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Diese Besonderheiten bietet die Steuerklasse 6

Wer in welche Steuerklasse eingruppiert wird, entscheidet sich in der Regel anhand des Familienstandes. Ob ledig oder verheiratet, Kinder oder keine Kinder – die Steuerklasse richtet sich nach dem individuellen Status.

Die Steuerklasse 6 unterscheidet sich in einigen entscheidenden Faktoren von den anderen Steuerklassen. Sie hängt nämlich nicht vom Familienstand ab, sondern von der Anzahl der Beschäftigungen. Sie wird benötigt, wenn ein Arbeitnehmer für ein zweites (oder sogar drittes) Beschäftigungsverhältnis eine weitere Lohnsteuerkarte benötigt.

Das bedeutet die Steuerklasse 6

Wer die Steuerklasse 6 hat, hat automatisch auch immer noch eine andere Steuerklasse. Die Steuerklasse 6 wird nämlich nur bei Zweitjobs vergeben, die über einen Minijob mit einem Verdienst von höchstens 450 € hinausgehen. Der wäre steuerfrei.

Die Studentin Johanna ist in einer Bibliothek angestellt und verdient dort 900 € im Monat. Sie ist alleinstehend, hat keine Kinder und dementsprechend die Steuerklasse 1. Da ihr Einkommen nicht ausreicht, arbeitet sie zusätzlich noch in einer Boutique, in der sie 500 € im Monat verdient. Für ihre Stelle in der Bibliothek erhält sie die Steuerklasse 1 und ihren Lohn aus der Boutique muss sie mit der Steuerklasse 6 versteuern.

Hohe Abzüge in der Steuerklasse 6

Die Steuerklasse 6 ist die Klasse mit den meisten steuerlichen Abzügen, da keine Freibeträge geltend gemacht werden dürfen. Weder der Grundfreibetrag von 8.652 € noch andere Freibeträge wie der Kinderfreibetrag oder der Arbeitnehmerpauschbetrag können in dieser Steuerklasse angerechnet werden.

Johanna muss also auf ihr Einkommen aus der Boutique hohe Abzüge zahlen und hat weniger Netto vom Brutto als in anderen Steuerklassen. Der Grund, weshalb es keine Freibeträge in der Steuerklasse 6 gibt ist der, dass diese Beträge über die andere Steuerklasse geltend gemacht werden können.

Was Steuerzahler wissen müssen

Würde Johanna ihren Steuerfreibetrag in Höhe von 8.652 € in der Steuerklasse 1 nicht vollständig ausschöpfen, kann sie den überschüssigen Betrag mit in die Steuerklasse 6 nehmen und dort anrechnen lassen. Bei einem Einkommen von 900 € im Monat (10.800 € pro Jahr) liegt sie im Jahr aber über dem Freibetrag.

Die meisten Lohnsteuerkarten der Steuerklasse 6 werden an Geringverdiener ausgegeben, bei denen das erste Einkommen nicht ausreicht. Auch Studenten oder Rentner mit mehreren Nebenjobs werden in diese Steuerklasse häufig eingeordnet.

Schon der erste verdiente Euro wird in der Steuerklasse 6 versteuert, sodass bei einem geringen Einkommen über einen zweiten Job gut überlegt werden muss, ob dieser sich tatsächlich lohnt.

15. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.