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Die Vollmacht des Verwalters – Mustervollmacht inklusive

Dem Verwalter kann über die durch das Gesetz eingeräumte pauschale Vertretungsmacht hinaus durch ausdrückliche Vereinbarung, in der Gemeinschaftsordnung, im Verwaltervertrag oder durch einen Beschluss der Wohnungseigentümer eine weitergehende Vollmacht erteilt werden.

Zur ordnungsgemäßen Vertretung der Wohnungseigentümer genügt ein einfacher Mehrheitsbeschluss. Verwalter vertritt dann auch die überstimmten Wohnungseigentümer.

Üblich ist es, dem Verwalter eine generelle Vollmacht zum Abschluss der Rechtsgeschäfte zu gewähren, die im Rahmen der Verwaltung regelmäßig zu tätigen sind, beispielsweise:

  • Abschluss und Kündigung von Hausmeisterverträgen;
  • Abschluss und Kündigung von Mietverträgen über gemeinschaftliches Eigentum;
  • Abschluss von Versicherungsverträgen;
  • Abschluss von Werkverträgen über Reparaturarbeiten.

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Aus der Bevollmächtigung des Verwalters zum Vertragsabschluss entsteht aber nicht automatisch eine Ermächtigung zur Änderung oder Beendigung eines Vertrags.

Hinweis: Der Verwalter darf in einer Vollmacht nicht von den gesetzlichen Beschränkungen eines Insichgeschäfts befreit werden.

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) will Interessenkonflikte verhindern und verbietet deshalb einem Vertreter grundsätzlich mit sich selbst im Namen des Vertretenen oder mit einem Dritten, für den der Vertreter ebenfalls tätig ist, ein Rechtsgeschäft abzuschließen.

Beispiel: „Von den Beschränkungen des § 181 BGB ist der Verwalter nicht befreit“.

Der Verwalter legitimiert sich dann durch Vorlage einer Vollmachtsurkunde oder – falls die Vollmacht schon in der Gemeinschaftsordnung enthalten ist – durch deren Vorlage. Darüber hinaus kann jeder Eigentümer den Verwalter auch ermächtigen, für ihn in einer Eigentümerversammlung abzustimmen.

Muster: Verwaltervollmacht

Die unterzeichnenden Wohnungseigentümer der Eigentumswohnanlage (Adresse) erteilen Frau/Herrn (Name, Adresse) die Wohnungseigentümer bei der Verwaltung der Wohnungseigentumsanlage außergerichtlich und gerichtlich zu vertreten.

Die Vollmacht gilt gegenüber Behörden und privaten Einzelpersonen. Der Verwalter ist berechtigt, im Namen der Wohnungseigentümer Verträge abzuschließen und sonstige Rechtsgeschäfte vorzunehmen.

Er ist berechtigt, von den Wohnungseigentümern zu zahlende Geldbeträge einzuziehen und treuhänderisch zu verwalten.

Gegenüber säumigen Eigentümern soll er offene Forderungen im Namen der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer gerichtlich geltend machen. Der Verwalter soll für die Durchführung der Beschlüsse der Wohnungseigentümer und die Einhaltung der Hausordnung sorgen.

Der Verwalter hat für die ordnungsgemäße Instandhaltung und Instandsetzung des gemeinschaftlichen Eigentums zu sorgen. Er soll Leistungen und Zahlungen im Rahmen der laufenden Verwaltung im Namen der Eigentümergemeinschaft bewirken und entgegennehmen.

Dies gilt auch für Zustellungen und Erklärungen, die an die Eigentümergemeinschaft gerichtet sind.

Der Verwalter ist nicht berechtigt, die Vollmacht zu übertragen. Von den Beschränkungen des § 181 BGB ist er nicht befreit. Er ist nicht berechtigt, Grundbesitz zu veräußern oder zu belasten.

Beendigung der Vertretungsmacht

Mit dem Ende des Verwaltervertrags erlischt sowohl die gesetzliche als auch eine vertragliche Vertretungsmacht des Verwalters. Auch dem Verwalter erteilte Vollmachten zur Ausübung des Stimmrechts in der Eigentümerversammlung erlöschen regelmäßig mit dem Verlust der Verwalterstellung.

Hiervon ist auszugehen, da das besondere Vertrauen der Eigentümergemeinschaft nicht mehr von einem ausgeschiedenen Verwalter beansprucht werden kann.

Achtung: Wenn die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer wissentlich das Handeln eines über einen längeren Zeitraum gegen seine Befugnisse verstoßenden Verwalters toleriert, können die Eigentümer bei unberechtigt abgeschlossenen Verträgen nicht geltend machen, der Verwalter hätte ohne Vollmacht gehandelt (so genannte Duldungs- und Anscheinsvollmacht).

Die Eigentümergemeinschaft wird durch die abgeschlossenen Verträge verpflichtet.

1. Juni 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.