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Die Vorteile und Nachteile der Spartenorganisation

Bei der Unternehmensbeurteilung kommt es nicht immer nur auf die Zahlen des Gesamtkonzerns an. Auch ein Blick auf die einzelnen Teilbereiche eines Konzerns kann für Anleger durchaus interessant sein.

Bei der sogenannten Spartenorganisation werden von der Unternehmensleitung einzelne Teilbereiche (Sparten) gebildet. Dies kann unter Gesichtspunkten wie Produktgruppen, regionalen Absatzgebieten oder auch Kundengruppen geschehen.

Die einzelnen Sparten agieren dabei weiterhin unter dem Dach des Gesamtkonzerns. Die Unternehmensleitung legt also einen Rahmen in Form von strategischen Zielen und der Konzernausrichtung fest. Zentrale Finanz- und Personalentscheidung werden auch meist von der Unternehmensleitung getroffen.

Auf den ersten Blick erscheint eine Aufteilung in verschiedene Sparten durchaus sinnvoll. Es gibt jedoch auch Nachteile, die nicht von der Hand zu weisen sind.

Die Vorteile der Spartenorganisation

Ein großer Vorteil der Spartenorganisation ist, dass Gewinne oder Verluste gut lokalisiert werden können, da sie einfach der jeweiligen Sparte zugeordnet werden können. Dadurch hat der einzelne Mitarbeiter eine größere Verantwortung für den Erfolg oder Misserfolg der eigenen Sparte. Dies gilt als motivationssteigernd.

Die Spartenorganisation gilt aber auch deshalb als sinnvoll, da sie sich besser auf den eigenen Teilbereich spezialisieren kann. Eine Sparte, die sich nur mit einer bestimmten Produktgruppe beschäftigt, kann ein besseres und spezialisiertes Knowhow entwickeln.

Dieses Wissen kann außerdem vergleichsweise flexibel umgesetzt werden. Kleinere Einheiten lassen sich schneller und besser steuern und man kann gegebenenfalls schneller auf Veränderungen am Markt reagieren.

Darüber hinaus sind die einzelnen Sparten durch ihre Spezialisierung näher am Marktgeschehen. Sie kennen ihre Kunden besser, können schneller auf deren Wünsche reagieren. Auch das bessere Wissen um die Konkurrenz kann ein strategischer Vorteil sein.

Die Nachteile der Spartenorganisation

Die Gliederung in einzelne Sparten hat zur Konsequenz, dass ein höherer Bedarf an Führungskräften entsteht, die die einzelnen Teilbereiche leiten. Dies ist vor allem ein Kostenfaktor.

Ein weiterer wichtiger Aspekt wurde schon zuvor erwähnt: die Identifikation und Verantwortung des einzelnen Mitarbeiters für die eigene Sparte. Dies kann sich auch nachteilig auswirken, da eine Konkurrenzsituation zwischen den einzelnen Sparten entstehen kann.

Unter Umständen kann das dazu führen, dass wichtige Informationen innerhalb einer Sparte bleiben und nicht mit anderen Sparten geteilt werden. Dabei kann es sich beispielsweise um Knowhow oder Prozessoptimierungen handeln. Solch eingeschränkter Informationsfluss muss nicht mutwillig entstehen. Er kann auch schlichtweg die Folge von längeren Wegen sein.

Zudem sind verschiedene Maßnahmen zur Kostendämpfung nicht möglich. Produktionsstätten, Logistik und Verwaltung werden meist von jeder Sparte separat organisiert und sind nicht teilbar.

Ist eine Spartenorganisation sinnvoll?

Ob eine Spartenorganisation für ein Unternehmen sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Vor- und Nachteile müssen möglichst exakt gegenübergestellt werden. Damit eine Spartenorganisation überhaupt möglich ist, müssen die von einem Unternehmen hergestellten Produkte differenzierbar und damit in verschiedene Teilbereiche aufzuteilen sein.

Je breiter ein Unternehmen aufgestellt ist und je unterschiedlicher die Produkte sind, desto besser lässt sich eine Spartenorganisation vornehmen. Studien liefern Hinweise darauf, dass mit zunehmender Produktvielfalt immer mehr Unternehmen auf eine Spartenorganisation setzen.

12. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.