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Die Spartenorganisation am Beispiel der Automobilindustrie

Der Begriff der Spartenorganisation ist zunächst recht abstrakt und theoretisch, was die Nachvollziehbarkeit erschwert. Wendet man dieses Modell jedoch an einem einfachen Beispiel an, so lässt sich schnell erkennen, was hinter dem Begriff steckt.

So wird es einfacher, die Struktur eines Unternehmens zu verstehen. Das kann vor allem für Anleger von Bedeutung sein, die vor einem Investment prüfen wollen, wie ein Unternehmen in welchen Bereichen aufgestellt ist.

Die Spartenorganisation kurz erklärt

Die Spartenorganisation wird meist von Unternehmen angewendet, die unterschiedliche Produkte herstellen oder vertreiben.

Im Kern werden bei einer solchen Unternehmensstruktur einzelne Teilbereiche gebildet, die sich auf einen bestimmten Unternehmensbereich konzentrieren. Hierbei kann es sich zum Beispiel um ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Produktgruppe handeln. Auch eine regionale Aufteilung nach Vertriebsregionen ist möglich.

Diese einzelnen Sparten werden separat von Geschäftsbereichsleitungen geleitet und arbeiten weitgehend eigenverantwortlich. Sie sind jedoch der Unternehmensstrategie und den Vorgaben der Unternehmensleitung unterworfen. Der Grad der jeweiligen Eigenständigkeit kann durchaus unterschiedlich sein.

Spartenorganisation am Beispiel der Automobilindustrie

Am Beispiel der Automobilindustrie lässt sie die Spartenorganisation gut erklären. In einem solchen Unternehmen kann eine Spartenorganisation sinnvoll sein, da die einzelnen Produkte durchaus unterschiedliche Ansprüche an Forschung, Entwicklung, Produktion und Vertrieb stellen.

Nun kann die Leitung des Gesamtunternehmens unter diesen Gesichtspunkten eine Gliederung in Sparten vornehmen. Denkbar wäre beispielsweise eine Aufteilung in die Teilbereiche Motorräder, Personenkraftwagen und Lastkraftwagen. Diese Produkte unterscheiden sich stark voneinander und es bietet sich deshalb an, dezentral an ihnen zu arbeiten.

Das hat den Vorteil, dass zum Beispiel die Entwicklungsabteilung der Sparte für Motorräder sich auch wirklich nur mit diesem Bereich befassen muss und so spezialisierter an diesem Produkt arbeiten kann. Darüber hinaus ist es möglich, dass die Spartenorganisation mehrstufig arbeitet. So ließe sich der Teilbereich PKW noch in weitere Sparten aufteilen: Kleinwagen, Mittelklassewagen, Oberklassewagen.

Doch man muss die Sparten nicht ausschließlich anhand des jeweiligen Produktes organisieren. Es können auch regionale Sparten gebildet werden.

Beispiel für Spartenorganisation nach Regionen

In verschiedenen Ländern und auf den verschiedenen Kontinenten werden mitunter unterschiedliche Ansprüche an Kraftfahrzeuge gestellt. Deshalb kann eine Unterteilung in regionale Absatzbereiche eine sinnvolle Maßnahme sein.

Kann sich eine Abteilung für Marketing und Forschung auf eine bestimmte Region konzentrieren, ist sie besser in der Lage, Kundenwünsche zu erkennen und umzusetzen. Der Markt kann einfacher beobachtet und es kann flexibler reagiert werden.

Der Nachteil kann natürlich sein, dass innerhalb eines Gesamtunternehmens Arbeiten doppelt verrichtet werden. So muss zum Beispiel genau geprüft werden, ob eine Abteilung „Marketing Motorräder Asien“ nötig ist oder es nicht effizienter wäre, eine Gesamtabteilung „Marketing Asien“ für Motorräder, PKW und LKW zu bilden.

Aus diesem Grunde sind bei Unternehmen häufig Mischformen anzutreffen, bei denen nicht stur an der Spartenorganisation festgehalten wird.

16. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.