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Differenzbesteuerung bei Gebrauchtwagen

Die Differenzbesteuerung kommt bei Gebrauchtgegenständen, Kunstgegenständen, Antiquitäten und Sammlungsstücken zur Anwendung. Insbesondere der Gebrauchtwagenhandel macht sich seit langem die Differenzbesteuerung zu eigen.

Da hierbei lediglich die Differenz des Verkaufspreises und dem Einkaufspreis versteuert wird, profitiert der Gebrauchtwagenhändler von einer niedrigen Umsatzsteuer und kann beim Wiederverkauf auch einen günstigeren Preis festlegen.

Mit der Differenzbesteuerung sollte sich jedoch nicht nur ein Händler auskennen. Auch für Privatpersonen ist es hilfreich, über diese Sonderregelung der Umsatzbesteuerung – beispielsweise beim Verkauf an einen Händler oder beim Erwerb eines Gebrauchtwagens – Bescheid zu wissen.

Gebrauchtwagen unterliegen der Differenzbesteuerung

In der Branche der Gebrauchtwagenhändler ist die Anwendung der Differenzbesteuerung schon lange üblich. Konkret bedeutet das: Nimmt ein Gebrauchtwagenhändler einen Pkw von einem Kunden in Zahlung und verkauft ihn weiter, muss lediglich der Einkaufspreis vom Verkaufspreis abgezogen werden und man erhält die zu versteuernde Summe.

Diese Sonderregelung der Umsatzsteuer beugt einer Doppelbesteuerung des Gebrauchtwagens vor und ermöglicht dem Händler einen Wiederverkauf des Pkw zu einem fairen Preis.

„Gebrauchtwagen“ – was ist das?

Doch welche Wagen fallen eigentlich unter die Bezeichnung Gebrauchtwagen? Folgt man der Definition des Finanzamtes, muss ein Pkw dafür mehr als 6.000 km gefahren worden sein und seine erste Inbetriebnahme zum Zeitpunkt des Erwerbs mehr als 6 Monate zurückliegen.

Beim Verkauf einzelner Teile eines Pkw findet die Differenzbesteuerung hingegen keine Anwendung. Ausgeschlossen von der Differenzbesteuerung ist zudem der Handel mit Neufahrzeugen innerhalb der Europäischen Union. Beim Einführen eines Neuwagens in ein Mitgliedsland der EU muss die dort übliche Mehrwertsteuer gezahlt werden.

Wichtig: Kein Vorsteuerabzug bei Differenzbesteuerung

Möglich ist der Ankauf eines Gebrauchwagens sowohl von Privatleuten als auch von Unternehmern wie Ärzten, Banken, Versicherungen oder anderen Wiederverkäufern.

Hierbei steht jedoch im Vordergrund, ob der Verkäufer zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Denn die Differenzbesteuerung kommt lediglich zur Anwendung, wenn der Erwerb ohne Erhebung der Umsatzsteuer vonstatten geht.

Auch wenn ein Kleinunternehmer einen Gebrauchtwagen kauft, ist die Differenzbesteuerung möglich, da gemäß der Kleinunternehmerregelung keine Umsatzsteuer erhoben wird.

Vorzug der Differenzbesteuerung

Die Differenzbesteuerung sorgt also beim Wiederverkauf eines Gebrauchtwagens für eine gerechte Steuerbelastung, indem durch diese Sonderregelung der Umsatzsteuer eine Doppelbesteuerung verhindert wird. Ohne die Differenzbesteuerung müsste nämlich der gesamte Wert des gebrauchten Pkws versteuert werden.

Unter Anwendung der Differenzbesteuerung kann der Händler noch einen guten Umsatz erzielen, ohne die Preisspanne vorher zu sehr ausgedehnt zu haben. Für den Käufer hat dies den Vorteil, dass überhöhten Preisverteuerungen vorgebeugt wird und Händler Gebrauchtwagen zu einem realistischen Preis anbieten können.

2. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.