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Die wichtigsten Kennzahlen für Optionsscheine Teil 2: Hebel und Delta

Wer Optionsscheine kauft, sollte unbedingt die wichtigsten Kennzahlen kennen. Dies sind:

  1. Implizite Volatilität
  2. Aufgeld
  3. Hebel
  4. Delta
  5. Innerer Wert und Zeitwert

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  7. Theta

In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit der den verschiedenen Hebel-Begriffen und dem Delta.

Hebel

Die Hebel-Wirkung macht den Reiz eines Optionsscheins aus. Der Grundeffekt des Hebels ist recht einfach: Beim Kauf eines Optionsscheins müssen Sie wesentlich weniger Kapital investieren als beim Direkt-Kauf eines Basiswerts. Da Sie auf den gleichen Basiswert setzen, jedoch weniger Kapital investieren, profitieren Sie überproportional von einer Kurssteigerung. Leider gibt es zwei Hebel-Begriffe, sodass es leicht zu fehlerhaften Berechnungen kommen kann.

Theoretischer Hebel

Der theoretische Hebel gibt an, um wie viel mal mehr der Optionsschein bei einem konstanten Aufgeld (!) steigt oder fällt, wenn der Basiswert um 1% steigt. Beispiel: Steigt eine Aktie um 5%, und der betreffende Optionsschein hat einen Hebel von 3, steigt der Optionsschein um 15%. Die Aussagekraft dieses Hebels ist aber sehr gering, denn: Das Aufgeld bleibt fast nie konstant. Der theoretische Hebel kann daher sehr irreführend sein, wenn zwischen dem aktuellen Preis und dem Basispreis des Optionsscheins eine große Differenz ist.

Omega-Hebel

Im HighTech-Investor finden Sie daher grundsätzlich nur die aussagekräftige Kennzahl Omega-Hebel. Diese Kennzahl gibt die tatsächliche Hebel-Leistung des Optionsscheins an. Das Omega gibt an, um welchen Prozentsatz sich der Kurs des Optionsscheins bei einer Kursbewegung des Basiswerts um 1% verändert. Das Ergebnis ist wesentlich genauer, weil hier zusätzlich das im Folgenden beschreibene „Delta“ berücksichtigt wird.

Delta

Die Kennzahl „Delta“ zeigt Ihnen an, wie sich der Preis des Optionsscheins entwickelt, wenn sich der aktuelle Kurs des Basiswerts um eine Einheit ändert. Die Wichtigkeit des Delta erkennen Sie an folgender Faustformel: Delta = Ausübungswahrscheinlichkeit. Das bedeutet, dass Sie bei einem Delta von 1 mit sehr großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen können, dass der Kurs des Basiswerts am Ende über dem Basispreis liegt, Sie die Option also auch ausüben können.

Beispiel: Eine Aktie notiert aktuell bei 40 € der Basispreis liegt nur bei 15 €. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktie unter 15 € fällt, ist sehr gering. Daher wird die Kennzahl Delta fast bei 1 (100%) liegen. Läge der Basispreis dagegen bei 100 €, wäre das Delta fast bei 0, da die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktie in absehbarer Zeit über 100 € steigt, sehr gering ist. Das heißt für Ihre Auswahl: Je niedriger die Kennzahl Delta, desto höher ist das Risiko.

Wie auch der bereits beschriebene Omega-Hebel ist das Delta keine konstante Größe. Bewegungen beim Basiswert, bei der erwarteten Schwankungsstärke (Volatilität) oder bei der Restlaufzeit beeinflussen das aktuelle Delta.

Jetzt zur praktischen Anwendung: Ich habe Ihnen den theoretischen und den Omega-Hebel vorgestellt. Mit der Kennzahl Delta können Sie diese beiden Hebel-Varianten verbinden. Der theoretische Hebel zeigt Ihnen an, wie viel Optionsscheine (bereinigt um das Bezugsverhältnis) Sie für den Preis des Basiswerts erwerben können. Es ist also die Messzahl für Ihren Kapitaleinsatz.

Die Formeln zur Hebelberechnung

Theoretischer Hebel = Kurs Basiswert / (Optionsscheinpreis x Bezugsverhältnis)

Mit den Kennzahlen Delta und theoretischer Hebel können Sie jetzt den eigentlichen Hebel, der Ihnen die reale Hebel-Wirkung anzeigt, den Omega-Hebel, ermitteln. Ein Omega-Hebel von 3 bedeutet zum Beispiel, dass der Optionsschein um 12% steigt, wenn der Basiswert um 4% steigt.

Omega-Hebel = Theoretischer Hebel x Delta

31. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.