Diese Faktoren treiben den Goldpreis

Jetzt ist das größte Problem gelöst: Es gibt eine Regelung zur Anhebung des US-Schuldenlimits. In den vergangenen Tagen konnte man tatsächlich den Eindruck bekommen, dass die Zukunft der westlichen Welt auf dem Spiel stand.

Dabei hat mich erst vor einigen tagen ein US-Kollege noch einmal über eine ganz wichtige Tatsache zum Thema Schuldenlimit aufgeklärt. So ist dieses Limit in den vergangenen 50 Jahren mehr als 70 Mal angehoben worden und die Welt ist nicht untergegangen.

Dieses Mal haben jedoch die oppositionellen Republikaner massiv versucht, dieses Thema auszuschlachten, um Munition gegen Präsident Obama für den bevorstehenden Wahlkampf zu sammeln.

Aber dieser Schuss ist nach hinten losgegangen. Selbst in den eigenen Reihen musste zum Schluss Oppositionsführer John Boehner um Akzeptanz für seinen harten Kurs kämpfen.

In diesem unsicheren Umfeld wollten viele Medien nun den Eindruck erwecken, dass es zu einem massiven Anstieg beim Gold und Silber kommen würde, falls sich die beiden Parteien nicht im Schuldenstreit einigen können.

Aber selbst in den vergangenen Tagen, als alles auf eine Zahlungsunfähigkeit der USA hindeutete, gab es nur kleine Aufschläge bei den Edelmetallen.

Nun ist die Regelung da. Dann muss es doch im Umkehrschluss zu einem Ausverkauf bei den Edelmetallen kommen? Das ist aber nicht der Fall. Silber verliert heute 2,1% und Gold sogar nur 0,6%.

Das Ende der Finanzwelt ist für die Edelmetalle mehr oder weniger ein Nicht-Ereignis. Der Goldmarkt ist eben sehr viel komplexer. Die wahren Faktoren für den aktuell sehr starken Goldpreis liegen weder im US-Schuldenstreit noch im südafrikanischen Streik bei den Goldminen.

Es ist die weiter starke Nachfrage in vielen Regionen der Welt –vor allem in Indien und China. Bei der Schmucknachfrage, den Münzen und Barren ist Indien mit einem Weltmarktanteil von 32% der mit Abstand wichtigste Markt. Danach folgt China mit einem Anteil von 20%.

Russland und Europa bringen es zusammen nur auf einem Anteil von 13%. Danach folgen der Mittlere Osten und die Türkei mit 12%. Weit abgeschlagen folgen dann noch die Vereinigten Staaten mit einem Anteil von 8%.

Daran sehen Sie wo die Musik auf den Goldmarkt spielt. Und spannend ist auch, dass der Goldpreis in diesem Jahr nicht in das normale saisonale Muster verfällt und im Sommer absinkt.

Nun gab es vor kurzem eine leichte Korrektur auf 1.555 Dollar pro Unze. Wenn das wirklich das saisonale Muster ist, dann stehen wir noch vor deutlich höheren Preisen in diesem Jahr – vor allem auch da es kaum Produktionsausweitungen bei den großen Minen gibt und auch die internationalen Zentralbanken eher als Käufer und nicht als Verkäufer auf dem Markt auftreten. Diese Faktoren stützen den Goldpreis – und das gilt nicht nur für diese Woche.

 
 
Bildquelle: Gina Sanders - Fotolia

Autor:

Heiko Böhmer

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