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Die Zukunft Russlands – Chancen und Risiken für Anleger

Die wirtschaftliche Zukunft Russlands sieht aus Sicht vieler Marktbeobachter nicht allzu gut aus. Anleger sollten bei einer möglichen Investition in den russischen Markt Chancen und Risiken genau abwägen.

Nicht nur der Ukrainekonflikt und die derzeitigen EU-Sanktionen machen der Wirtschaft in Russland stark zu schaffen. Viele Faktoren bestimmen in Zukunft Russlands Wirtschaftslage und Anleger können sich jetzt positionieren.

Russlands Probleme und die Auswirkungen für die Wirtschaft

Die Ukrainekrise hat zweifelsohne starke Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage Russlands. Das wird in nächster Zukunft auch so bleiben. Denn eine Lösung des Konflikts ist nicht in Sicht. Zu stark profitiert der militärische Komplex Russlands von diesem Konflikt. Deshalb haben auch die USA ein starkes Interesse, dass dort keine baldige Ruhe einkehrt.

Neben den EU-Sanktionen tobt der geopolitische Kampf zwischen Russland und den USA. Beide Faktoren werden über die Zukunft von Russland entscheiden. Politisch gesehen treiben die Sanktionen der EU und dieser Machtkampf zwischen Russland und den USA einen Keil zwischen Russland und den einstigen guten Handelspartner Deutschland.

Das bringt auch Deutschland finanzielle Einbußen im Export. Die Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland werden vermutlich noch eine Weile anhalten. Für die finanzielle Zukunft des Landes bedeutet das weitere Engpässe und weniger Ressourcen und somit weniger Wachstum. Ein niedriger Ölpreis senkt die Einnahmen zusätzlich.

Das betrifft auch das Fracking. Auch bei der Ölförderung im eigenen Land kämpfen Russland gegen die USA. Ein immer weiter sinkender Ölpreis schadet allerdings beiden Nationen und macht das Fracking ab einem gewissen Punkt auch nicht mehr rentabel.

Wie weit Russland von den Kosten entfernt ist zeigt bereits eine einfache Zahl: Um einen ausgeglichenen Staatshaushalt zu haben, braucht Russland einen Ölpreis von 105 US-$ pro Barrel. Dass dies bei Preisen unter der 60-US-$-Marke langfristig nicht gut gehen ist logisch. Insofern rollen in dieser Hinsicht weitere Probleme auf Putin zu.

Krisenpolitik ohne nachhaltige Wirkung

Die Krisenpolitik der russischen Regierung wird von Experten als zu situationsbezogen eingestuft. Immer wieder kommen große nationale Unternehmen in eine schwerwiegende finanzielle Krise, aus der sie kaum selbst einen Ausweg finden können. Statt strukturell an den Ursachen dieser immer wieder an anderen Schauplätzen auftretenden Probleme zu arbeiten, wird seitens der russischen Regierung punktuell in Form von einmaligen Finanzspritzen maroden Unternehmen geholfen.

Das erweckt von außen den Anschein, dass es weniger darum geht, die wirtschaftliche Lage in Russland generell zu verbessern als nur innerhalb der Bevölkerung für gute Stimmung zu sorgen oder sogar nur den Oligarchen zu helfen, falls ein Konzern vor der Pleite steht. Für Investoren heißt das aber, dass die Zukunft Russlands insgesamt vorerst alles andere als rosig aussieht. So standen kürzlich erst 200 Banken in Russland vor dem Bankrott.

Die Zukunft Russland – So sieht es innerhalb der Bevölkerung aus

Große Teile der Bevölkerung merken noch nicht viel von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Russland. Von Seiten der Regierung wird bei schweren Krisen, die die Bevölkerung betreffen können, schnell eingeschritten. Daher bleibt die Stimmung in der Region vorerst mild. Hieraus können Chancen entstehen.

Eine Bevölkerung, die noch optimistisch in die Zukunft sehen kann, bleibt motiviert. Das kann ein großer Wirtschaftsmotor sein. Dennoch müssen strukturelle Änderungen passieren, damit Russlands Zukunft auch reell wieder auf die Beine kommt.

Sind russische Unternehmen auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig?

Die Konkurrenzfähigkeit von großen inländischen Unternehmen auf dem Weltmarkt ist ein wichtiger Faktor, um die Zukunft von Russland einschätzen zu können. Allerdings sprechen Experten den meisten russischen Großkonzernen oder börsennotierten Unternehmen eine Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt ab.

Von großen strukturellen Problemen ist die Rede, wenn es um die wichtigsten Unternehmen Russlands geht. Die meisten Konzerne stellen ausschließlich Produkte für den inländischen Markt her. Ein Wachstum ist hier kaum abzusehen geschweige denn als Außenstehender abzuschätzen.

Auch die Tatsache, dass viele russische Unternehmen vom Staatsbudget am Leben gehalten werden, macht diese Konzerne für Krisen anfälliger. Hier müssen starke strukturelle Änderungen passieren, um diese Unternehmen global wettbewerbsfähig zu machen. Zudem fehlt es an innovativen Ideen, die weltweit gefragt sind.

Schwache Währung gewinnt an Stärke

Der vermeintliche Tiefpunkt des Rubels ist beinahe Schnee von gestern. Ende 2014 und auch noch in den ersten Monaten 2015 fiel der Rubel im Vergleich zum Euro stark ab. Gab es in den vergangenen Jahren meist etwa 40 bis 45 Rubel pro Euro, so lag der Wechselkurs zwischenzeitlich bei 80. Inzwischen sind jedoch wieder Werte unter 60 erreicht worden. Ein Anzeichen dafür, dass der Rubel zumindest im Vergleich zum Euro wieder stärker wird.

Doch auch im Verhältnis zum US-Dollar hat der Rubel seine Schwächephase überwunden. Von anfänglich 35 bis 40 Rubel pro Dollar schossen die Preise beinahe hoch bis auf 70. Mittlerweile ist die 50 Rubel-Marke wieder im Visier der Währungsbörsen. Eine allzu schwache Währung hat Russland derzeit also nicht zu befürchten. Auch wenn die Zeichen vor rund 12 Monaten noch deutlich besser standen.

Durch die immer derzeit schwierigen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland und den Sanktionen der EU, die zu einem großen Teil den deutschen Export aus der Lebensmittelproduktion betreffen, muss Russland Strategien suchen, sich selbst zu versorgen. Das wird umso teurer, je weniger Wert der Rubel ist.

Insgesamt ist es also um die Zukunft Russlands nicht allzu gut bestellt. Anleger sollten hier sehr vorsichtig sein, wenn Sie eine Investition planen. Chancen sehen Experten in einer Steigerung der derzeit schwachen Währung. Ob es dazu kommen wird, kann allerdings nicht definitiv prognostiziert werden. Derzeit stehen zu viele strukturelle und politische Probleme einer florierenden Wirtschaft in der Zukunft Russlands entgegen.

Russlands Aktienindex als Chance

Der Russische Leitindex RTS lag im Tief der Schuldenkrise bei etwa 500 Punkten. Im Frühjahr 2011 wurde das aktuelle Hoch erklommen bei etwa 2.100 Punkte. Derzeit sind die Kurse in Russland auf dem absteigenden Ast und ein Ende ist vorerst noch nicht auszumachen. Die psychologische 1.000-Punkte-Marke wird derzeit umkämpft. Danach wäre der Bereich um 830 Punkte eine nächste Widerstandszone.

Es kann durchaus passieren, dass diese Marke noch berührt wird. Sollte der RTS allerdings wieder Fahrt aufnehmen und die 1.500 Punkte knacken, bietet sich ein Einstieg auf weiter steigende Kurse an. Bis dahin ist aber sowohl Rubel als auch RTS ein heißes Eisen, das Anleger eher meiden sollten.

Russlands Zeitrechnung nach Putin

Der Nachfolger von Boris Jelzin wurde 1999 zum Ministerpräsidenten ernannt. Ein Jahr später war er bereits das erste Mal Präsident. Erst von 2008-2012 lies er offiziell Dmitri Medwedew das Amt übernehmen, um seit Mai 2012 wieder als Präsident zu fungieren.

Russland hat bereits über 15 Jahre den Einfluss von Putin zu spüren bekommen. In dieser Zeit hat sich für die Russen aber wenig zum Positiven verändert. Somit wäre es überheblich zu sagen, was nach Putin kommt und vor allem wer.

Ein Machtwechsel ist in Russland selten lange vorhersehbar. Es kann alles recht schnell geschehen und das eigene Land, sowie die restliche Welt muss sich darauf einstellen und anpassen. Wirtschaftlich gesehen wäre es allerdings eine Überraschung, würde jemand Präsident werden, der nicht sehr eng mit der Industrie und den Oligarchen verknüpft ist.

29. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.