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Diese 10 Reformen sollen Brasiliens Wirtschaft wieder stärken

Brasiliens Wirtschaft kriselt, das Bruttoinlandsprodukt der bis dato siebtgrößten Volkswirtschaft der Welt war im Jahr 2015 eingebrochen und auch die Arbeitslosenzahlen sind mit 11,6% im Jahr 2016 hoch.

Umso wichtiger ist es, dass der neue Präsident Michel Temer, der bis zu den Neuwahlen 2018 an der Spitze der Übergangsregierung steht, Reformen angeht. Die Ankündigung über umfassende Änderungen hat der Aktienmarkt in Brasilien prompt positiv reagiert. So hat beispielsweise der Börsenindex in São Paulo zwischen Januar und August 2016 um 57% an Wert zugelegt.

Geplante Reformen für Brasiliens Wirtschaft:

  1. die Regierung verkleinern
  2. Staatsfirmen privatisieren, um den Haushalt des Landes zu sanieren und aus der Rezession zu gelangen
  3. im Sozialetat sparen
  4. ein neues Kabinett mit neuen Ministern
  5. Konzessionen im Bereich Infrastruktur ausschreiben
  6. die unabhängige Behörden fördern, die öffentliche Dienstleistungen beaufsichtigen
  7. ausländische Investoren in bisher für Ausländer geschlossenen Branchen zulassen
  8. die Auflagen für örtliche Fertigungsvorschriften reduzieren
  9. eine Rentenreform (u.a. Einführung eines Mindestrentenalters) durchführen
  10. Einführung einer Obergrenze für Staatsausgaben

Temer ist der Nachfolger von Dilma Roussef

Temer stieg im Mai 2016 vom Vize zum Präsidenten auf, nachdem die bisherige Präsidentin Dilma Rousseff aus dem Amt gehoben wurde. Ein Korruptionsskandal rund um den Petrobas-Konzern aus Zeiten ihres Vorgängers hatte Rousseff Kopf und Kragen gekostet – sie war Aufsichtsratschefin von Petrobas gewesen.

Sie hatte dem Land während ihrer Amtszeit zu mehr Wohlstand verholfen, in dem dank hoher Öleinnahmen, der Einführung des Mindestlohns und umfassenden Sozialprogrammen mehr als 40 Mio. Menschen aus der Armut geholfen werden konnte.

Die Wirtschaft in Brasilien soll sich unter den Reformen erholen

2017 soll die Konjunktur Brasiliens wieder belebt werden und die Wirtschaft um 1,6% wachsen, so die Berechnungen der brasilianischen Zentralbank. Auch die Inflation schwächt wieder ab und soll Ende 2016 nur noch bei 7% liegen und nicht mehr bei 11% wie im Jahr 2015.

Viele Skeptiker bezweifeln allerdings, dass Michel Temer in der Lage dazu ist, all die von ihm geplanten Reformen tatsächlich anzustoßen und umzusetzen. Sie erfordern einen langen Atem und den Durchbruch einiger Widerstände. So wurde Roussef ursprünglich gerade dafür gewählt, dass sie die Sozialausgaben nicht kürzt.

Werden die Reformen Erfolg haben?

Einige Investoren sehen die Krise positiv und hoffen, dass Brasilien verstärkt auf ausländisches Know-How setzt und die Bürokratie in dem Land geschmälert wird. Die schwächelnden Rohstoffpreise werden für Brasilien aber ein nachhaltiges Problem bleiben und ob die geplanten Reformen einen durchschlagenden Erfolg bringen, ist ebenfalls offen. Immerhin steckt das Land in einer tiefen Krise mit hohen Arbeitslosigkeitsquoten und einem um 16% gesunkenen Pro-Kopf-Einkommen in den letzten drei Jahren.

Der Wille zu Reformen und ihre tatsächliche Durchsetzung werden darüber entscheiden, ob Brasilien einen Weg aus der Krise findet – schafft Temer die Umsetzung einiger seiner Vorhaben, könnte das Land wieder aufatmen.

4. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.