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Die wichtigsten Aktien-Kennzahlen: Vom Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bis PEG

Pünktlich zu Beginn der aktuellen Berichtssaison (in dieser Phase präsentieren die Unternehmen ihre Bilanz des Vorjahres oder aktuelle Quartalszahlen) möchte ich Ihnen heute die zwei wichtigsten Kennziffern rund um den aktuellen Aktienkurs im Verhältnis zum Unternehmensgewinn vorstellen.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das wohl am häufigsten herangezogene Kriterium bei der Aktienbewertung ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Es zeigt Ihnen an, mit welchem Vielfachen des Jahresgewinns ein Unternehmen an der Börse bewertet wird. Richtgröße für ein günstiges KGV ist 10, der Marktdurchschnitt liegt bei rund 15.

Ein niedriges KGV ist isoliert betrachtet aber nicht zwingend ein Kaufargument. Sind die zukünftigen Gewinnaussichten schlecht, oder ist die Verschuldung zu hoch (Bilanzprobleme), bietet die Aktie wenig Kurspotenzial. Hier die Formel, mit der Sie das Kurs-Gewinn-Verhältnis berechnen können: Der Gewinn kann sich auf bereits feststehende oder auf erwartete Gewinne beziehen.

In der Aktienanalyse, in der fast immer Schätzungen für die Zukunft betrachtet werden, spielt das KGV eine große Rolle. Das KGV ist in Fachkreisen jedoch nicht unumstritten. Der Grund: Der Jahresüberschuss, also die Grundlage der Berechnung, kann von den Unternehmen in die gewünschte Richtung gesteuert werden.

Legale Bilanzierungstricks können vom Management genutzt werden, um den Jahresüberschuss zu beeinflussen. Speziell die Rückstellungen und Abschreibungen werden sehr gern zur „Feinjustierung“ genutzt, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten. Das KGV ist daher immer mit einer gewissen Vorsicht zu genießen.

Zudem müssen Sie beachten, dass Gewinne nicht einfach so in die Zukunft fortgeschrieben werden können. Auswirkungen innerbetrieblicher Veränderungen sind ebenso zu beachten wie konjunkturzyklische Schwankungen sowie Veränderungen im Wettbewerb oder im Verbraucherverhalten.


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Auch Zinsentwicklungen und veränderte Produktlebenszyklen können eine Rolle spielen. In einigen Branchen kommen noch völlig unberechenbare Faktoren wie Wetter und politische Entscheidungen hinzu.

Rechenbeispiel Ebay

Das US-Unternehmen Ebay hat in dieser Woche die Zahlen für das Geschäftsjahr 2012 veröffentlicht. Wir wollen uns anschauen, wie das KGV aussieht: KGV mit 1,99 USD Gewinn je Aktie 2012 und aktuellem Kurs 52 USD:

52 : 1,99 = 26,13

Als nächstes wollen wir uns anschauen, wie das augenblickliche KGV unter Berücksichtigung des aktuellen Kurses und des von Ebay geschätzten Gewinns pro Aktie für das Jahr 2013 aussieht: KGV-Berechnung mit geschätztem Gewinn für 2013: Ebay erwartet für das Geschäftsjahr 2013 einen Gewinn pro Aktie von bis zu 2,75 US Dollar.

Bei einem aktuellen Kurs von rund 52 US Dollar sieht die Berechnung im optimistischen Szenario wie folgt aus: KGV (unter Annahme eines Gewinns pro Aktie von 2,75 US Dollar)

52 : 2,75 = 18,91

Wenn wir als Berechnungsgrundlage die von Ebay für 2013 angenommene Gewinnprognose von 2,75 US Dollar je Aktie verwenden, liegt das KGV für 2013 bei 18,91. Damit ist die Ebay-Aktie etwas teurer als der Gesamtmarkt.

Vor- und Nachteile beider Berechnungsalternativen

Ein Nachteil der Berechnung des KGVs mit dem Gewinn des Vorjahres ist, dass die Betrachtung im Grunde veraltet ist. Ein wesentlicher Vorteil dieser Berechnung ist jedoch, dass der Gewinn feststeht, da es sich nicht „nur“ um eine Prognose handelt. Der Nachteil der Berechnung unter Berücksichtigung des prognostizierten Gewinns ist, dass es sich „nur“ um eine Prognose handelt.

Es sind wie bereits erwähnt, mitunter starke Abweichungen nach unten und nach oben denkbar. Mögliche Einflussfaktoren dafür habe ich Ihnen bereits geschildert. Der Vorteil dieser Betrachtung ist, dass Sie dabei die aktuelle Gewinnentwicklung berücksichtigen, die für den Aktienkurs wichtiger ist als das Vorjahresergebnis.

Mein Tipp: Betrachten Sie beide KGV-Werte. Dann haben Sie gleich 2 Orientierungspunkte für die Frage, ob die Aktie teuer oder günstig ist.

Das Price-Earning to Growth-Ratio (PEG)

Eine Erweiterung des KGVs ist das Price-Earning to Growth-Ratio (PEG). Diese Kennzahl wird im Deutschen auch als Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis bezeichnet. Die Kennzahl setzt das KGV in Relation zum erwarteten Gewinnwachstum.

Als Faustformel gilt: Das PEG ist günstig, wenn das KGV maximal so hoch ist wie das erwartete Gewinnwachstum. Sind KGV und Gewinnwachstum identisch, liegt das PEG bei 1.

Die Überlegung dabei ist: Wenn ein Unternehmen den Gewinn pro Jahr zweistellig steigert, darf es auch höher bewertet sein als ein Unternehmen, das den Gewinn nur leicht steigert. Als Faustformel gilt: Ein Unternehmen, das den Gewinn pro Jahr regelmäßig um 30% steigert, darf auch ein optisch hohes KGV von 30 besitzen. Wächst das Unternehmen nur langsam, muss das KGV niedriger sein.

Fazit: KGV und PEG helfen Ihnen dabei, zukünftig eigenständig Aktien zu bewerten

Beide Kennzahlen haben Vor- und Nachteile. Es handelt sich aber – wie bereits erwähnt – um die beiden wichtigsten Kennzahlen im Zusammenhang mit dem Aktienkurs und dem Unternehmensgewinn. Wenn Sie mit diesen beiden Kennzahlen vertraut sind, haben Sie eine erste gute Grundlage, um Ihre Aktien künftig auch selbst beurteilen zu können.

17. Januar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.