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Diese Fehler müssen Erblasser beim Testament vermeiden

Erbschaften sind stets geregelt. Wer was zu bekommen hat, wird entweder im Testament bestimmt oder durchs Gesetz. Die Variante kann frei gewählt werden.

Testament muss auffindbar sein

Ist ein Testament oder die gesetzliche Erfolge sinnvoller? Für den Erblasser ist es eine Entscheidungsfrage, für die Hinterbliebenen im Trauerfall Ausdruck von Unsicherheit, etwa weil mal wieder nicht klar ist, ob überhaupt ein Testament existiert. Hatte der Vater nicht irgendwann mal was erwähnt? Wenn beim Amtsgericht nichts hinterlegt ist, wird in sämtlichen Schubladen gesucht.

Der zurückhaltende Umgang mit dem eigenen Tod ist verbreitet. Doch zumindest der Nachlass sollte ordentlich geregelt sein. Dazu gehört auch daran zu denken, dass bekannt ist, wo sich das Testament befindet. Wer misstrauisch ist und keine Begehrlichkeiten wecken will, kann es zur Sicherheit beim zuständigen Nachlassgericht hinterlegen. Wird es anderenfalls nicht gefunden, tritt automatisch die gesetzliche Erfolge ein.

Freie Nachlassverteilung mit Grenzen

Dabei hat ein Testament entscheidende Vorteile. Mit dem Vermächtnis kann man die Nachlassverteilung und die Erben bestimmen. Das können auch Freunde, die Kirche, Vereine oder Institutionen sein. Ebenso lassen sich Vor- und Nacherben oder Ersatzerben festlegen, für den Fall, dass einer stirbt. Das ganze wirkt sich dann auf die Erbschaftssteuer der Nachkommen aus.

Wer was bekommt, kann man frei bestimmen, sogar wer enterbt wird – allerdings nicht ganz. Den nächsten Angehörigen steht immer der gesetzliche Pflichtteil zu. Ehepartner, Kinder und Enkel können ihn als Geldanspruch geltend machen. Der beläuft sich auf die Hälfte dessen, was ihnen nach der gesetzlichen Erbfolge zugestanden hätte. Das gilt auch dann, wenn sich Ehepartner gegenseitig als Alleinerben eingesetzt haben.

Doch auch wenn eine Verfügung von Todes wegen steht, gibt es Fälle, in denen unklar ist, ob das Testament oder die gesetzliche Erbfolge greift. Vielfach muss das Gericht entscheiden. Zwar hat ein Testament verfassungsgemäß Vorrang, allerdings nur, wenn einige Formerfordernisse erfüllt sind, der Verfasser im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist und das gesamte Erbe erfasst ist.

Vermögen vollständig verteilen

Im letzten Fall geht es darum, dass etwa ein bestimmter Erbe nur einen Teil des Vermögens erhalten soll. Es muss ja nicht gleich die völlige Enterbung sein. Hier sieht das Gesetz vor, dass für den übrigen Teil die gesetzliche Erbfolge gilt.

Das gleiche, wenn bei mehreren Erben die jeweilig bestimmten Erbteile zusammen nicht den kompletten Nachlass ergeben. Das kann passieren, wenn sich der Erblasser verrechnet hat. Das Testament wird dann so ausgelegt, dass die Anteile verhältnismäßig erhöht werden. War es Absicht, wird der Rest nach der gesetzlichen Erbfolge verteilt.

Gesetzliche Erfolge bei fehlender Testierfähigkeit

Komplett wird ein Testament durch die gesetzliche Erbfolge ersetzt, wenn es ungültig ist. Etwa weil der Verfasser jünger als 16 war oder wenn es im Alter zwischen 16 und 18 nicht als öffentliches Testament vorm Notar erklärt wurde.

Abgesehen von diesen eher seltenen Fällen kann die Testierfähigkeit dann fehlen, wenn jemand nicht in der Lage ist, die Tragweite seiner Willenserklärung einzuschätzen. Das können Bewusstseinsstörungen oder andere Formen von Geistesschwäche sein – meist bei älteren Personen.

Persönlicher Wille, persönliche Handschrift

Abgesehen davon muss ein Testament eigenhändig geschrieben und unterschieben sein. Die Handschrift ist Ausdruck des höchstpersönlich bekundeten Willens. Der muss erkennbar sein, gleich ob auf Deutsch oder einer anderen Sprache. Die Erben sollten mit Vor- und Zunamen beschrieben werden, was Verwechslungen vermeidet.

Wichtig sind auch Ort und Datum, da ein neueres Testament immer das ältere ersetzt. Das betrifft auch Änderungen im Text. Die müssen genauso unterschrieben sein, wie das gesamte Testament. Fehlt die Unterschrift, tritt die gesetzliche Erbfolge ein.

Das kann auch geschehen, wenn der Verfasser kaum noch schreiben kann und ihm jemand zur Hilfe die Hand führt. Dann nämlich ist es nicht mehr die höchstpersönliche Handschrift.

Mit notariellem Testament auf Nummer Sicher

In dem Fall lieber ein notarielles Testament verfassen. Der Notar kann es schreiben und beurkunden, doch unterschreiben darf nur der Erblasser. Andere Möglichkeit: Das Testament wird von einem Dritten geschrieben und ausgedruckt. Dann aber muss es im verschlossenen Umschlag dem Notar übergeben werden, der den Erhalt bestätigt.

Mit dem Thema Erbfolge und Testament sollte sich jeder zeitig befassen. Wer es versäumt, riskiert die Zerschlagung seines Vermögens bei Beendigung der Erbengemeinschaft. Ein notarielles Testament ist auf jeden Fall die sichere Variante. Ist es bei Gericht hinterlegt, ist es notfalls der Ersatz für den Erbschein, womit der übliche Aufwand dafür entfällt.

18. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.