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Diese Faktoren beeinflussen den Optionsschein-Kurs

Wie genau sich der Optionsschein innerhalb der Laufzeit entwickelt, hängt gleich von mehreren Einflussgrößen ab.

Der Kurs eines Optionsscheins ist ausgesprochen schwierig zu berechnen.

Von den teilweise sehr theoretischen Einführungen der Banken sollten Sie sich aber dennoch nicht irritieren lassen.

Zwar gibt es für jeden Optionsschein mehr als ein Dutzend verschiedener Kennzahlen.

Viele davon sind aber so komplex und gleichzeitig nichtssagend, dass selbst professionelle Investoren damit wenig anfangen können. Es genügt, wenn Sie sich mit den 6 wichtigsten Eigenschaften und Kennzahlen befassen, die wirklich eine Rolle spielen.

Omega-Hebel: So viel stärker fällt jede Kursveränderung aus

Der Hebel gibt an, welche Hebelwirkung der Optionsschein besitzt, also, um wie viel stärker sich jede Kursveränderung des Basiswerts auswirkt.

Achtung: Schauen Sie nicht auf den theoretischen Hebel! Leider gibt es 2 Hebel-Begriffe, die von unerfahrenen Anlegern immer wieder verwechselt werden.

Schauen Sie nicht auf den theoretischen Hebel, denn diese Kennzahl ist in der Praxis wenig aussagekräftig.

Wichtig für Sie als Anleger ist der Omega-Hebel, der wesentlich genauer und eindeutiger ausdrückt, wie stark jede Kursveränderung des Basiswerts gehebelt wird.

Das ist leicht zu merken: Der Omega-Hebel gibt an, um wie viele Prozentpunkte sich der Kurs des Optionsscheins bewegt, wenn sich der Kurs des Basiswerts um 1% verändert.

Aufgeld: Ab welchem Kurs des Basiswerts Sie in die Gewinnzone kommen

Der Ausdruck „Aufgeld“ ist etwas missverständlich, weil er nach einer Gebühr klingt. Gemeint ist damit aber keine Gebühr, sondern Ihre Gewinnchance. Das Aufgeld drückt aus, um wie viel Prozent der Basiswert des Optionsscheins (Aktie, Index) bis zur Fälligkeit steigen (bei Puts: fallen) muss, damit Sie die Gewinnschwelle erreichen.

Beispiel: Bei einem Kauf-Optionsschein auf die Siemens- Aktie bedeutet ein Aufgeld von 10%: Die Aktie muss bis zum Laufzeitende um 10% steigen, damit Sie die Gewinnschwelle erreichen.

Beim Aufgeld am wirklichen Potenzial des Basiswerts orientieren

Laufzeit, Hebel und Kaufkurs können noch so attraktiv sein. Die wichtigste Überlegung beim Kauf eines Optionsscheins gilt dem Aufgeld.

Überlegen Sie sich grundsätzlich vorher, welchen prozentualen Anstieg Sie dem Basiswert bis zum Laufzeitende realistischerweise zutrauen.

Hat er genug Potenzial, um das Aufgeld auszugleichen? Falls nicht, dann sollten Sie den Optionsschein auch nicht kaufen.


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Beispiel: Trauen Sie dem DAX nur eine Steigerung von 10% zu, sollten Sie keinen Optionsschein mit einem Aufgeld von 20% auswählen. Grundsätzlich gilt: Je niedriger das Aufgeld, desto besser und sicherer!

Um Optionsscheine mit unterschiedlicher Laufzeit und gleichem Basiswert vergleichen zu können, können Sie auf das Aufgeld pro Jahr schauen. Die Frage lautet hier: Um wie viel Prozent muss der Basiswert innerhalb eines Jahres steigen, damit die Gewinnschwelle erreicht wird?

Delta: die Preisentwicklung

Die Kennzahl Delta zeigt Ihnen an, wie sich der Preis eines Optionsscheins entwickelt, wenn sich der aktuelle Kurs des Basiswerts um eine Einheit ändert. Bei Kauf-Optionsscheinen (Calls) bewegen sich die Delta-Werte zwischen 0 und +1 (bzw. 0% und 100%).

Bei Verkaufs-Optionsscheinen (Puts) liegen Sie zwischen -1 und 0 (bzw. -100% und 0%).

Beispiel: Ein Call auf die Telekom mit einem Delta von +0,5 wird bei einem Anstieg der Telekom-Aktie um 1 € theoretisch 0,50 € hinzugewinnen.

(Sollte das Bezugsverhältnis nicht bei 1:1 liegen, müssen Sie diesen Wert mit dem Bezugspreis multiplizieren.)

Als Faustformel gilt: Die Kennzahl Delta entspricht der Ausübungswahrscheinlichkeit.

  • Je näher beim Call auf eine Aktie die Zahl Delta bei 1 liegt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs der Aktie am Ende über dem Basispreis liegt. Das heißt: In diesem Fall können Sie die Option ausüben, den Basiswert also günstiger kaufen als zu seinem aktuellen Börsenkurs.
  • Bei einem Put gilt: Je näher das Delta bei -1 liegt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs der Aktie am Ende unter dem Basispreis liegt. Das würde bedeuten: Sie können die Aktie teurer verkaufen als zum aktuellen Kurs.

Beispiel: Die Telekom-Aktie notiert aktuell bei 13,50 €. Angenommen, der Basispreis liegt bei 4,00 €. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Telekom-Aktie auf unter 4,00 € fällt, ist sehr gering.

Daher wird die Kennzahl Delta fast bei 1 (100%) liegen.

Läge der Basispreis dagegen bei 100 €, wäre das Delta fast bei 0, da die Wahrscheinlichkeit, dass die Telekom-Aktie von 13,50 € auf über 100 € steigt, ebenfalls sehr gering ist.

Je niedriger das Delta, desto höher ist Ihr Risiko als Optionsscheininhaber. Allerdings ist das Delta keine konstante Größe, sondern schwankt ständig. Es wird beeinflusst von Kursänderungen des Basiswerts, aber auch von der erwarteten Schwankungsstärke (Volatilität) und der Restlaufzeit.

Innerer Wert und Zeitwert

Innerer Wert = (Kurs Basiswert – Basispreis) :Bezugsverhältnis

Der Reiz eines Optionsscheins besteht darin, dass Sie den Basiswert (Aktie, Index) irgendwann günstiger kaufen (Call) bzw. teurer verkaufen (Put) können als zum dann gültigen Kurs.

Der innere Wert gibt an, wie viel Ihr durch den Optionsschein erworbenes Optionsrecht wert ist, wenn Sie es jetzt genau in diesem Augenblick ausüben würden. Berechnen lässt sich diese Größe ganz einfach:

Beispiel: Sie erwerben einen Optionsschein auf die Telekom-Aktie. Der aktuelle Kurs der Aktie liegt bei 13,50 €. Der Basispreis Ihres Optionsscheins liegt bei 9 €, das Bezugsverhältnis bei 1:1. Dann beträgt der innere Wert Ihres Optionsscheins 13,50 € – 9 € = 4,50 €. Um so viel günstiger könnten Sie am heutigen Tag also die Telekom- Aktie erwerben als zum aktuellen Kurs.

Ihr Optionsrecht hat damit einen inneren Wert von 4,50 €.

Der Zeitwert ist dagegen eine Art „Hoffnungswert“ (zumindest aus Sicht des Anlegers). Aus Sicht der Bank, die den Optionsschein herausgibt, ist er allerdings eine Art „Risikoprämie“.

Das heißt: Sie zahlen für den Optionsschein mehr als nur den inneren Wert, denn Sie werden wahrscheinlich von der Ausübung der Option profitieren und setzen auch darauf. Der Zeitwert errechnet sich so:

Zeitwert = aktueller Kurs Optionsschein – innerer Wert

Bleiben wir bei unserem oben angeführten Telekom-Beispiel: Der innere Wert beträgt 4,50 €. Tatsächlich müssen Sie für den Optionsschein aber 6 € bezahlen. Dann beträgt der Zeitwert 6 € – 4,50 € = 1,50 €.

Der Zeitwert zeigt Ihr aktuelles Risiko an. Wenn der Optionsschein heute fällig würde, müssten Sie mit einem Verlust von 1,50 € rechnen. Grundsätzlich gilt: Der Zeitwert sinkt während der Laufzeit und erreicht am Tag der Fälligkeit (Laufzeitende) einen Wert von 0.

Am Tag der Fälligkeit zählt also nur noch der innere Wert.

Übrigens: Die emittierende Bank ermittelt den Zeitwert nicht beliebig. Sie berücksichtigt bei der Berechnung im Wesentlichen 3 Faktoren:

  • Restlaufzeit des Optionsscheins
  • erwartete Schwankungsstärke (implizite Volatilität) und
  • Zinsniveau

Unser Tipp: Verkaufen Sie Ihre Optionsscheine spätestens rund 3 Monate vor Laufzeitende.

Der Zeitwert sinkt nämlich nicht linear, sondern speziell in der Schlussphase überproportional stark.

31. Mai 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.