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Die wichtigsten Aktienkennzahlen: Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Heute schreibe ich Ihnen kurz und kompakt alles Wissenswerte rund um das Thema Cashflow inklusive der wichtigen Aktien-Bewertungskennzahl KCV (Kurs-Cashflow-Verhältnis).

Zunächst möchte ich Ihnen erklären, warum das Thema Cashflow so wichtig ist: Für ein Unternehmen ist es relativ leicht, den Gewinn zu „beschönigen“. Wenn ein Unternehmen z. B. eine Immobilie aus dem Anlagevermögen veräußert, wirkt sich das positiv auf den Gewinn aus. Dieser Vorgang sagt aber rein gar nichts über die aktuelle oder zukünftige wirtschaftliche Situation des Unternehmens aus.

Wir als Aktionäre interessieren uns für das Ergebnis aus der sogenannten gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Wenn es sich bei unserem Unternehmen also nicht um eines handelt, welches im Kerngeschäft Immobilien veräußert, gehört ein solcher Verkauf natürlich nicht in den Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens.

Wenn wir uns ein um solche Effekte bereinigtes Ergebnis ansehen wollen, müssen wir uns den Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ansehen.  Es gibt verschiedene Cashflows. Die beiden wichtigsten stelle ich Ihnen jetzt vor.

Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (oder auch der operative Cashflow) gibt den Zahlungsmittelüberschuss (oder auch Gewinn) an, der im betrachteten Zeitraum durch das operative Geschäft erwirtschaftet wurde. Gewissermaßen stellt der Cashflow also das finanzielle Betriebsergebnis dar. Dies geschieht, indem der Gewinn um Größen bereinigt wird, die nicht dem operativen Geschäft zuzuordnen sind.

Das habe ich Ihnen oben schon kurz in meinem Immobilien-Beispiel versucht zu verdeutlichen. Andere eventuelle Größen, um die der Gewinn im Zuge der Cashflow-Ermittlung bereinigt wird, sind beispielsweise Abschreibungen, Rück stellungen, die Zu- oder Abnahme an Verbindlichkeiten oder die Zu- oder Abnahme an Vorräten und Forderungen.

Dem Cashflow kommt insbesondere auch in der Unternehmensbewertung eine große Bedeutung zu. Denn zu diesem Zweck wird die Summe der erwarteten (Free) Cashflows auf den heutigen Tag abgezinst. Man spricht dann von Discounted (abgezinsten) Cashflows.

Vorteile:

  • Weniger manipulierbar als der Gewinn
  • Guter in die Vergangenheit gerichteter Indikator für den Unternehmenserfolg
  • Gibt Aussage über freie Mittel
  • Die Berechnung zeigt, inwieweit Abschreibungen das Ergebnis beeinflussen (wichtig, da Abschreibungen erwirtschaftet sein müssen)

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Nachteile:

  • Ein Vergleich zwischen verschiedenen Unternehmen ist kaum möglich

Free Cashflow

Der Free Cashflow drückt die freien dem Unternehmen zur Verfügung stehenden Mittel aus. Diese Kennzahl ist besonders wichtig für Eigen- und Fremdkapitalgeber. Also auch für uns als Aktionäre. Der Grund ist, dass der Free Cashflow das sogenannte Wertpotenzial für Eigen- und Fremdkapitalgeber ausdrückt.

Das bedeutet, dass die für eine Ausschüttung von Dividenden, Gewinnthesaurierung oder die Zahlung von Zinsen und Tilgung zur Verfügung stehenden Mittel abgebildet werden. Als Ausgangsgröße der Berechnung wird das EBIT (earnings before interest and taxes oder übersetzt: Gewinn vor Zinsen und Steuern) verwendet. Bereinigt wird das EBIT beispielsweise um Steuern, Abschreibungen und Investitionen.

Vorteile:

  • Ist unabhängig von der Finanzierungsform
  • Wird aus dem Jahresabschluss (Bilanz) ermittelt
  • Kann wie oben schon beschrieben als Grundlage zur Wertermittlung (oder zur Bewertung) eines Unternehmens herangezogen werden

Nachteile:

  • Kann z. B. durch Investitionszyklen starken Schwankungen unterliegen
  • Die Höhe der Kapitalkosten (Fremd- und Eigenkapital) sind seperat zu ermitteln

So berechnen Sie das Kurs-Casflow-Verhältnis (KCV)

Ein relativ gutes Bild von der Finanzkraft eines Unternehmens bietet der Cashflow. Das ist – wie oben beschrieben – der Nettozugang an liquiden (flüssigen) Mitteln während einer festgelegten Periode; also zum Beispiel in einem Geschäftsjahr.

Sie können den Cashflow berechnen, indem Sie zu dem um außerordentliche Faktoren bereinigten Jahresüberschuss die Abschreibungen auf das Anlagevermögen sowie Veränderungen der langfristigen Rückstellungen addieren.

Das KCV wird wie folgt berechnet:

KCV = Aktienkurs/Cashflow je Aktie

Wie beim KGV gilt: Je niedriger das KCV, desto günstiger ist die Aktie bewertet (wobei stets mehrere Kennzahlen miteinander verglichen werden sollten). Besonders hellhörig sollten Sie werden, wenn KGV und KCV weit auseinander liegen oder sich in einer Periode unterschiedlich entwickelt haben.

Das KCV kann auch angewendet werden, wenn beim KGV wegen eines Verlustausweises keine sinnvolle Aussage möglich ist. Außerdem ist das KCV weniger anfällig für bilanztechnische Manipulationen, denn der Cashflow wird nicht von bilanzpolitischen Maßnahmen (Bildung und Auflösung stiller Reserven oder Veränderung von Zahlungszeiträumen) beeinflusst.

Allerdings ist der Cashflow auf Grund von Stichtagsbetrachtungen des Umlaufvermögens und Investitionszyklen wesentlich stärkeren Schwankungen unterworfen als der Gewinn. Daher eignet er sich nicht dazu, das Ergebnis eines einzelnen Geschäftsjahres zu bewerten, Vielmehr muss er über mehrere Jahre hinweg ermittelt und betrachtet werden.

Fazit: Wenn Sie eine Aktie bewerten, sollten Sie stets mehrere Bewertungskennzahlen nutzen. Eine Kombination aus dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), dem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV), der Dividenden-Rendite und dem Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) verspricht eine hohe Trefferquote.

9. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.