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Diese ETF-Sonderform ist flexibel aber nicht unbedingt sicher

Dass man sich als Anleger schnell in falscher Sicherheit wiegen kann, zeigt sich am Beispiel der beliebten ETF Indexfonds.

Sie gelten als sicher, schon weil die Geldanlage als Sondervermögen behandelt wird und somit im Konkurs geschützt ist. Außerdem sind sie äußerst günstig. Beim Preis locken vor allem Spielvarianten wie ETN, die ganz spezielle Strategien erlauben.

ETN – per Definition kein geschütztes Sondervermögen

Doch hier heißt es aufpassen. Ein ETN ist per Definition zunächst eine börsengehandelte Inhaberschuldverschreibung, die die Wertentwicklung beliebiger Basiswerte wie Indizes, Rohstoffe oder Währungen passiv abbildet. Das Kürzel steht für Exchange Traded Notes.


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Entscheidend ist aber der ausführlichere Teil der ETN-Definition: Im Gegensatz zum regulären ETF ist ein ETN eben kein Sondervermögen, also nicht insolvenzgeschützt. Damit handelt es sich eher um eine Sonderform von Zertifikaten, was übrigens auch für die ETF-Gattung eines ETC gilt. Diese Exchange Traded Commodities eignen sich für Rohstoffe. Weitläufig bekannt sind etwa Gold-ETCs. ETCs werden auf eigene Weise zusätzlich besichert.

Ohne Besicherung natürlich günstiger

Dies ist jedoch bei Exchange Traded Notes nicht der Fall, und zwar absichtlich: Dafür, dass der Anleger das volle Kreditrisiko gegenüber dem Herausgeber eingeht, sind die Kosten erheblich geringer. Zudem lassen sie sich einfacher an die Börse bringen als echte ETFs, die als Anlagefonds stärker reguliert sind.

Wenn man diese Eigenheiten und den Unterschied zu regulären ETFs in Sachen Risiko kennt, eröffnen ETNs auch im Vergleich zu ETCs einige besondere Möglichkeiten. Nicht zuletzt wegen ihrer hohen  Liquidität kann man neben Rohstoffen auf seltene Nebenwerte, Währungen oder eine Volatilitätsstrategie setzen. Letztere etwa kann als Beimischung größere Kurseinbrüche im Index erheblich glätten.

ETNs erlauben somit auch Risikomanagement und können Aktienpositionen absichern. Der Vorteil gegenüber Zertifikaten: Sie sind deutlich transparenter. Im Abgleich zu besicherten ETFs und ETCs macht sich zudem der Wegfall entsprechender Kosten bemerkbar. Sie sind damit nicht nur günstiger, sondern liegen auch direkter auf Höhe der Entwicklung des Basiswerts. In anderen Worten: Der sogenannte Tracking Error ist geringer, was die üblichen leichten Performanceabweichungen vermeidet.

Verwirrende Begriffswelt rund um die ETN

Strukturell gehört ein ETN genauso wie ein ETC und ein regulärer ETF zum Oberbegriff der ETP. Nachdem jahrelang nur von ETFs und deren Sonderformen die Rede war, wird mittlerweile vermehrt generell von ETP, also Exchange Traded Products als Gattung gesprochen. Zuvor war es immer häufiger zu Begriffsverwirrungen gekommen. Das Problem tauchte zunächst bei den ETCs auf und wurde mit den hierzulande seit 2009 erhältlichen ETNs noch größer.

Allerdings sind die Bezeichnungen bis heute nicht durchgehend einheitlich, was zum Teil auch an Mischstrukturen liegt. So gibt es auch ETNs, die aufgrund eines fehlenden Segments an einer Börse gezwungenermaßen eher wie ETCs konstruiert sind. Es hält sich also nicht jeder ETN an die eigene Definition. Damit sollte ein Anleger also das tun, was ohnehin immer erforderlich ist: Erst das Kleingedruckte lesen, das Produkt verstehen und dann entscheiden.

24. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.