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Die USA auf Abschottungskurs – Hintergründe und Widersprüche

Verträge und Wirtschaftszonen wie Nafta oder TPP werden aufgekündigt, Unternehmen genötigt, in den USA zu produzieren und hohe Importzölle angedroht. „America first“, der Freihandel ist tot. Trump ruft den Protektionismus aus: Mauern hoch. Bezahlen sollen die anderen.

Einerseits sollte man sich als Anleger darauf einstellen, dass mit einem Konjunkturschub der Dollar steigt, was für Investments in den USA spricht. Ob aber das Konzept aufgeht, ist nicht nur in Amerika ein offenes Spiel. Es geht auch um die restliche Welt, die auf Freihandel setzt.

Trumps Protektionismus: Rückfall in vergessene Zeiten

Die Supermacht ist davon abhängiger als dem neuen Präsidenten lieb ist. Riskant sind nicht nur Kolleteralschäden. Halten andere Länder gegen, drohen Handelskrieg und militärische Reibereien. Im Weißen Haus stehen Konflikte mit China ohnehin auf der Agenda.

Dass Eskalationen letztlich allen schaden, zeigt der Blick in die Geschichte. Trumps Protektionismus ist ein Neo-Protektionismus, die Neuauflage eines einst gescheiterten Systems. Er war typisch für den Merkantilismus der ab dem 16. Jahrhundert den zwischenstaatlichen Handel als Mittel entdeckte, um auf Kosten anderer Länder zu gewinnen.

Der Schutz der heimischen Wirtschaft um jeden Preis ist nur eine Seite. Die andere ist eine aggressive Außenpolitik, welche die eigene Staatsmacht stärkt. So brachte England die portugiesische Wirtschaft zum Einbruch, verfügte, dass Importe nur mit eigenen Schiffen stattfinden durften und legte sich kriegerisch mit den Niederlanden sowie dem großen Rivalen Frankreich an.

Im Prinzip unamerikanisch

Ab dem 18. Jahrhundert erwies sich der Freihandel, der auf Wettbewerb setzt, als reibungsloser und effizienter. Er verschaffte auch England den Durchbruch zur Industrialisierung. Freier Handel auf Basis internationaler Verträge sollte Wachstum und Wohlstand fördern.

Trumps Protektionismus passt nicht zur Tradition der USA, deren Unabhängigkeit auf die Tea Party zurückgeht – die Reaktion auf die merkantilistische Ausbeutung durch die ehemaligen Kolonialherrn in London. Als Supermacht profitierte Amerika nach den letzten Kriegen vom Freihandel und schuf starke Partner mit gegenseitiger Abhängigkeit und wirtschaftlicher Verflechtung.

Dass dabei Ungleichgewichte im Außenhandel und Streitigkeiten entstehen, ist nicht neu. So wird das exportabhängige Deutschland schon lange mit der Forderung konfrontiert, seine Überschüsse zu bremsen. Zwar ist es kein Merkantilismus, wenn deutsche Produkte im Ausland gefragt sind, und die Bundesregierung kann keine Minderproduktivität verordnen. Doch würden massive Investitionen in die hiesige Infrastruktur den Überschuss zumindest drücken.

Darin besteht eine Chance nicht nur für Anleger. Es könnte zugleich Wind aus den Segeln des angriffslustigen Donald Trump nehmen, der sich offenbar auf oberflächliche Zahlen stürzt, um neben China auch Japan und Deutschland anzugreifen. Es muss sich zeigen, ob die angedrohten Einfuhrzölle von bis zu 35 % eher eine Einschüchterungstaktik sind, wofür einiges spricht.

Unausgegoren und widersprüchlich

Die Maximalforderungen, die sich plakativ an fertigen Produkten wie Autos aufhängen, wirken uneinheitlich und widersprüchlich. Abgesehen davon, dass BMW, Daimler oder VW, genauso wie übrigens Siemens tausende von Amerikanern beschäftigen und Milliarden an Steuern zahlen, ist in globalen Lieferketten der nationale Ursprung vieler Produkte kaum auszumachen.


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Auch stammen viele Zulieferteile in mexikanischen Fertigungsstätten aus den USA. Dort ist die Endproduktion schlicht zu teuer. Einen Ausweg sieht die deutsche Autoindustrie in einem speziellen Verfahren: Mit CKD (Completely Knocked Down) kann man Autos mit vorgefertigten Bausätzen im Bestimmungsland schnell und günstig montieren. Zölle werden nur auf die Teile fällig.

Und die sind in den Regeln der WTO definiert. Aber 35 % auf Autos aus Mexiko sind durch die Welthandelsorganisation nicht gedeckt. Obwohl die USA von der WTO profitieren, ist denkbar, dass sich Trump mit seinen Protektionismus darüber hinwegsetzt. Die EU könnte dann klagen und Härte zeigen. Handelsscharmützel sind dann natürlich nicht auszuschließen.

US-Produktion schließt Importlücke nicht

Doch Europa hat gute Karten. Die USA sind auf hochwertige Produkte aus dem Maschinenbau angewiesen. Die US-Produktion hat auf mittlere Sicht eine zu geringe Güte und Kapazität, um die Lücke zu schließen. Das gilt genauso für billige Alltagsprodukte aus China oder Textilien sowie Lebensmittel aus Mexiko. Und während Trump abschottet, werden weltweit neue Allianzen entstehen.

Sollte er zudem sein neues Steuerkonzept umsetzen, demzufolge Exporte steuerbefreit aber Importe nicht mehr von der Steuer absetzbar sind, wäre das ein Schlag etwa für Walmart. Das Sortiment würde dünner mit steigenden Preisen auf breiter Front. Der Handelsriese arbeitet mit anderen Konzernen massiv gegen die Abschottungspläne. Die Verbraucher müssten sie teuer bezahlen.

Viele haben Trump gewählt, weil er ein Jobwunder verspricht. Doch die Arbeitslosenquote liegt bei historisch niedrigen 4,6 %. Das sind 7,64 Mio. Jobsuchende. Und Trump will 25 Mio. neue Jobs schaffen. Dabei findet die Industrie schon jetzt keine Fachkräfte. Viele Arbeitslose sind gar nicht vermittelbar. Wie er das ohne die gehasste Zuwanderung aus dem Süden meistern will, ist ein Rätsel.

Mittelfristig dürften Inflation, Zinsen und Dollar steigen. Was dann wieder zum Streit mit Japan oder Deutschland führt, die ihre schwächere Währung auch nicht mal eben per Dekret manipulieren können. Trumps Hauruck-Aktionen werden den USA selber schaden. Da er sich aber als Heilsbringer präsentiert und hoch pokert, ist mit allem zu rechnen.

17. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.