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Fundamentalkennzahlen machen Ihnen die Aktienauswahl leicht

Börsenprofis wie der legendäre Fundamentalanalyst Warren Buffett bedienen sich einer ganzen Reihe von Kennzahlen, um den „fairen Wert“ eines Unternehmens einzuschätzen. So kompliziert brauchen Sie es sich nicht zu machen. Es genügt, wenn Sie als Privatanleger die wichtigsten Kennzahlen betrachten.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV): der wahre Preis einer Aktie

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist das Verhältnis von aktuellem Aktienkurs zum Gewinn pro Aktie. Sie teilen dazu einfach den Börsenwert eines Unternehmens durch dessen Gewinn. In aller Regel erhalten Sie als Ergebnis eine 2-stellige Zahl. Ein KGV von 15 lässt sich so interpretieren: Falls der Gewinn des Unternehmens sich nicht ändert, hat sich das Geld, das Sie in die betreffende Aktie gesteckt haben, nach 15 Jahren gelohnt.

Denn die Gewinne, die die Aktiengesellschaft in diesem Zeitraum erzielt hat, machen die Kosten für den Aktienkauf wieder wett. Das KGV ist sozusagen der wahre Preis einer Aktie. Mit dem KGV können Sie unterschiedlichste Unternehmen einer Branche miteinander vergleichen. Je niedriger das KGV, desto günstiger die Aktie.

Wie gut eignet sich das KGV als Kennzahl zur Bewertung von Aktien? Sicher ist: Es ist leicht zu berechnen und ebenso leicht zu verstehen. Das KGV gibt Ihnen eine erste – und recht gute – Einschätzung darüber, ob eine Aktie billig oder teuer ist. Vor allem im Branchenvergleich („Kaufe ich lieber Daimler oder lieber BMW?“) leistet das KGV gute Dienste, weil der Aktienkurs in seiner absoluten Höhe nichts über den Preis einer Aktie aussagt.

Aber Vorsicht: Die Ermittlung künftiger KGVs beruht auf Gewinnschätzungen für die Zukunft. Diese Schätzungen sind nicht immer verlässlich. Deshalb ist das KGV nur aussagekräftig, wenn der Markt stabil ist und starke Gewinneinbrüche unwahrscheinlich sind.

Dividendenrendite: die „Verzinsung“ einer Aktie

„Wie viele Zinsen bekomme ich pro Jahr dafür?“ Bei einem Bankkonto, einem Sparbrief oder einer Anleihe stellen Sie diese Frage sofort. Bei einer Aktie dagegen ist sie weniger üblich – aber dennoch sinnvoll. Wer nach der Dividendenrendite fragt, fragt nach der „Verzinsung“ einer Aktie. Errechnet wird diese Kennzahl, indem Sie die Ausschüttung (Dividende) durch den Kurs der betreffenden Aktie teilen und das Ganze mit 100% multiplizieren. Wenn Sie eine Aktie bereits im Depot haben, nehmen Sie den Kaufkurs, ansonsten den aktuellen Aktienkurs.

Eine hohe Dividendenrendite ist in aller Regel erstrebenswert. Schließlich würden Sie auch bei Bankkonten lieber dasjenige wählen, das die höheren Zinsen abwirft. Zur besseren Einordnung: Die durchschnittliche Dividendenrendite aller DAX-Unternehmen liegt bei etwa 2,5% pro Jahr. Das Spektrum reicht allerdings von 0 bis 8%.

Eignet sich die Dividendenrendite uneingeschränkt als Kennzahl zur Aktienauswahl? Hier ist Vorsicht angebracht. Zwar ist die Dividendenrendite leicht zu errechnen und als „Verzinsung einer Aktie“ ebenso leicht zu verstehen. Doch gibt es einige Aktiengesellschaften, die viel mehr ausschütten, als sie sollten.

Solche Unternehmen verwenden womöglich ihren gesamten Gewinn für die Dividenden. Die Deutsche Telekom oder der Reisekonzern TUI sind Beispiele dafür. Durch die hohen Ausschüttungen bleibt kaum etwas für (notwendige) Investitionen übrig, und das Unternehmen verliert an Substanz. In solche Unternehmen investieren Sie besser nicht!


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Vorsicht ist ebenfalls angebracht, wenn die Dividendenrendite aufgrund eines Kursverfalls angestiegen ist. Sinkt der Kurs, steigt die Dividendenrendite. Das kann auch ein Warnsignal sein. Investieren sollten Sie nur in Unternehmen, deren Geschäftsmodell und Unternehmenspolitik Sie überzeugen.

Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV): Zahlt die Börse einen Aufschlag?

Wer alle Vermögensgegenstände eines Unternehmens zusammenzählt und die Schulden davon abzieht, erhält den Buchwert. Vermögensgegenstände sind beispielsweise Gebäude, Anlagen, Maschinen, Fahrzeuge, Unternehmensbeteiligungen, kurzum die Substanz eines Unternehmens. Wenn Sie diesen Substanz- oder Buchwert in den Nenner eines Bruches setzen und den aktuellen Börsenwert (Marktkapitalisierung) in den Zähler, erhalten Sie das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV).

Wenn das KBV über 1 liegt, heißt das: Die Börse zahlt für das Unternehmen mehr, als es von seiner Substanz her wert ist. Sie bewertet also die künftigen Gewinnchancen mit einem Aufschlag. Das ist die Regel. Aber es gibt auch den umgekehrten Fall – nämlich dass das KBV unter 1 liegt. Eigentlich paradox: Dann nämlich liegt der Börsenwert des betreffenden Unternehmens unter dem, was all seine Vermögensgegenstände (abzüglich der Schulden) zusammen kosten.

Deshalb gilt in aller Regel: Ein KBV, das unter 1 liegt, ist ein Kaufsignal. Denn es kann nicht von Dauer sein, dass der Markt für ein Unternehmen weniger zahlt, als es wert ist. Üblicherweise wird der Aktienkurs schnell wieder steigen. Sie müssen allerdings aufpassen: Das gilt nur für gesunde Unternehmen, deren Gewinnchancen in Zukunft gut sind. Sind die Aussichten schlecht, gilt auch bei einem KBV unter 1: Finger weg!

Vor diesem Szenario brauchen Sie als Aktionär sich übrigens nicht zu fürchten – im Gegenteil. Um die AG zerschlagen und verkaufen zu dürfen, braucht die Beteiligungsgesellschaft erst einmal die Hoheit über alle Aktien. Dazu muss sie allen anderen Aktionären ein Angebot für ihre Aktien machen. In der Regel wird sie einen höheren Preis bieten. Auch aus diesem Grund lohnen sich Aktien mit niedrigem KBV häufig.

Das KBV ist eine gute Kennzahl, vorausgesetzt, es wird nicht allein betrachtet. Aktien mit niedrigem KBV sind immer dann ein Schnäppchen, wenn das betreffende Unternehmen

auch künftig Gewinne macht und nicht etwa durch laufende Verluste die Substanz immer weiter aufzehrt.

Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV): Eine nicht ganz einfache Kennzahl

Der Vorteil am Kurs-Umsatz-Verhältnis ist: Es lässt sich unabhängig vom Gewinn ermitteln. Der Umsatz des betreffenden Unternehmens wird hier ganz einfach durch seinen Börsenwert (= seine Marktkapitalisierung) geteilt. Die Rechenformel dazu lautet:

KBV = Marktkapitalisierung/Umsatz oder Aktienkurs/Umsatz pro Aktie

Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) brauchen Sie allerdings nur in 3 Fällen:

  • Fall 1: Sie wollen 2 Unternehmen mit gleichem KGV vergleichen.
  • Fall 2: Sie wollen eine Aussage zu einem Unternehmen treffen, das aktuell keine Gewinne schreibt, etwa weil es sich um ein zyklisches Unternehmen handelt und aktuell gerade eine Konjunkturflaute herrscht. Mangels Gewinns können Sie dann kein Kurs-Gewinn-Verhältnis berechnen. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis dient Ihnen dann gewissermaßen als Ersatz.
  • Fall 3: Sie wollen in der Startphase in ein Unternehmen investieren, an dessen Geschäftsmodell Sie glauben, das aber wegen hoher Anfangsinvestitionen noch keine Gewinne schreibt. Auch dann ist das Kurs-Umsatz-Verhältnis sozusagen der Ersatz für das Kurs-Gewinn-Verhältnis.

Ganz leicht zu verstehen ist das Kurs-Umsatz-Verhältnis nicht. Es trifft eine Aussage dazu, ob ein Unternehmen im Vergleich zu seinem Aktienkurs viel oder wenig Umsatz erwirtschaftet. Zur Bewertung: Ein niedriges KUV ist gut – die betreffende Aktie ist also günstig zu haben.

Bei etablierten Unternehmen, die die Aufbau- und Wachstumsphase bereits hinter sich haben, heißt „niedrig“ weniger als 1. Hier gibt es allerdings große Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen. Deshalb eignet sich das KUV nur für Vergleiche innerhalb einer Branche und nicht für den branchenübergreifenden Vergleich zweier Unternehmen.

Aber Vorsicht: Investieren Sie ausschließlich in Aktiengesellschaften mit guten Gewinnaussichten. Was wiederum heißt: Betrachten Sie das KUV niemals isoliert. Denn ein niedriges Kurs-Umsatz-Verhältnis sagt nichts darüber aus, ob eine Aktiengesellschaft dauerhaft rentabel wirtschaftet oder ob vom Umsatz nach Abzug der Kosten kein Gewinn mehr übrig bleibt

1. Dezember 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.