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Diese Gewerbesteuer fällt für eine Personengesellschaft an

Die Gewerbesteuer ist eigentlich eine Gewerbeertragssteuer. Die Personengesellschaft ist von Natur aus keine Rechtsperson. Dennoch gibt es Fälle, in denen eine Gewerbesteuer erhoben werden kann. Ist die Tätigkeit einer Personengesellschaft ein Gewerbebetrieb, so ist der Steuerschuldner die Gesellschaft.

Die Gewerbesteuer ist eine Gemeindesteuer. Aus diesem Grunde kann es Sinn machen, sich vor Gründung einer Personengesellschaft genau anzusehen, welche Gemeinden wie viel Steuern erheben.

Vielleicht gibt es sogar in der Nähe des Wohnortes eine Gemeinde, die auf Gewerbesteuer verzichtet. Das hat natürlich einen unschlagbaren Vorteil, wenn man mit der Personengesellschaft nicht ortsgebunden agieren muss. So kann man sich die günstigste Gemeinde aussuchen.

Die Gewerbesteuer gehört für viele Gemeinden in Deutschland zu den wichtigsten direkten Einnahmequellen. Jede Gemeinde kann aber die Höhe der Gemeindesteuer selbst bestimmen oder sogar auf die Gemeindesteuer verzichten. Dies ist für Gemeinden gedacht, die die Ansiedlung von Gewerbebetrieben fördern möchten.

Eine Gemeinde mit einem Hebesatz über 0 ist attraktiv für neue Gewerbe. Natürlich ist das Ziel letztlich, neue Arbeitsplätze in der Gemeinde zu schaffen. Dieses Vorteil kann man bei der Gründung einer Personengesellschaft nutzen.

Gewerbesteuer: Freibetrag

Man muss als Personengesellschaft nicht ab dem 1. Cent Steuern zahlen. Um in die Kategorie der Gewerbesteuer zu fallen, benötigt man Gewinne von über 24.500 €. Diese Summe ist der Freibetrag. Nur Beträge über dieser Summe sind von einer Gewerbesteuer betroffen.

Nach dem Einkommensteuergesetz (EStG) ist eine selbstständige Betätigung dann ein Gewerbebetrieb, wenn sie mit einer Gewinnabsicht betrieben wird und sich am wirtschaftlichen Verkehr beteiligt.

Dabei betrifft dies nicht Personen, die im Bereich der Land- und Forstwirtschaft tätig sind. Genauso wenig gilt die Regelung für Personen, die einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen – zum Beispiel als Kulturschaffende. Eine Beteiligung am wirtschaftlichen Austausch liegt vor, wenn ein Steuerpflichtiger mit Absicht Gewinn erzielt und am Leistungs- oder Güteraustausch teilnimmt.

Buchung der Gewerbesteuer bei einer Personengesellschaft

Seit 2008 ist die Zahlung der Gewerbesteuer (Gewerbesteueraufwand) generell keine Betriebsausgabe mehr und kann nicht als Aufwand ausgewiesen werden. Dies gilt für Personengesellschaften, Einzelunternehmer ebenso wie für Kapitalgesellschaften.

Damit müssen Personenunternehmen die Zahlungen der GewSt (Gewerbesteuer-vorauszahlung und Restzahlung) vom Firmenkonto bezahlen und diese Entnahme in der Buchhaltung als Privatentnahme buchen.

Personengesellschaften können die Gewerbesteuer über die Einkommensteuer geltend machen. Paragraph § 35 EStG regelt die Steuerermäßigung bei Einkünften aus einem Gewerbebetrieb.

Personenunternehmen, deren gewerblicher Gewinn der Einkommenssteuer unterliegt, können die Einkommensteuer um den Faktor 3,8 (bezogen auf den Gewerbesteuerbetrag) reduzieren. Die Reduzierung darf aber nicht höher als die Höhe der geleisteten Gewerbesteuer sein. Im Idealfall bezahlt man also am Ende gar keine Gewerbesteuer.

Gewerbesteuer bei einer Personengesellschaft

Seit 2008 werden 25% der Finanzierungsaufwendungen einer Personengesellschaft dem Gewinn hinzugerechnet. Als Finanzierungsaufwand gelten Zahlungen für Schulden, Rentenzahlungen, Gewinnanteile stiller Gesellschafter und Finanzierungsanteile in Mieten, Pachten, Leasingraten und dergleichen.

Diese Finanzierungsanteile werden pauschal aus den gezahlten Gesamtkosten ermittelt. Als Maximum gilt der erlaubte Betrag für kleine und mittlere Betriebe in Höhe von 100.000 €.

30. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.