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Diese Phasen gibt es bei Trend und Konjunktur

Trend und Konjunktur hängen unmittelbar voneinander ab. In einer Volkswirtschaft geht es besonders darum, den nächsten Trend richtig vorhersagen zu können und darauf zu reagieren. Doch dieses Thema ist komplex, denn Wirtschaftsprozesse verlaufen nicht immer gleichförmig. So sind Konjunkturzyklen dabei vollkommen normal. Das bedeutet, die Wirtschaft wächst oder schrumpft eine Zeit lang, bevor sich ein anderer Trend in der Konjunktur abzeichnen kann.

Diese Zyklen gehören zu jeder Volkswirtschaft. Es ist quasi ihr Ausatmen und Einatmen. Heutzutage wird aber oft mit allen Mitteln versucht, bestimmte Phasen in diesem Ablauf zu verhindern.

Wenn der Trend einer Konjunktur Richtung Rezession geht, werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um das zu verhindern. Eine Rezession an sich ist noch nicht dramatisch. Allerdings folgt darauf eine Depression – und dies will man verhindern. Die 4 verschiedenen Phasen des Konjunkturzyklus schauen wir uns näher an.

Aufschwung

Als erste Phase wird oft der Konjunkturaufschwung genannt. Solch eine Entwicklung in der Wirtschaft sieht man natürlich am liebsten, und deshalb ist der Aufschwung die Nummer 1. Aufschwung bedeutet hier, dass die Wirtschaftsleistung wächst und expandiert. Meist kommt diese Phase nach einer Krise, deshalb kann man sie schlecht einfach aus dem Nichts schaffen.

Bei einem Aufschwung steigt die private Nachfrage nach Konsumgütern und bei Unternehmen die Nachfrage nach Investitionsgütern. In beschränktem Umfang kann ein Staat diesen Aufschwung durch eigene Projekte versuchen anzukurbeln.

Dies ist jedoch kein Prozess, den ein Staat in einer globalen Welt alleine vollbringen kann. Auch die Nachfrage aus dem Ausland muss steigen, um heute noch einen Wirtschaftsaufschwung für ein Land verzeichnen zu können.

Das Bruttosozialprodukt nimmt während dieses Konjunkturtrends ebenfalls zu. Die Produktion in den Unternehmen steigt und es entstehen mehr Arbeitsplätze. Analog dazu steigen die Aktienkurse der börsennotierten Unternehmen. Allerdings schafft es die Börse heutzutage, selbst dann zu steigen, wenn die Wirtschaft stagniert und nur die Notenbanken Geld schaffen.

Hochkonjunktur

Die zweite Phase erfolgt laut der klassischen Wirtschaftslehre in Form einer Hochkonjunktur. Produktionskapazitäten sind dabei voll ausgelastet und die Unternehmen haben geradezu märchenhafte Gewinne und Umsätze.

Es kommt jedoch immer wieder zu Engpässen in Teilen der Produktion. Als Folge dieser Engpässe steigen automatisch die Preise und dadurch meistens auch die Löhne. Durch höhere Löhne gibt es wiederum steigende Produktionskosten.

Dies ist allerdings in einer globalisierten Welt etwas überholt. Auch wenn man es einst klassisch an den Hochschulen so gelehrt hat. Heute wird produziert, wo es billig ist und wo der Betrieb Steuervorteile bekommt. Lediglich die Forschung und Entwicklung produzierender Unternehmen verbleibt meist im eigenen Land. Insofern gilt der klassische Konjunkturzyklus in unserer globalisierten Wirtschaftswelt teilweise als überholt.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass einzelne Firmen durchaus eine Hochkonjunktur erreichen können. Allerdings hat die Masse der Mitarbeiter davon immer weniger.

Als ideales Beispiel dafür dient Apple, die mit ihren günstigen Produktionskosten in Asien Mitarbeiter in den Selbstmord treiben, während sie im Westen ihre Produkte mit 300-400% Gewinnspanne verkaufen können. In diesem Fall hat man nur als Aktionär Freude, wenn man eine Beteiligung an dem Unternehmen vor dessen Hochphase gekauft hat.

Rezession

Auf die Party folgt der Kater. Nach einer Hochkonjunktur kommt der nächste Trend der Konjunktur, und zwar die Rezession. Höhere Kosten während des Booms lassen die Preise steigen, während die Nachfrage langsam wieder sinkt.

Der Kostendruck auf Betriebe steigt und gleichzeitig schrumpfen die Gewinne. Damit fallen theoretisch auch die Aktienkurse – zumindest, wenn keine Notenpressen intervenieren. Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und sinkende Einkommen sind die Folge.

Die Rezession ist ein gern genutztes Schlagwort, das in den Medien gerne verwendet wird. Dadurch macht man dem kleinen Arbeiter Angst und kann Reformen begründen, um ein kränkelndes System aufrecht zu erhalten. Doch auf Dauer wird die Rezession dadurch wohl nur verzögert und verstärkt, als nachhaltig verhindert.

Depression

In der letzten Phase des Konjunkturtrends kommt es zur Depression. Unternehmen kämpfen noch immer gegen hohe Kosten bei nun stark sinkendem Absatz. Dadurch schrumpft auch das Eigenkapital der Firmen. Gleichzeitig steigen die Kapitalzinsen und Firmen gehen häufiger in Konkurs. Auf dem Gipfel der Depression wird Geld wieder billiger, weil eine geringe Nachfrage nach Wirtschaftskrediten besteht.

Kaum jemand will zu diesem Zeitpunkt investieren. Dadurch pendeln sich zumindest auf die Papier die Preise wieder ein und es kommt zu einem Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Die Volkswirtschaft macht eine Kur durch und entschlackt. Nicht funktionierende Systeme sterben dabei ab und machen Platz für neue Ideen.

Soweit zur Theorie. Heute wird vieles durch politische Maßnahmen künstlich am Leben erhalten. So dürfen beispielsweise auch nur ausgewählte Banken pleitegehen – wenn es ins Konzept passt.

Saisonale Trends und Konjunktur

Zu den Trends gehören saisonale Schwankungen. Langfristige Trends fallen klassischerweise nicht unter diesen Begriff. Saisonale Trends betreffen immer Teilbereiche einer Volkswirtschaft. Beispielsweise beeinflusst die Spargelsaison die Spargelbauern und die Konsumenten, die gerne Spargel auf dem Teller haben.

Breitere Auswirkungen hat eine saisonale Konjunktur für den gesamten Einzelhandel im Weihnachtsgeschäft. Wintersportorte und insbesondere das Gastgewerbe ist bei ihrer Trendkonjunktur abhängig vom Schnee.

In schneearmen Jahren fallen auch die Umsätze des Gastgewerbes in diesen Regionen geringer aus. Genauso haben Biergärten und andere Gewerbe, die vom schönen Wetter  abhängig sind, in kalten Sommern wirtschaftliche Schwierigkeiten.

Der Versuch, Konjunkturschwankungen gesetzmäßig vorauszusagen, hat in Wirklichkeit kaum real funktioniert. Vor allem, weil alle Modelle noch immer auf die klassische Trendprognose der 1970er Jahre aufbauen. Damals war man aber noch weit entfernt von einer globalen Welt.

Es gab zu dem Zeitpunkt auch kaum Produktionsstätten in Billiglohnländern. Laut der klassischen Wirtschaftstheorie gibt es lange Konjunkturwellen von rund 50 Jahren, mittlere von 7 und kurze  von 40 Monaten (also gut 3 Jahren). Doch dieses System hilft einem heutzutage wenig. Besonders, wenn man es als Basis für Börsenspekulationen nutzen will.

Seit der Finanzkrise 2007 ist die strukturelle Problematik noch nicht ansatzweise gelöst. Die USA stellen jeden Tag neue Schuldenrekorde auf und debattierten regelmäßig über die eigene Schuldengrenze. In derselben Zeit werden an den Börsen neue Höchststände vermeldet und der Privatanleger schüttelt den Kopf, denn laut Konjunkturzyklus müssten die Aktienkurse längst gefallen und die Wirtschaft in der Depression sein.

Bevor man sich deshalb zu sehr auf das Zusammenspiel von Trend und Konjunktur verlässt, gilt es über den Tellerrand zu blicken. Heute muss man auch auf die Notenbanken zählen, die lieber den Markt fluten und somit künstlich solide Wirtschaftsdaten produzieren. Auch wenn vielleicht der Blick in den eigenen Geldbeutel schon seit längerer Zeit eher an die Rezession denken lässt.

19. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.