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Differenzbesteuerung – vorteilhafter als Regelbesteuerung

Während gemäß der Regelbesteuerung alle Umsätze, die nicht unter die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG fallen, im vollen Umfang versteuert werden müssen, trifft diese Steuerregelung in einigen Fällen nicht in Kraft.

Wird der Umsatz mit Gebraucht- oder Kunstgegenständen, Sammlungsstücken oder Antiquitäten erbracht, kommt an Stelle der Regelbesteuerung die Differenzbesteuerung zum Einsatz. Insbesondere für Unternehmer, die nicht mehr unter die Kleinunternehmerregelung fallen, ist die Besteuerungsart ihrer Umsätze ein wichtiger Faktor.

Die Differenzbesteuerung ist zudem bedeutsam für Wareneinkäufe durch Unternehmer, die nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind sowie auch teilweise berechtigte „Unternehmer“ wie Ärzte, Banken, Versicherungen und Vermieter.

Grundlagen zur Differenzbesteuerung

Beim Handel mit beweglichen körperlichen Gegenständen stellt sich oftmals die Frage, wie der Verkaufsumsatz versteuert werden muss. Für diese Fälle sieht das Umsatzsteuerrecht die Differenzbesteuerung vor. Durch diesen Weg der Besteuerung soll vermieden werden, dass der Gesamtwert eines Gebrauchtgegenstandes beim Wiederverkauf nochmals der vollen Umsatzsteuer unterliegt.

Gemäß der Differenzbesteuerung nach § 25a UStG ist lediglich die Differenz zwischen dem tatsächlichen Einkaufspreis und dem Verkaufspreis (die sogenannte Marge) umsatzsteuerrechtlich relevant.

Regelbesteuerung kurz erklärt

Alle Unternehmen, die nicht unter die Kleinunternehmerregelung fallen, unterliegen der Besteuerung nach den allgemeinen Vorschriften der Umsatzsteuer und damit der Regelbesteuerung. Diese Regelbesteuerung besagt, dass jeder Umsatz des Unternehmens versteuert werden muss.

Hierbei ist der ermäßigte Steuersatz von 7% oder der allgemeine Steuersatz von 19% anzuwenden, der im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung monatlich dem Finanzamt zu erklären ist. Dieser Unterschied ist bei der Differenzbesteuerung nicht gegeben. Hier beträgt der Steuersatz grundsätzlich 19%.

Der umsatzsteuerpflichtige Unternehmer besitzt jedoch die Möglichkeit, die in Rechnung gestellt Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend zu machen. Somit kann der Unternehmer die Umsatzsteuerzahlungen ans Finanzamt reduzieren.

Differenzbesteuerung versus Regelbesteuerung

Die Differenzbesteuerung kann nicht von jedem Unternehmer angewandt werden. Eine Bedingung ist, dass der Unternehmer Wiederverkäufer ist, wobei der An- und Verkauf der Gebrauchtgegenstände auch lediglich auf einen Teilbereich des Unternehmens beschränkt sein kann.

Voraussetzung für die Differenzbesteuerung ist zudem, dass der Wiederverkäufer den Gebrauchtgegenstand von einer Privatperson, einem Kleinunternehmer oder einem anderen Wiederverkäufer erworben hat. Diese Personengruppen können kein Recht zum Vorsteuerabzug geltend machen, der Vorteil ist nur bei der Regelbesteuerung gegeben.

Die Anwendung der Differenzbesteuerung im Gegensatz zu Regelbesteuerung bietet jedoch den grundlegenden Vorteil, nicht bei jedem Wiederverkauf den Gesamtwert des Gebrauchtgegenstandes der Umsatzsteuer zu unterwerfen.

So kann der Wiederverkäufer einen höheren Nettoverkaufspreis erzielen als es mit der Regelbesteuerung möglich wäre. Lediglich die Differenz zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis ist umsatzsteuerpflichtig. Dadurch wird eine Doppelbeteuerung vermieden, die bei der Entrichtung einer Umsatzsteuer auf den kompletten Gebrauchtwarenwert zustande gekommen wäre.

3. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.