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Die Zukunft der Altersvorsorge: Hartz-IV-Rentner und Armut

Die aktuelle Berichterstattung greift viele Themen auf, eines der wichtigsten allerdings nicht: die Vernichtung Ihrer Rente.

Sie wissen inzwischen, dass das sichere Renten-Versprechen der Politiker nicht mehr haltbar ist.

Denn spätestens ab dem Jahr 2030 droht jedem Zweiten von Ihnen eine Alters-Versorgung aus der gesetzlichen Rentenversicherung unterhalb der Armuts-Grenze.

Außerdem sollen Sie noch länger arbeiten: bis 70 oder darüber. Hinzu kommen steigende Renten-Beiträge. Und das ist beileibe noch nicht alles…

Höhere Renten-Steuer

Selbst an der Schraube der Renten-Steuer wird schon kräftig gedreht, auch wenn Ihnen das kein Mensch – Verzeihung: kein Politiker – auf den Kopf zusagt.

Bis jetzt muss jeder, der mehr als eine Monats-Rente von 1.180 € bekommt, Steuern obendrauf zahlen. Dabei steigt der steuerpflichtige Anteil mit jedem Rentner-Jahrgang an.

Und auch Renten-Erhöhungen sind bereits zu 100% steuerpflichtig. Im Jahr 2040 wird’s noch besser: Da betrifft die Steuer-Pflicht das gesamte Alters-Ruhegeld.

Ist das nicht großartig!?

Das sind die zukünftigen Hartz-IV-Rentner

Welche Gruppen am meisten an Alters-Armut leiden werden, erfahren Sie auch sogleich:

Zunächst einmal sind die Branchen mit niedrigen Löhnen betroffen, wie etwa der Einzelhandel, das Gastgewerbe oder die Frisöre.

Hinzu kommen Teilzeit-Beschäftigte, Mini-Jobber und Solo-Selbstständige, ebenso Langzeit-Arbeitslose und jene Arbeitnehmer, die nicht mehr voll erwerbsfähig sind.

Die Lüge mit der Lebensleistungs-Rente

Sicher wollen Sie nun wissen, was Sie tun können, um dies zu verhindern. Offiziell das: 40 Jahre lang ununterbrochen monatlich mindestens 2.100 € brutto verdienen. – Nachtigall, ick hör dir trapsen.

Die Politiker, die es wagen, dieses heiße Thema mehr oder weniger öffentlich zu diskutieren, sprechen großmundig von einer Lebensleistungs-Rente, so als ob Sie damit aus dem Schneider wären. Das Gegenteil wird der Fall sein!

Denn verschwiegen wird: Die Aufstockung zu dieser Lebensleistungs-Rente gegenüber der Grundsicherungs-Höhe wird maximal 20 € betragen – 20 €! Unfassbar!

Leeres politisches Gequatsche

SPD-Chef Sigmar Gabriel und SPD-Arbeitsministerin Andrea Nahles wollen eine umfassende Reform der Alters-Sicherung, um ein weiteres Absinken des Renten-Niveaus zu verhindern – und das, obwohl es schon beschlossene Sache ist?

Pures Vorwahlkampf-Getöse für nächstes Jahr oder was? So jedenfalls hören sich die Sprüche von „moralischer Pflicht“ und „zentralem Versprechen des Sozialstaats“ an.

Und auch CSU-Chef Horst Seehofer fällt in die Prahlerei mit ein.

Vergessen scheinen die Hunderttausenden Flüchtlinge, die aufgrund ihrer mangelnden Bildung und beruflichen Qualifikation der Rentenkasse zusätzlich auf der Tasche liegen werden.

Man muss noch einmal bekräftigen: Ihnen droht das Renten-Chaos!

Auch die private Altersvorsorge wird systematisch vernichtet

Und die private Altersvorsorge? Sparbuch? Lebensversicherungen? Bausparverträge? Die Nullzins-Politik der EZB macht Ihnen dahingehend einen gehörigen Strich durch die Rechnung.

Und die 2001 eingeführte Riester-Rente? – Schlichtweg zum Lachen!

Sie war ein Flopp ohnegleichen und sorgte nur bei den Versicherungs-Verkäufern für volle Provisions-Bücher, nicht aber für eine effektive Altersvorsorge für die kommenden Ruheständler.

Selbst CSU-Chef Horst Seehofer hält die Riester-Rente für gescheitert. Und Ex-CDU-Arbeitsminister Norbert Blüm erklärt sogar, dass sie „unsere gute alte Rentenversicherung schwer beschädigt“ hat.

Wissen Sie noch, wie die Riester-Rente landauf und landab von allen Politikern als das Gelbe vom Ei für Ihre Altersvorsorge angepriesen wurde? Und heute verteufeln sie diese – wieder einmal ein Grund, keinem Volksvertreter mehr zu trauen.

Sorgen Sie selbst vor

Sie sehen, dass Ihnen wohl nur noch eines bleibt: arbeiten bis zum sprichwörtlichen Umfallen – oder selbst und richtig vorsorgen.

21. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.