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Die Witwenrente: Wie hoch ist sie?

Die Witwen- und Witwerrente – im Folgenden Witwenrente genannt – steht dem hinterbliebenen Ehegatten nach dem Tod des Versicherten zu. Gleiches gilt in Deutschland seit dem Jahr 2005 für eingetragene Lebenspartnerschaften.

Wenn die Voraussetzungen für die Witwenrente erfüllt sind, steht dem Hinterbliebenen jedoch nicht der volle Rentenanspruch des Verstorbenen zu, sondern nur ein Teil davon.

Wie hoch die Witwenrente tatsächlich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab – zum einen davon, ob die kleine oder die große Witwenrente gezahlt wird; aber auch davon, ob der Hinterbliebene eigene Einkünfte hat und wie hoch diese sind.

Der Unterschied zwischen der kleinen und großen Witwenrente basiert dabei auf dem eigenen Einkommen des Hinterbliebenen. Kann dieser einen größeren Eigenbeitrag leisten – beispielsweise durch ein eigenes Einkommen oder eine bereits bestehende Rente – erhält dieser die kleine Witwenrente. Für die große Witwenrente müssen hingegen mehrere Voraussetzungen erfüllt werden.

Die kleine Witwenrente – wie hoch ist sie?

Besteht Anspruch auf die sogenannte kleine Witwenrente, wird diese in der Regel für 24 Kalendermonate gezahlt. Bei „Altfällen“ ist diese Befristung nicht vorgesehen. Als Altfälle gelten jene, bei denen

  • der Ehepartner vor 2002 gestorben ist, oder aber
  • der Ehepartner nach 2001 gestorben ist, die Ehe aber vor 2002 geschlossen und ein Ehepartner vor dem 2. Januar 1962 geboren wurde.

Die Höhe der kleinen Witwenrente beträgt 25% des Rentenanspruchs des verstorbenen Ehegatten oder Lebenspartners. Hätte der Verstorbene zum Zeitpunkt seines Todes also einen Rentenanspruch in Höhe von 1.200 € gehabt, stünden dem Hinterbliebenen demnach 300 € pro Monat zu.

Die große Witwenrente – wie hoch ist sie?

War der Hinterbliebende beispielsweise erwerbsgemindert oder hat das 45. Lebensjahr bereits beendet, steht ihm die große Witwenrente zu. Bei Altfällen beträgt die Höhe der großen Witwenrente 60%, ansonsten werden 55% der Rentenansprüche des Verstorbenen bezahlt.

Im genannten Beispiel mit einem Rentenanspruch des Versicherten von 1.200 € wären dies also 660 € bzw. 720 € bei Altfällen. Bei der großen Witwenrente ist im Gegensatz zur kleinen Witwenrente keine zeitliche Befristung vorgesehen.

Weitere Faktoren für die Berechnung

Wichtig: Unabhängig von Art und Höhe der späteren Witwenrente werden in den ersten 3 Monaten nach dem Tod des Versicherten 100% der Rentenansprüche gezahlt. Erst nach diesen 3 Monaten werden die künftigen Bezüge gezahlt. Die 25% bei der kleinen Witwenrente und die 55% bzw. 60% bei der großen Witwenrente stellen somit lediglich die Basis der Berechnung dar.

Es spielen auch noch weitere Faktoren eine Rolle, die zu einer Erhöhung oder Senkung der gewährten Rente führen. So gibt es Kürzungen, wenn der Versicherte vor seinem 63. Geburtstag gestorben ist. Diese Abzüge sind abhängig von dem Zeitraum zwischen diesem Stichtag und dem Sterbedatum.

Auch die Einkünfte des Hinterbliebenen sind von Bedeutung. Begründet wird dies vom Gesetzgeber damit, dass die Witwenrente der Unterhaltssicherung dienen soll und bei eigenen Einkünften die volle Höhe der Rente nicht erforderlich sei.

Es gibt jedoch auch den sogenannten Kinderzuschlag, bei dem der Hinterbliebene einen gewissen Betrag angerechnet bekommt, wenn er eines oder mehrere Kinder in deren ersten 3 Lebensjahren erzogen hat.

23. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.