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Die Rückwärtskalkulation an einem Beispiel erklärt

Die Rückwärtskalkulation findet meist dann Anwendung, wenn der Markt den Preis für ein Produkt vorgibt. Händler können dann von diesem Verkaufspreis ausgehend berechnen, wie hoch ihr maximaler Einkaufspreis sein darf, damit sich das Geschäft noch lohnt.

Bei der Rückwärtskalkulation sind viele Positionen zu berücksichtigen. Wenn man die Rechnung an einem Beispiel durchführt, erweist sie sich jedoch als nicht besonders kompliziert.

Rückwärtskalkulation – ein Beispiel

Ein Elektronikhändler möchte einen hochwertigen Drucker verkaufen. Die Preise am Markt sind so gestaltet, dass der Händler den Drucker für höchsten 550 € verkaufen kann. Von diesen 550 € ausgehend muss er nun kalkulieren, wie hoch sein Einkaufspreis sein darf, damit sich der Verkauf des Geräts für ihn lohnt.

Zunächst muss die Umsatzsteuer von 19% abgezogen werden. Diese stellt einen vermehrten Grundwert dar, so dass die 550 € 119% entsprechen und 100% 462,18 € sind. Dies ist der Nettoverkaufspreis.

Gewährt der Händler seinen Kunden einen Rabatt – zum Beispiel bei Abnahme mehrerer Geräte – so wird auch dies berücksichtigt. Liegt der Rabatt bei 5%, ergeben sich dadurch 439,07 €. Dies ist der Zielverkaufspreis.

Darüber hinaus müssen mitunter Vertreterprovisionen oder ein Kundenskonto einberechnet werden. Bei einer Provision von 3% und Skonto von 2% werden 13,17 € und 8,78 € abgezogen, so dass man in Summe nun bei 417,12 € liegt. Dies ist der sogenannte Barverkaufspreis.

Der eigene Gewinn und die Handlungskosten

Weiter geht es mit dem eigenen Gewinn: Diesen hat der Händler mit 25% veranschlagt, was – ausgehend von 417,12 € – 83,42 € sind. Daraus ergibt sich der Selbstkostenpreis, welcher nun bei 333,70 € liegt.

Die Handlungskosten, also Kosten für Miete, Strom etc., schlagen mit 20% zu Buche. Man erhält den Einstandspreis von 278,08 €. Auch die Bezugskosten, die der Händler zahlen muss, um die Ware zu erhalten, sind zu beachten. Dies sind Liefer- oder Versandkosten – in diesem Beispiel 10 €. Damit ergeben sich 268,08 €.

Wie man sieht, fallen für den Händler eine ganze Reihe von Positionen an, die den maximalen Einkaufspreis drücken. Doch auch der Händler kann Rabatte beim Verkäufer oder Hersteller des Druckers bekommen, die sich nun in die andere Richtung auswirken.

Skonto und Rabatt

Auch für den Händler ist es möglich, bei dem Hersteller Skonto zu bekommen, da dies auch für den Hersteller große Vorteile haben kann. Zudem ist ein Lieferrabatt möglich. Der Elektronikhändler des Beispiels bekommt 2% Skonto und 6% Lieferrabatt.

Dies entspricht 5,47 € Skonto und nach Addition (diesmal geht das Skonto zugunsten des Elektronikhändlers) ergeben sich 273,55 €, was der sogenannte Zieleinkaufspreis ist. Die 6% Lieferrabatt (17,46 €) werden ebenfalls hinzuaddiert. Als Ergebnis erhält man 291,01 €. Dies ist der Listeneinkaufspreis und damit derjenige Preis, den der Händler zu zahlen bereit ist.

Sollte der Händler den Drucker nicht zu diesem Preis oder günstiger einkaufen können, so wird das Geschäft für ihn uninteressant. Es bleibt dann noch die Möglichkeit, über höhere Rabatte zu verhandeln oder Gewinneinbußen in Kauf zu nehmen.

Anhand dieses Beispiels kann man gut erkennen, wie sorgfältig kaufmännisch kalkuliert werden muss. Nur eine geringe Erhöhung des Einkaufspreises wirkt sich deutlich auf den Gewinn aus.

22. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.