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Die Schonzeit für Rentner ist vorbei – gesetzliche Änderung zum 1. Oktober 2009

In erster Linie sind Senioren mit zusätzlichen Einkünften wie Kapitalerträge oder Mieteinnahmen von Steuernachzahlungen bedroht, denn seit 2005 besteht eine Einkommenssteuerpflicht für Alterseinkünfte, die eine gewisse Einkommensgrenze überschreiten.

Die Träger der Rentenversicherung werden deshalb auch so genannte Rentenbezugsmitteilungen ans Finanzamt machen. An das Finanzamt wandern Informationen über den Rentenbetrag, der im Vorjahr ausgezahlt wurde sowie die Höhe der möglichen Rentenerhöhung. Dies betrifft auch Betriebsrenten, Direktversicherungen, private Rentenversicherungen sowie Pensionsfonds.

Falls Sie in Erfahrung bringen wollen, welche Daten von der Rentenversicherung an den Fiskus übermittelt wurden, können Sie beim Träger Ihrer Rentenversicherung eine Rentenbescheinigung anfordern.

Zunächst nur Stichproben

Es ist deshalb empfehlenswert, noch einmal akribisch nachzuprüfen, ob eine Steuerpflicht besteht. Gegebenenfalls lässt sich dann durch eine nachträglich eingereichte Steuererklärung für die Jahre 2005 bis 2008 dem Finanzamt zuvorkommen.

Bei einer Selbstanzeige droht keinerlei Steuerstrafe, deshalb sollten Sie gegebenenfalls sofort Kontakt zum Finanzamt aufnehmen. Allerdings kann schon allein aufgrund des chronischen Personalmangels bei den Finanzämtern die Massenkontrolle nicht sofort starten.

Es sollen deshalb zunächst lediglich stichprobenhafte Kontrollen durchgeführt. Steuersäumige Rentner können jedoch nicht mit einer Amnestie rechnen, da entsprechende Anträge durch Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) rigoros verneint wurde. Die Steuererklärung muss bis spätestens Ende Mai 2010 beim Finanzamt eintreffen.

Wann besteht Steuerpflicht?

Für Rentenempfänger gilt momentan ein Freibetrag von 7.834 Euro jährlich, der sich bei Ehepaaren entsprechend verdoppelt. Mindestens die Hälfte der Rente ist steuerpflichtig, die über diesem Freibetrag liegt.

Als Faustregel lässt sich sagen, dass eine Steuerpflicht bestehen könnte, wenn die Hälfte der jährlich bezogenen Rente über dem Freibetrag von 7.834 Euro liegt. Jedoch muss auch dann der jeweilige Fall im Detail geprüft werden.

Eine wichtige Rolle bei der Höhe der drohenden Steuernachzahlung spielt auch das Jahr, in dem die Rente begonnen hat: Wer in 2009 pensioniert wird, muss 58 Prozent seiner Rente versteuern – 2005 waren es hingegen ‚lediglich‘ 50 Prozent.

Steuerpflicht überprüfen

Bei  der Überprüfung auf eine Steuerpflicht unterstützen die Lohnsteuerhilfe-Vereine. Für eine optimale Beratung sollte neben den jährlichen Mitteilungen über die Rentenerhöhungen auch der Rentenbescheid mitgebracht werden.

Außerdem ist beim Bezug von Betriebsrente die elektronische Lohnsteuerbescheinigung sinnvoll. Außerdem werden Unterlagen über Mieteinnahmen, Kapitalsteuer sowie eventuelle Zinserträge benötigt.

Beratungsstellen der Lohnsteuerhilfe finden Sie im Internet unter www.lohi.de

Alternativ dazu können Sie auch unter 0800-7838376 (kostenlos aus dem deutschen Festnetz) anrufen und die Adresse eines Lohnsteuerhilfe-Vereins in Ihrer Nähe erfragen. Die Beratung durch den Lohnsteuerhilfe-Verein ist jedoch nicht kostenlos: Neben einer einmaligen Aufnahmegebühr von 15 Euro fällt noch ein jährlicher Beitrag an, der einkommensabhängig ist und zwischen 52 bis 236 Euro beträgt.

Großteil der Rentner muss keine Nachzahlungen befürchten

Sie sollten also diese Beratungshilfe nur dann in Betracht ziehen, wenn Sie nicht ohnehin durch einen Steuerberater vertreten werden und berechtigte Bedenken haben, dass Sie noch nachträglich zu Steuerzahlungen verpflichtet werden könnten.

Durchatmen können hingegen Pensionäre, deren Rente im durchschnittlichen Rahmen liegt: Sie müssen keine Steuernachzahlungen befürchten, sodass Entwarnung für den Großteil bundesdeutscher Rentner gegeben werden kann.

1. Oktober 2009

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Tino Hahn
Von: Tino Hahn.