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Diese Lebensversicherung weckt falsche Hoffnungen

Fehlende Transparenz, hohe Kosten und immer weniger Ertrag: Leiden Lebensversicherungen schon lange mit Rendite- und Imageproblemen, sind sie im anhaltend niedrigen Zinsumfeld endgültig zum Auslaufmodell geworden. Deshalb polierten die Versicherer ein Modell auf, das früher nie so recht lief und mit der Finanzkrise in der Schublade verschwand: die Indexpolice.

Indexpolice: Funktionsweise ist wenig transparent

Die Herausforderung bei der Indexpolice: Ihre Funktionsweise muss überhaupt verstanden werden. Index klingt zunächst nach Aktien, was spontan an fondsgebundene Lebensversicherungen erinnert. Bei denen wird aus den fortlaufenden Beiträgen Überschussgeld in Wertpapiere gesteckt. Eine Indexpolice indes investiert nicht in Aktienpakete, sondern in einen ganzen Index – ähnlich einem ETF-Sparplan.

Tatsächlich profitiert man von der Wertentwicklung großer Indizes wie Dax oder Stoxx. Da aber gleichzeitig die Beiträge gesichert werden müssen, ist die Funktionsweise bei der Indexpolice recht komplex. Die Verschiebung vom Magerzins zur Rendite ist mit Optimierungs- und Sicherungsmechanismen versehen, die Kunden ohne Finanzmarktkenntnisse schon begrifflich vor Fragen stellen. Was sind Optionen und Caps?

Optionen und Caps

Optionen sind Termingeschäfte. Die kauft man, um etwa Aktien irgendwann zu einem gewünschten Kurs erwerben zu können. Geht die Wette daneben, lässt man sie verfallen. Verluste lassen sich durch Verkaufsoptionen auf der Gegenseite ausgleichen. Diese Derivate eignen sich zur Spekulation und Absicherung.


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Und Caps funktionieren wie ein Deckel, bei dem Wertenwicklungen ab einer festgelegten Grenze ignoriert werden. Ein Cap limitiert nach oben oder unten, wahlweise auch in beide Richtungen.

Strukturell verläuft die Indexpolice in ihrer Funktionsweise über zwei Etappen. Zuerst wird, wie bei jeder Lebensversicherung, das eingezahlte Geld als risikofreies Sicherungsvermögen angelegt, schließlich sind die Beiträge garantiert. Wird Überschuss erwirtschaftet, geht der im zweiten Schritt in ein Investment, dessen Erträge nicht garantiert sind. In dem Fall auf einen Index, der höhere Rendite verspricht als normale Zinsen.

Allerdings werden nicht etwa Fondsanteile von ETFs, also passiven Indexfonds gekauft, sondern Optionen auf einen bestimmten Index-Kursverlauf. Tritt der wie erwartet ein, lassen sich Renditen erzielen, die ein Mehrfaches über denen des Index selbst liegen. Das Risiko: Der Hebeleffekt ist genauso wenig sicher wie der Kurszuwachs. Und läuft es negativ, ist der Einsatz verloren. Sicherungsmechanismen können nur ausgleichen.

Abgeriegelte Erträge

Gleich was auch herauskommt, es wird dem Sparkapital zugeschrieben. Läuft der Index positiv, wächst das Guthaben. Läuft er negativ, bleibt es zwar im Kern unberührt, die Überschüsse jedoch werden von den Verlusten abgegraben. Dabei ist es leider nicht so, dass im Jahresverlauf besonders gute Monate das Ergebnis in die Höhe treiben. Dieser Effekt wird begrenzt, und zwar durch einen Cap, der jeden Monat greift.

Alle Gewinne die darüber liegen, nimmt die Versicherung für sich, unter anderem um Optionen zu kaufen. Am Jahresende werden alle monatlichen Gewinne und Verluste verrechnet. Nur eine Rendite, die sich unterhalb des Cap-Limits ergibt, wird dem Sparkapital gutgeschrieben. Der Cap, der jedes Jahr neu festgelegt wird, ist sozusagen der Preis für die Sicherung dieses Guthabens. Diesen Sicherungsmechanismus bezeichnen die Versicherer als Lock-In-Effekt.

Einige Anbieter verwenden statt eines Caps eine Variante, bei der ein Kunde nur prozentual vom Indexzuwachs profitiert. In beiden Fällen können sich also auf lange Sicht Jahre mit gesichertem Kapitalzuwachs und solche mit Nullrendite ergeben.

Indexpolice schwer nachvollziehbar und teuer

Auf den ersten Blick erscheint das Modell attraktiv, besonders im Vergleich zur klassischen Lebensversicherung. Kunden, die sich bei der Entwicklung am Aktienmarkt doch nicht wohl fühlen, können übrigens nach einem Jahr auf eine Variante mit Festzinsrendite umsteigen. Dann aber stehen sie kaum besser als beim Klassiker.

Zudem ist und bleibt die Indexpolice eine Lebensversicherung mit typischen Nachteilen: Hohe Abschluss- und Verwaltungskosten nagen erheblich am Ertrag. Auch ist das Zusammenspiel von Optionen, Cap oder Quote nur schwer zu durchschauen.

Wer über monatliche Raten von den Aktienmärkten profitieren will, tut sich mit ETF-Sparplänen allemal leichter. Sie sind einfacher und flexibler. Sparraten lassen sich beliebig anpassen oder aussetzen. Fondsanteile können jederzeit verkauft werden, und zwar ohne Kündigungsfrist. Und mit ihren vergleichsweise geringen Kosten bringen sie langfristig deutlich mehr Rendite. Diese Sparpläne gibt es sogar im Versicherungsmantel. Selbst in der Form sind sie die bessere Alternative, Steuervorteil inklusive.

24. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.