MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Diese (psychologischen) Börsenfallen sollten Sie kennen

Der deutsche Aktienleitindex DAX kommt seit seiner Gründung im Jahr 1988  inklusive der Dividenden auf ein durchschnittliches jährliches Plus von rund 8%. Dennoch haben viele Privatanleger in Deutschland unterm Strich eher schlechte Erfahrungen mit Aktien gemacht.

Doch wie kommt es, dass viele Privatanleger in Deutschland mit Aktien unterm Strich eher Geld verloren haben, obwohl sich der DAX langfristig positiv entwickelte?

Typische Anlegerfehler

Die sogenannte „Behavioral Finance“ – also die Verhaltens-Ökonomik – hat inzwischen klar nachgewiesen, dass v. a. 2 Fehlverhalten bzw. Phänomene dafür verantwortlich sind, dass Anleger mit Aktien keine guten Ergebnisse erzielen:

Das 1. Phänomen nennt sich „all-time-high-bias“: Befindet sich eine Aktie auf Allzeithoch, meldet unsere Psyche: Ein weiterer Anstieg ist unwahrscheinlich. Das weit größere Problem ist aber der sogenannte „Dispositions-Effekt“, der auf unserer Verlust-Aversion beruht. Anleger empfinden demnach Verluste sehr viel stärker als Gewinne.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Verluste 2 bis 2,5-mal so stark wahrgenommen werden wie Gewinne in gleicher Höhe. Das führt dazu, dass Anleger Verluste viel zu spät und Gewinne oftmals viel zu früh realisieren.

Falsche Denkmechanismen stehen dem Börsenerfolg im Wege

Hinzu kommt, dass falsche Denkmechanismen dem Börsenerfolg konsequent im Wege stehen. Dazu ein kleines Beispiel:

  1. Ein Anleger kauft eine Aktie und der Kurs dieser Aktie fällt in der Folge. Das tut einem Anleger am meisten weh.
  2. Der Anleger kauft eine Aktie, sie steigt, er verkauft sie – und sie steigt weiter. Das tut ihm dann etwas weniger weh.

  3. Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

    • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
    • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
    • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
    • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
    • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
    • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

    Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


  4. Der Anleger kauft eine Aktie nicht und sie steigt. Das schmerzt ihn am wenigsten.

Über allem schwebt der tröstliche Gedanke, die Märkte hätten ja auch fallen können. So empfindet es der Anleger. Aber faktisch ist das die falsche Denkweise. Denn in allen diesen Fällen sind Verluste erzielt bzw. potenzielle Gewinne nicht realisiert worden.

Diese Denkmechanismen, die als „Error of Omission“ und „Error of Comission“ (Aktions- und Auslassungs-Fehler) bekannt sind, hindern Anleger daran, Gewinne zu erzielen. Aktions- und Auslassungs-Fehler deshalb, weil Anleger entweder das Falsche tun (falsche Aktion) oder das Richtige nicht tun (das Richtige auslassen).

Frontrunning: was genau ist das?

Vielleicht haben Sie schon einmal vom sogenannten „Frontrunning“ gehört. Diese Betrugsmasche wird in den USA auch als „Pump and Dumb“ bezeichnet und ist leider immer wieder auch in Deutschland zu beobachten. Die Betrugsmasche sieht wie folgt aus:

Die Verdächtigen kaufen im Ausland – oft in den USA oder in Kanada – für ein paar Dollar wertlose börsennotierte Pleite-Unternehmen. Die Unternehmen erhalten dann zunächst einmal einen neuen Namen. Im Anschluss wird behauptet, dass diese Unternehmen in „heißen“ Boom-Branchen (oft Rohstoffe) tätig sind, und es wird in kostenlosen Internet-Börsendiensten per Fax oder Anruf fleißig die Werbetrommel gerührt.

Die wertlosen Aktien werden als die neuen Stars am Börsenhimmel ausgegeben und zum Kauf empfohlen. Wenn dann genug schlecht informierte Privatanleger die Aktien gekauft haben und der Kurs entsprechend steil gestiegen ist, werden die an sich wertlosen Aktien von den Betrügern teuer über die Börse verkauft.

Dies ist kein Problem, da es (selbst nach einem ersten rasanten Kursanstieg) noch immer genügend Interessenten für die „Kursraketen von morgen“ gibt. Diejenigen, die die Aktien noch im Depot haben, wenn sich herausstellt, dass es sich um Aktien wertloser Unternehmen handelt, müssen oft Totalverluste hinnehmen.

Bei fehlenden Limitangaben sollten Sie skeptisch sein

Insbesondere bei unbekannten Nebenwerten, die weniger häufig an Börsen gehandelt werden, geben seriöse Börsendienste stets ein Limit bei einer Kaufempfehlung mit an. Dieses Limit sollte relativ dicht am aktuellen Kurs liegen.

Fehlt die Angabe eines solchen Limits, ist Vorsicht geboten. Ein Kaufauftrag ohne Limit ermöglicht es den Betrügern, die Aktie, die sie vorher für winzige Cent-Beträge gekauft haben, so teuer wie theoretisch möglich an Privatanleger zu veräußern.

Ein neuer Name und wenig Börsenumsätze in der Vergangenheit bedeuten Gefahr

Wenn Sie eine Empfehlung zum Kauf einer Aktie erhalten, von der Sie noch nie etwas gehört haben, sollten Sie stutzig werden. Sollte eine kurze Recherche bei Google nur einige wenige Treffer bringen, die noch dazu aus diesem Jahr stammen, deutet Vieles darauf hin, dass das Unternehmen kürzlich seinen Namen geändert hat.

Ein solcher Vorgang ist stets kritisch zu hinterfragen. Was sind die Gründe dafür? Sie sollten als nächstes einen Blick auf die Börsenumsätze werfen. Ergibt sich daraus, dass die Aktie über viele Monate an der Börse nicht oder so gut wie nicht gehandelt wurde und plötzlich explodierende Umsätze aufweist, ist das ein Hinweis auf Betrüger, die den Kurs einer wertlosen Aktie nach oben treiben.

Die Betrüger verschicken in dem Zusammenhang meistens große Mengen an E-Mails oder Faxen. Wenn nur 1% der 100.000 Empfänger anbeißt, steigen bereits die Umsätze und daraus resultierend der Kurs rasant an.

Fazit: Was Sie tun sollten

Sie als Anleger sollten sich vor Augen führen, dass es für Ihre aktuelle Entscheidung völlig egal ist, ob Sie mit einer Aktie 100% im Gewinn oder 50% im Verlust liegen – oder bei einem Neukauf: ob die Aktie in der Vergangenheit bereits stark gestiegen ist oder nicht.

Stattdessen sollten Sie sich folgende Frage stellen: Ist diese Aktie zum jetzigen Zeitpunkt ein Kauf, der mir nützt; entweder über die zu erwartende Kursentwicklung oder über die Zahlung von Dividenden als Zinsersatz?

Können Sie diese Fragen mit „Ja“ beantworten, sollten Sie eine Aktie kaufen oder weiterhin halten. Wenn nicht, sollten Sie die Aktie verkaufen oder gar nicht erst kaufen. Und in jedem Fall sollten Sie bei zu guten Angeboten eher skeptisch sein. Mehr als 30 Minuten brauchen Sie für diesen Sicherheitscheck nicht. Diese Zeit sollte Ihnen Ihr Geld wert sein.

17. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.