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Die wichtigsten Grundlagen der technischen Formationsanalyse

Der Anblick eines vergangenen Kursverlaufs (Chart) einer Aktie lässt die Herzen eines jeden technischen Analysten höher schnellen.

Denn der Chart bietet die geometrische Grundlage um anhand dessen die wahrscheinliche Kursentwicklung zu prognostizieren. Es wird versucht bestimmte wiederkehrende Chartmuster herauszulesen und eine subjektive Einschätzung anzufertigen.

Das Hauptaugenmerk der technischen Analyse: Widerstand und Unterstützung

Als absolute Grundlage in der Formationsanalyse dient die Identifikation des „Widerstands“ und der „Unterstützung“. Um diese beiden Elemente zu verdeutlichen sind in dem nachfolgenden 12-Monats DAX Chart beide Linien eingezeichnet:

Grundlagen_1

Rot: Widerstand; Grün: Unterstützung

Die Unterstützung deutet oftmals daraufhin, dass sich der Kurs der Aktie mehrfach hintereinander nicht unter ein bestimmtes Preisniveau gesenkt hat. Minimale Abweichungen sind hierbei zu vernachlässigen. Die Grundtendenz die sich beim DAX Chart von Ende 2013 bis Mitte März 2014 abzeichnet sagt aus, dass der DAX mehrfach bei dem Niveau von ca. 9.000 Punkten abgeprallt ist.

Der Widerstand zwischen Anfang Juni und Mitte Juli 2014 hingegen legt dar, dass der DAX 3 Mal an der Kursmarke von ca. 10.025 Punkten gescheitert ist. Solche eine „Hürde“ zu überwinden hätte unter Umständen einen weiteren Anstieg bedeutet. Da aber hier ein Widerstand auftritt, kann ein anschließender Kursverfall zunehmend wahrscheinlicher werden.

Was ist das Ziel der technischen Formationsanalyse?

Durch die Identifikation von Widerstand und Unterstützung soll der „Trend“ identifiziert werden. Dieser gibt eine Aussage darüber wohin sich der Kurs des Titels in der Folge bewegen könnte. Hierdurch kann frühzeitig ein Investment getätigt werden, das sich bei anhaltendem Trend stetig positiv für den Anleger entwickelt.

Um entweder einen existierenden Trend oder aber eine Umkehr, und somit einen neuen Trend, erkennen zu können, haben sich in den vergangenen Jahrzehnten anhand unzähliger Chartanalysen bestimmte Muster herauskristallisiert. Nach diesen Chartmustern kann dann gesucht und entsprechend gehandelt werden.

Formationen und daraus abzuleitende Trades

Anhand diverser Charts lassen sich nun verschiedene Symbole und Chartformationen erkennen, die auf eine Trendbestätigung oder einen Trendwechsel hindeuten.

Ein Beispiel: Bei der BMW Aktie lässt sich ein sogenannter. Bullisher Keil feststellen. Dieser Keil deutet auf eine kurze Abwärtsphase hin. Sollte dieser Keil allerdings nach oben durchbrochen werden, so sind weitere Kurszuwächse gut möglich:

Grundlagen_2

In dieser Abbildung wird das obere Keilstück, der einen Widerstand darstellt Mitte November nach oben durchbrochen (grüner Kreis) und lässt weitere Kursanstiege zu. Anhand einer solchen Analyse ließe sich eine Kauforder bei ca. 84 € platzieren, die bei Durchbruch dieser Kursmarke ausgelöst wird. Die Folge wäre ein schöner Anstieg bis über 92 €.

Aber auch ein fallender Kurs kann durch eine solche Keil- oder Dreiecksformation erkannt werden:

Grundlagen_3

Beim beispielhaften Kurs der E.ON Aktie ist die Formationsanalyse nahezu identisch. Allerdings wird hierbei die Unterstützungslinie unterbrochen und der Kurs fällt rasant ab. Diese Formation kann als Bearisher Keil beschrieben werden.

Nicht immer ist eine solche offensichtliche Formation mit einer derartigen Konsequenz verbunden. Jedoch ist eine bestimmte Häufigkeit solcher Anordnungen zu erkennen und kann durchaus genutzt werden.

Letztendlich ist es egal, wie genau die Begriffsbezeichnung dieser Formationen lautet. Ob Spitzer Keil, Bullish oder Bearish. Wichtig ist es den Hintergrund einer solchen Analyse verstanden zu haben und das Ziel eines erfolgreichen Trades vor Augen zu haben. Die ganze Analyse bringt keinen Cent ein, wenn nicht auch ein logischer Trade die Folge aus der Analyse wird.

Fazit: Die technische Analyse ist eine „Wissenschaft“ für sich

Doch eines sollte man sich immer vor Augen führen. Es gibt keinerlei wissenschaftliche Belegbarkeit für den tatsächlichen Eintritt der im Vorfeld prognostizierten Entwicklung. Der Kursverlauf der Aktie ist nach wie vor von Angebot und Nachfrage beeinflusst und nur bedingt von Mustern oder sonstigen Formationen.

Klar ist: Je mehr Trader nach diesen Mustern suchen und handeln, desto mehr Bewegung wird an offensichtlichten Widerständen oder Unterstützung stattfinden. Dennoch sollte die technische Analyse nicht nur als einziges Entscheidungskriterium für eine Anlage gewählt werden.

Die Fundamentalanalyse wie etwa volle Auftragsbücher, Geschäftsklimaindex, aktuelle Konjunkturphasen etc. dienen dem besonnenen Trader bei der Entdeckung des für ihn richtigen Titels und stehen der eher „künstlerischen“ Chartanalyse gegenüber. Eine Kombination aus beidem sollte jeder Anleger für sich einmal ausprobieren und seine Schlüsse ziehen.

1. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.