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Die Zinsstrukturkurve der USA als Börsenwettervorhersage

Die Zinsstrukturkurve der USA (yield curve) zeigt nach wie vor: Der Bullenmarkt an den Börsen geht weiter. Ein Crash ist nicht in Sicht. Grund: Ihr grafischer Verlauf zeigt nach oben, und das ist ein gutes Zeichen. Je steiler, desto besser.

Zinsstrukturkurve der USA – weltweite Signalwirkung

Die Zinsstrukturkurve ist das zentrale Prognosetool für Anleger. Sie wird in den USA von der FED nach den gleichen Prinzipien berechnet wie die Zinsstrukturkurve der Bundesbank. Täglich aktuell zeigt sie die durchschnittlichen Anleiherenditen für Laufzeiten bis zu 30 Jahren.

Sie erlaubt nicht nur einen Abgleich verschiedener Anleiherenditen weltweit. Die zentrale Bedeutung dieser Zinsstrukturkurve für US-Anleihen indes liegt in der Auswirkung auf die internationalen Finanzmärkte.

Im Vergleich zur Zinsstrukturkurve der Bundesbank ist die der USA steiler, zumindest im Bereich zwischen den 1- und 10jährigen Anleihen. Am kurzen Ende – bis 5 Jahre Laufzeit – sind die Renditen durch die Leitzinsen bestimmt. Hier liegen die Werte erkennbar höher als hierzulande.

Das lange Ende – Laufzeiten bis 10 oder 30 Jahren ­– ist von den Anlegererwartungen geprägt. Anleger erwarten langfristig höhere Renditen zum Inflationsausgleich. Auch hier liegen die Werte deutlich darüber. Bei 5 Jahren etwa sind es 1,62% (Bundesbank: 0,15%). Bei 10 Jahren sind es 2,32% (Bundesbank: 0,87%).

rendite

Aktuelle Vorhersage: Keine Baisse in Sicht

US-Anleihen werfen also deutlich mehr ab. Doch die wesentlich wichtigere Botschaft: Die Zinsstrukturkurve gibt derzeit keine Anzeichen für einen bevorstehenden Crash. Würde die Kurve etwa gerade verlaufen, so wäre dies ein dringendes Warnsignal.

Würde sie sogar abfallen (inverser Verlauf), so wären die längerfristigen Wachstums- bzw. Inflationserwartungen noch negativer. Die Werte am langen Ende sacken dann unter die hohen Leitzinsen am linken, kurzen Ende. Je mehr, desto stärker dürfte ein bevorstehender Crash ausfallen.

Historische Crash waren alle vorhersehbar

Sieben Mal kam es in den vergangenen 50 Jahren zu Rezessionen und Crashs. Und jedes Mal waren diese Zusammenbrüche schon zuvor am Verlauf der Zinsstrukturkurve ablesbar.

Beispiel Internetblase

Vor dem Platzen der Internetblase zur Jahrtausendwende herrschte noch große Euphorie. Die Wachstumserwartungen der Anleger waren hoch. Doch das waren auch die US-Leitzinsen. Dieses Zusammenspiel ergab eine flache und teilweise inverse Zinsstrukturkurve. Das Warnsignal war da.

Beispiel Immobilienkrise

Ähnlich das Bild im Jahr 2007, vor Ausbruch der Subprime-, Immobilien und Finanzkrise. Die negativen Langzeiterwartungen im Vergleich zu den Leitzinsen ergaben einen flachen bis inversen Kurvenverlauf.

Zwar befand sich der S&P 500 kurz vor der Krise nur wenige Punkte vor seinem Gipfel. Doch wer sich die Zinsstrukturkurve der USA angesehen hatte, war vorgewarnt.

immobilienkrise

Nach Ausbruch der Krisen hatte sich der Kurvenverlauf dann wieder normalisiert. Wenn die Leitzinsen gesenkt wurden, senkte sich das kurze Ende mehr oder weniger unter die Erwartungen im Bereich der längeren Laufzeiten. Je mehr sich die Lage entspannte, desto höher wurden die Erwartungen und desto steiler wurde die Kurve.

Für Anleger bedeutet dies: Der Blick auf die Börsen ist nur eine Sache. Er zeigt aber nicht, ob sich morgen düstere Wolken am Himmel zusammenbrauen. Diese Börsenwetter-Vorhersage lässt sich jedoch ganz einfach täglich an der Zinsstrukturkurve der USA ablesen.

11. Oktober 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.