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So funktioniert die Steuererklärung für Kleinunternehmer

Wer zu Beginn seiner Selbstständigkeit noch einen Umsatz unter 17.500 Euro im Jahr erwartet, kann sich als Kleinunternehmer eintragen lassen. Doch das ist nicht der einzige Punkt, auf den bei der Steuererklärung als Kleinunternehmer zu achten ist.

Die Steuererklärung als „echter“ Kleinunternehmer

Im Rahmen der Selbstständigkeit könnten gleich mehrere Steuererklärungen von einem Kleinunternehmer verlangt werden: Neben der Einkommenssteuererklärung fordert das Finanzamt gegebenenfalls auch noch eine Umsatzsteuererklärung, Gewerbesteuererklärung und Körperschaftssteuererklärung. Als „echter“ Kleinunternehmer muss man lediglich eine Einkommenssteuererklärung abgeben.

Die Kleinunternehmerregelung in §19 UStG

Wer als Kleinunternehmer gilt, regelt das Umsatzsteuergesetz im §19 Kleinunternehmerregelung. Demnach wird dem Kleinunternehmer freigestellt, ob er eine Umsatzsteuer erheben möchte oder nicht. Die Voraussetzung für diese Wahlfreiheit: Der Umsatz des vorangegangenen Kalenderjahres darf 17.500 € nicht überschritten haben und im weiteren Geschäftsjahr schätzungsweise nicht über 50.000 € liegen.

Sind diese Bedingungen erfüllt, kann sich der Kleinunternehmer vom Finanzamt von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen und muss vorerst keine Umsatzsteuer abführen. Achtung: Angenommen ein Freiberufler hat seine Tätigkeit im Juni begonnen und bis Ende des Jahres einen Gesamtumsatz von 12.000 € erwirtschaftet, gilt für diesen KEINE Kleinunternehmerregelung. Denn der Umsatz wird anteilig auf das Jahr hochgerechnet und läge somit bei 24.000 €.

Steuererklärungen, die für Kleinunternehmer gegebenenfalls noch anfallen

Unter Umständen könnte auch eine Gewerbesteuererklärung notwendig sein. Das gilt allerdings nur, wenn der Gewinn von 24.500 € überschritten wird und die selbstständige Tätigkeit nicht dem Status „Freiberufler“ zugeordnet werden kann. Darunter fallen zum Beispiel Berufsgruppen wie Journalist, Arzt oder Architekt.

Welche unternehmerische Tätigkeit außerdem unter die freien Berufe fällt, regelt § 18 EStG. Diese Berufsgruppen sind von der Gewerbesteuer befreit, auch wenn die Umsatzgrenze von 24.500 € überschritten wird.

Doch Vorsicht: Den Status Freiberufler gibt es nicht auf Lebenszeit. Wer seine freiberufliche Tätigkeit mit Leistungen vermischt, die keinem freien Beruf zugeordnet werden können, kann den Status verlieren. In diesem Falle könnte die Gewerbesteuer nachwirkend doch fällig werden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Landarzt noch ein kleines Ladengeschäft betreibt.

Bei einer selbstständigen Tätigkeit, die als Rechtsform eine GmbH oder AG hat, wird darüber hinaus noch eine Körperschaftssteuererklärung erforderlich. Übersicht:Muss ich diese Steuererklärung als Kleinunternehmer machen? Einkommenssteuererklärung: Ja.

Umsatzsteuererklärung:

  • Wenn der Umsatz im ersten Geschäftsjahr nicht über 17.500 € liegt und nach Schätzungen im nächsten 50.000 € nicht überschritten wird und die Befreiung von der Umsatzsteuer gewählt wurde: Nein.
  • Falls der Umsatz die Grenze von 17.500 € übersteigt oder sich von vorneherein gegen die Befreiung der Umsatzsteuererklärung entschieden wurde: Ja.

Gewerbesteuererklärung:

  • Der Umsatz liegt unter 24.500 €: Nein.
  • Die Tätigkeit fällt unter die freien Berufe nach § 18 EStG: Nein, nie.
  • Der Umsatz liegt über 24.500 € und die Tätigkeit fällt NICHT unter die freien Berufe: Ja.

Körperschaftsteuererklärung:

  • Das Unternehmen ist in seiner Rechtsform eine GmbH oder AG: Ja.
  • Das Unternehmen ist KEINE Kapitalgesellschaft: Nein.

6. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Sabrina Behrens
Von: Sabrina Behrens. Über den Autor

Sabrina Behrens beschäftigt sich seit Ihrem Schulabschluss mit den Themen Wirtschaft, Politik, private Finanzen, Vorsorge und Versicherung. In ihrer Tätigkeit als freie Journalistin in Berlin hält sie die Leser in diesen Bereichen regelmäßig auf dem Laufenden.