teil der Rendite verzichten, den der Anbieter für sich einbehält.

Dieser prozentuale Anteil, der Partizipationsrate genannt wird, wird bereits zu Beginn der Laufzeit festgelegt.

Die Renditechancen im Beispiel

Als Beispiel: Frau Meier investiert in ein Garantiezertifikat auf die Aktie der Salzstangen AG, die momentan bei 10€ notiert. Die Partizipationsrate wird auf 60% festgelegt.

Nach dem Ende der Laufzeit kommt es nun wiederum auf den Kurs der Aktie an. Ist dieser gefallen, erhält Frau Meier ihre 10€ zurück.

Ist er hingegen gestiegen – sagen wir, um zehn Prozent auf 11€ – erhält sie zusätzlich zu ihrem Einsatz 60% des Anstieges ausbezahlt. In diesem Beispiel würde sie also 10,60€ zurück erhalten.

Mehr zum Thema: Weitere Beispiele zu Garantiezertifikaten

Gewinnorientierte Investoren werden sich von den vergleichsweise schlechten Renditen in den meisten Fällen abschrecken lassen.

Somit richten sich Garantiezertifikate eher an besonders sicherheitsorientierte Anleger, die die Risiken des normalen Aktienhandels scheuen. Wird das Zertifikat bis zum Ende der Laufzeit gehalten, drohen keinerlei Verluste.

Auch Garantiezertifikate bergen Risiken

Dennoch bergen auch Garantiezertifikate Risiken. Verluste können beispielsweise eintreten, wenn das Zertifikat nach einer langen Laufzeit keinen Gewinn erwirtschaftet hat.

Hier bekommen Anleger zwar ihr Geld zurück, fehlende Zinsen oder eine steigende Inflation können jedoch zu Verlusten Geführt haben – sogar im Vergleich mit der Einzahlung auf ein gewöhnliches Girokonto.

Außerdem gilt die Garantie der verlustlosen Rückzahlung nur, wenn das Zertifikat auch wirklich bis zum Ende der Laufzeit gehalten wird. Benötigt ein Anleger vorzeitig Geld, steigen die Verlust-Risiken der Garantiezertifikate signifikant an.

Mehr zum Thema: So verkaufen Sie Garantiezertifikate richtig

Mehrere Underlyings schaden der Performance

Im Gegensatz zu normalen Aktiendepots ist es bei Garantiezertifikaten übrigens auch nicht von Vorteil, mehrere Aktien zu bündeln. Mit jeder einzelnen Aktie, die dem Zertifikat zu Grunde liegt, steigt hier nämlich das Risiko an, dass sie die Gesamtperformance des Paketes nach unten zieht.

Anleger sollten vor allem bei Zertifikaten vorsichtig sein, die verschiedene Branchen und Länder zusammenfügen. Bricht nur eine Branche oder die Wirtschaft eines Landes ein, zieht dies die Rendite deutlich in den Keller – oder frisst diese sogar komplett auf.

Garantiezertifikate sollten daher genau geprüft werden, auch wenn die Risiken zunächst gering erscheinen.

5. April 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.