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Die Ziele der Notenbanken – Preisstabilität über alles

Die Ziele von Notenbanken sind meist gesetzlich vorgegeben.

Im Falle der europäischen Zentralbank (EZB) sind sie im Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft festgelegt.

Die Ziele der Notenbanken

Die Notenbank EZB hat danach das vorrangige Ziel, Preisstabilität zu gewährleisten, also die Inflationsrate möglichst gering zu halten.

Ist das sichergestellt, kann sie außerdem die allgemeine Wirtschaftspolitik der europäischen Gemeinschaft unterstützen.

Deren Ziele sind ein hohes Beschäftigungsniveau und ein beständiges, nichtinflationäres Wachstum.

Außerdem ist die EZB für die Stabilität des Finanzsystems mitverantwortlich. Das ist gerade in Zeiten starker Turbulenzen an den Finanzmärkten wie während der jüngsten Wirtschaftskrise wichtig.

Ziele von Notenbanken: weltweit ähnlich

Auch andere Notenbanken wie die Bank of England und die Bank of Japan haben als vorrangiges Ziel stabile Preise.

Lediglich die amerikanische Notenbank Federal Reserve gibt der Preisstabilität nicht den Vorrang, sondern stellt sie auf ein Niveau mit dem Ziel des hohen Beschäftigungsgrads und moderater langfristiger Zinsen.

Teilweise gehört zu den Zielen einer Notenbank auch die Wechselkursstabilität. Die Zentralbank kauft und verkauft dafür auf dem Devisenmarkt die eigene Währung.

Ein Beispiel ist der chinesische Renminbi, der bis vor einigen Jahren in einem festen Verhältnis zum amerikanischen Dollar stand.

Noch heute ist er laut Experten bis zu 15% unterbewertet.

Notenbanken: Mit Leitzinsen die Geldmenge beeinflussen

Um ihre Ziele zu erreichen, verwenden die Notenbanken die Instrumente der Geldpolitik.

Dazu gehören vor allem die Leitzinsen, mit denen die Zentralbanken die Geldmenge beeinflussen: Je niedriger sie sind, desto günstiger sind Kredite. Deswegen steigt die Geldmenge, was die Preise in die Höhe treiben kann.

Mehr zum Thema: Leitzinsen zur Lenkung der Konjunktur

Die Rolle des Geldes und somit der Geldpolitik ist unter Wirtschaftspolitikern jedoch umstritten.

Laut dem sogenannten Monetarismus nach Milton Friedman hat eine Ausweitung der Geldmenge keine realen Konsequenzen – sie führt also nicht zu verstärktem Wirtschaftswachstum.

Vielmehr sei es wichtig, die Geldmenge beziehungsweise deren Wachstum längerfristig konstant zu halten, um Unternehmen ein sicheres wirtschaftliches Umfeld zu geben.

Notenbanken: Ziele à la Monetarismus

Glaubt man hingegen dem sogenannten Keynesianismus, kann eine größere verfügbare Geldmenge die Beschäftigung und das Wirtschaftswachstum stimulieren.

Denn die Wirtschaft befinde sich in einer Liquiditätsfalle, die durch ein Absenken des Zinses Abhilfe überwunden werden könne.

Notenbanken wie die EZB wurden auf der Basis des Monetarismus gegründet. Deswegen haben sie auch das vorrangige Ziel der Preisstabilität.

Realpolitische Eingriffe von Zentralbanken

Seit Beginn der jüngsten Wirtschaftskrise jedoch scheint der Keynesianismus mehr und mehr Einzug zu halten.

Mehr zum Thema: EZB pumpt Geld in den Markt

Und manch ein Analyst beklagt, dass unter anderem die EZB immer mehr realpolitisch einzugreifen versucht – etwa durch Notkredite an südeuropäische Länder.

26. April 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Lisa Louis
Von: Lisa Louis. Über den Autor

Lisa Louis ist freie Journalistin in Paris. Sie hat internationale Volkswirtschaftslehre in Deutschland und Frankreich studiert. Mit ihrem Wissen hilft Sie Lesern bei grundsätzlichen Fragen der Geldanlage und der Privaten Vorsorge.