MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Disagio im Steuerrecht

Ein Disagio (auch Abgeld genannt) spielt im Kreditwesen und insbesondere im Immobilienbereich eine große Rolle.

Steuerlich lohnt sich ein Disagio jedoch nur bei fremdgenutzten Immobilien.

Disagio: allgemeine steuerrechtliche Behandlung

Disagio bezeichnet die Differenz zwischen einer Kreditsumme und dem real ausgezahlten Betrag. Zur Anwendung kommt dieser Abschlag auf den Nennwert z.B. bei einem Darlehensvertrag oder bei der Ausgabe eines Wertpapiers.

Ein Disagio kann als eine Art Zinsvorauszahlung angesehen werden, die einen niedrigen Nominalzinssatz für die zu zahlenden Raten sichert.

Mehr zum Thema: Disagio – Definition des Abschlages

Man spricht also von einem Disagio, wenn der Auszahlungsbetrag unter dem Nennwert liegt.

Handelsrechtlich tritt bei einer solchen Kreditablösung ein Aktivierungswahlrecht für den Differenzbetrag ein. Diese Aktivierung bedeutet dann planmäßige Abschreibungen des Disagios über die Laufzeit des Darlehens.

Im Steuerrecht gilt dieses Wahlrecht nicht. Hier ist das Disagio bei Darlehen steuerrechtlich aktivierungspflichtig.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Die besten Kreditangebote auf einen Blick: GeVestor bietet Ihnen in Kooperation mit smava.de einen Kreditvergleichsrechner, mit dem Sie die besten Konditionen finden.

Das Disagio muss laut Steuerrecht als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten behandelt werden, soweit die Ausgabe des Darlehens auf einen Zeitpunkt nach dem Bilanzstichtag fällt.

Disagio als Werbungskosten absetzbar

Die Möglichkeit der steuerlichen Absetzbarkeit eines Disagios ist vor allem für Immobilienbesitzer interessant. Allerdings nur im Falle einer Fremdnutzung der Immobilie wie etwa bei Vermietung oder Verpachtung.

Während bis 1998 noch jeder Immobilienbesitzer das Disagio bei seiner Steuererklärung entweder unter Sonderausgaben oder Werbungskosten verbuchen und absetzen konnte, ist die Absetzbarkeit heute auf vermietete oder verpachtete Objekte begrenzt.

Mehr zum Thema: Disagio als Werbungskosten – Abzug bei Immobilienerwerb

Voraussetzung hierfür ist eine Zinsbindungsfrist von mindestens 5 Jahren. Zudem darf das Disagio laut Steuerrecht nicht mehr als die marktüblichen  5% der Darlehenssumme betragen.

Erfüllt der Kreditnehmer diese Bedingungen, kann er das Disagio im Jahr der Darlehensaufnahme in voller Höhe als Werbungskosten absetzen.

Übersteigt das Disagio die 5% der Darlehenssumme, geht der Steuerspareffekt verloren. Der Steuerabzug des Disagios muss dann auf den Zeitraum der Zinsfestschreibung verteilt werden.

Bei einer privaten Nutzung des Wohnraumes kann der Eigentümer nicht von diesem Steuervorteil profitieren. Kreditzinsen können steuerlich nämlich nicht abgesetzt werden.

Mehr zum Thema: Disagio: Vor- und Nachteile

Versteuerung bei vorzeitiger Rückzahlung

Eine vorzeitige Tilgung des Darlehens mit Disagio ist mit Vorsicht zu betrachten.

Mitunter werden schon gezahlte Disagios vom Kreditgeber einbehalten. Und auch bei Rückerstattungen muss bedacht werden, dass die Summe nun der Einkommensteuer unterliegt.

Eine vorzeitige Rückzahlung des Darlehens ist also nicht immer anzustreben.

Steuerliche Vorteile nicht unterschätzen

Ein Darlehensvertrag mit Disagio ist besonders für Immobilienkäufe zum Zwecke der Vermietung oder Verpachtung als Vorteil zu betrachten.

Jedoch kann der Steuervorteil auch schnell wieder verpuffen.

Aufgrund der Progression des Einkommensteuertarifs kann ein einmaliger niedriger Steuersatz (durch das einmalige Absetzen der Werbungskosten) eventuell die schlechtere Lösung sein als ein über Jahre teilweise geminderter Steuersatz.

Hierbei ist jedoch der Einzelfall zu betrachten.

Die Möglichkeit, das Disagio direkt von der Steuerschuld abziehen zu können, sollten sich potenzielle Immobilienbesitzer auf jeden Fall durch den Kopf gehen lassen – sofern sie auch alle Voraussetzungen dafür erfüllen.

11. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.