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Diesen Anteil der Rente müssen Sie versteuern

Was waren das für Zeiten, in denen sich Rentner keine (oder nur in Ausnahmefällen) Gedanken um die Einkommensteuer machen mussten. Was sowieso nie für (höhere) Nebenverdienste, Mieten oder Verpachtungen galt – die Einkommensteuerpflicht -, wurde und wird zunehmend Realität für alle Arten von Renten. Also auch für die Bezüge aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Der Ertragsanteil der Rente ist der prozentuale Anteil, den das Finanzamt mit der Einkommensteuer belegt. Seit Jahren steigt dieser ständig. Dies liegt an der Umstellung der Rentenbesteuerung auf ein nachgelagertes System. Und jeder, der seinen Renteneintritt nahen sieht, sollte sich mit den weiteren Umständen vertraut machen.

Wie der Ertragsanteil der Rente bei der gesetzlichen Rente steigt

Ebenso wie private Renten unterlagen Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung bereits bisher mit dem so genannten Ertragsanteil der Besteuerung. Dieser Anteil war jedoch vergleichsweise gering und führte bei dem alleinigen Bezug der Rente nur im Ausnahmefall zu einer Besteuerung.

Seit 2005 ist es aber so, dass der einkommensteuerpflichtige Teil der gesetzlichen Rente jährlich klettert, bis die Rente im Jahr 2040 voll steuerpflichtig ist. Der Ertragsanteil der Rente bemisst sich nach dem Jahr des Renteneintritts.

Jahr des RentenbeginnsBesteuerungsanteil in Prozent
bis 200550
ab 200652
201060
201570
202080
202585
203090
203595
2040100

Während der Ertragsanteil der Rente bis zu Jahr 2040 stetig steigt, werden dagegen immer größere Teile der Rentenbeiträge aufgrund des Abzugs der Sonderausgaben von der Steuer befreit.

Neben den Renten und anderen Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung sind Bezüge aus berufsständischen Versorgungseinrichtungen und den landwirtschaftlichen Alterskassen von diesem Verfahren betroffen.

Der Ertragsanteil bei der privaten Rentenversicherung

Bei einer lebenslangen privaten Rente hängt die Höhe des steuerpflichtigen Ertragsanteils vom Lebensalter des Versicherten beim Beginn der Rente ab. Umso eher die Rente beginnt, umso länger ist – statistisch betrachtet – die Lebenserwartung und damit die Laufzeit der Rente.

Danach richtet sich auch der Ertragsanteil. Umgekehrt gilt dies auch: Bei Leibrenten kürzerer Laufzeit richtet sich der Ertragsanteil nach der voraussichtlichen Laufzeit der Rente: Umso länger die Laufzeit, umso höher der Ertragsanteil.

Ein Beispiel der Besteuerung von Bezügen aus einer privaten Rentenversicherung: Ab 2013 erhält der Rentner Otto Schmidt nach Vollendung seines 65. Lebensjahrs eine lebenslange Leibrente aus einer privaten Rentenversicherung von monatlichen Bezügen in Höhe von rund 883 €, was einer Jahresrente von 10.600 € entspricht. Aus Gründen der Vereinfachung wird davon ausgegangen, dass eventuelle Freibeträge in einer anderen Rente bereits in Anspruch genommen worden sind.

Herr Schmidt muss demnach für die Rente dieser privaten Rentenversicherung im Jahr 2014 folgenden Betrag versteuern:

  • Die Jahresrente beträgt 10.600 €
  • Der Ertragsanteil davon ist 18 % von 10.600 € – also 1.908 €
  • Davon abgezogen wird der Werbungskosten-Pauschbetrag in Höhe 102 €
  • Das ergibt einen steuerpflichtiger Anteil in Höhe von 1.806 €

Wer als heute noch im Arbeitsleben steht und mithin als Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung seine Beiträge zahlt, sollte in jedem Fall mit den steigenden Ertragsanteilen seiner Rente rechnen. Und sich natürlich auch rechtzeitig darüber informieren, wie sich dies auf sein zukünftiges Einkommen auswirkt.

Andernfalls könnte es zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt – nämlich nach Beginn des Altersruhestands – ein böses Erwachen geben.

15. Oktober 2015

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.