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Differenzbesteuerung: Ein Sonderfall der Umsatzsteuer

Im Gegensatz zum privaten Verkäufer wird beim gewerblichen Verkäufer der Umsatz besteuert. Nicht alle Umsätze unterliegen jedoch zur Gänze der Umsatzsteuer. Die Differenzbesteuerung sorgt bei der Besteuerung von Gebrauchtgegenständen durch Wiederverkäufer für eine gerechte Steuerabgabe.

Es wird demnach nicht der gesamte Wert des Gebrauchtgegenstandes der Umsatzsteuer unterworfen, sondern lediglich die Differenz zwischen dem Händlereinkaufspreis und dem Händlerverkaufspreis.

Somit kann einer Doppelbesteuerung entgegengewirkt werden. Es erfolgt ausschließlich die Besteuerung der unternehmerischen Wertschöpfung und der gewerbliche Verkäufer bleibt konkurrenzfähig.

Eine Ausnahmeregelung der Umsatzsteuer: die Differenzbesteuerung

Die Differenzbesteuerung darf nur von Unternehmern erfolgen, die im Sinne eines  „Wiederverkäufers“ tätig sind. Ein Wiederverkäufer ist ein Händler, der gewerblich mit Gebrauchtgegenständen handelt oder diese im Namen des Händlers versteigert.

Auch abgrenzbare Teilbereiche eines Unternehmens, die Gegenstände zum Zwecke des Wiederverkaufs einkaufen und diese dann anschließend wieder in den Verkauf geben, zählen zu den Wiederverkäufern. Der Ankauf der Gebrauchtgegenstände kann sowohl von privaten Verkäufern als auch von Kleinunternehmern und allen nicht zum Vorsteuerabzug berechtigten Unternehmern erfolgen.

Erfolgt der Anlauf des Gebrauchtgegenstandes ohne Vorsteuerabzug, kann der Wiederverkäufer beim Verkauf die Differenzbesteuerung anwenden. Hierbei wird lediglich der Unterschiedsbetrag zwischen Verkaufspreis und Einkaufspreis der Besteuerung zugrunde gelegt.

Weitere Bedingungen der Differenzbesteuerung

Der Gebrauchtgegenstand muss für das Unternehmen des Wiederverkäufers erworben worden sein. Dies ist zum Beispiel bei einer Erbschaft nicht der Fall. Auch Privatvermögen oder private Gegenstände unterliegen nicht der Differenzbesteuerung, wenn sie zu einem späteren Zeitpunkt dem Unternehmen zugeführt werden.

Zudem muss der Erwerb der gebrauchten Gegenstände in Deutschland oder in einem Mitgliedsland der Europäischen Union (EU) erfolgen. Der Erwerb in einem Land außerhalb der EU führt zur Steuerabgabe nach den dort geltenden Steuergesetzen. Diese Abgaben wären wiederum als Vorsteuer abziehbar, somit könnte auch von der Differenzbesteuerung kein Gebrauch mehr gemacht werden.

Kein ermäßigter Steuersatz bei der Differenzbesteuerung

Der Umsatzsteuersatz der Differenzbesteuerung bleibt stets gleich. Er beträgt grundsätzlich 19%. Dabei ist es nebensächlich, ob es sich bei dem Gebrauchsgegenstand um einen Pkw oder ein Gemälde handelt – der Steuersatz wird nicht vermindert.

Der ermäßigte Steuersatz von 7%, der in der Regel bei Gemälden oder der Kunstwerken ermöglicht wird, kommt lediglich bei der Regelbesteuerung zum Einsatz. Die Differenzbesteuerung ist hiervon ausgeschlossen.

Kein Steuerausweis möglich

Aufgrund der Anwendung der Differenzbesteuerung kann ein Wiederverkäufer keine Umsatzsteuer ausweisen.Dies gilt für den Differenzwert zwischen Verkaufspreis und Einkaufspreis.

Und auch bei Lieferungen an Unternehmer mit Umsatzsteuerausweis darf auf der Rechnung die Umsatzsteuer nicht ausgewiesen sein. Weist der Wiederverkäufer die Umsatzsteuer dennoch aus, schuldet er sie auch dem Finanzamt.

5. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.