Die Daten in den USA und in Deutschland zeigen, dass es um die dortigen Wirtschaften doch nicht so schlecht bestellt ist, wie viele Börsianer befürchten.
Doch viele Krisen sind weiterhin vorhanden. Da fragen sich Anleger, was für Werte auf dem Kaufzettel stehen sollten?
Diese Frage stellen sich Börsianer vor allem für den Konsumsektor. Ein Sektor, der sich in den vergangenen Jahren als sehr krisenresistent erwiesen hat: Luxusartikel. Denn die Reichen und Superreichen müssen nicht so auf ihr Geld achten wie die Mittelschichten.
Die Käuferschichten von Luxusartikeln sind immer liquide und sind vor allem immer bereit, Geld auszugeben – unabhängig von den Entwicklungen der Volkswirtschaften. Zudem profitieren bestimmte Luxusmarken überdurchschnittlich stark vom Wachstum der Emerging Markets.
Vor allem in Asien sind den Menschen Statussymbole extrem wichtig. Ein Tasche von Prada für die Dame oder ein schnittiger Sportwagen oder eine elegante Uhr für den Herrn – Luxusartikel, die beruflichen Erfolg und gesellschaftlichen Status zeigen, stehen bei den Asiaten ganz oben auf der Kaufliste.
Da verwundert es nicht, dass der französische Luxuskonzern LVMH trotz der Krisen und Unsicherheiten im vergangenen Jahr ein sehr starkes Geschäftsjahr 2011 berichten konnte. So stieg der Umsatz um über sechzehn Prozent (auf 23,7 Milliarden Euro).
Luxusartikel sind krisenresistent
Damit konnten sogar die eigenen Umsatzerwartungen übertroffen werden (23,5 Milliarden Euro). Sowohl der operative Gewinn als auch das Ergebnis trafen genau die Markterwartungen. Der operative Gewinn stieg um knapp 24 Prozent.
Das Ergebnis des weltgrößten Luxusgüterherstellers legte nur minimal um rund ein Prozent zu, was aber vom Markt erwartet worden war (aufgrund von Margenverwässerungen durch Übernahmen).
Rechnet man diese negativen Einmaleffekete heraus, stieg der Gewinn sogar um rund 34 Prozent (auf knapp 3,1 Milliarden Euro). Das stärkste Wachstum kam – wer hätte es gedacht – aus Asien. Noch erfreulicher war jedoch der Ausblick des Unternehmens.
Das Management erwartet ein „exzellentes“ Jahr 2012 – eine derartig positive Aussage hört man in den aktuell unsicheren Zeiten selten von Unternehmen. Auch Anfang 2011 gab das Management einen sehr positiven Ausblick ab und überraschte damit die Märkte.
Wie die Zahlen jetzt bestätigen, hat LVMH damals nicht zu viel versprochen. Die Manager wussten offensichtlich wovon sie reden. Deshalb haben zahlreiche Analysten nun ihre Gewinnprognosen für 2012 erhöht und neue Kaufempfehlungen ausgesprochen. Die Kursziele liegen um 150 Euro.
Zum LVMH-Konzern gehören insgesamt über sechzig Luxusmarken aus den Bereichen Spirituosen (z.B. Don Pérignon), Parfüm und Kosmetik (z.B. Christian Dior), Schmuck (z.B. Tag Heuer) und Mode (z.B. Louis Vuitton). Besonders starkes Wachstum verzeichnet das Unternehmen im Bereich Mode und Lederwaren.



